09.10.2016
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Flüchtlinge und Einheimische feierten gemeinsam

Der Kaisersaal stand am vergangenen Freitag ganz im Zeichen des „Langen Tages der Flucht“. Auf Initiative der Flüchtlingsinitiative St. Johann feierten Einheimische und Asylwerber gemeinsam ein  „Fest der Begegnung“. Bürgermeister Stefan Seiwald freute sich, dass das Zusammenleben mit den Asylwerbern in der Marktgemeinde so reibungslos klappt.

St. Johann |  Ganz unter dem Motto „Sich kennenlernen und Vorurteile abbauen“ stand am vergangenen Freitag das „Fest der Begegnung“ im St. Johanner Kaisersaal. Die Flüchtlingsinitiative St. Johann nahm den „UNHCR Langen Tag der Flucht“ zum Anlass, um Einheimische und Asylwerber zusammenzubringen und friedlich zu feiern.

„Derzeit leben in St. Johann 133 Asylwerber aus Afghanistan, Syrien, Irak, Iran, Palästina, Pakistan, Aserbeidschan, Somalia, Bangladesch und Gambia“, erklärte Bürgermeister Stefan Seiwald und freut sich, „dass das Zusammenleben so gut klappt. Es gibt keine Probleme.“  

Vor rund einem Jahr allerdings sah die Lage noch ganz anders aus – das Land Tirol plante die Errichtung eines großen Flüchtlingsheims neben der Landwirtschaftsschule Weitau. Das konnte die Gemeinde, allen voran BM Seiwald, im letzten Moment noch verhindern. Dafür stellte die Marktgemeinde kleinere Einheiten zur Verfügung. Insgesamt können jetzt in St. Johann 144 Flüchtlinge in den verschiedenen Pensionen und Häusern unterkommen und damit die vorgeschriebene Quote erfüllt werden.

Fröhlicher Tanz

Jetzt, ein Jahr später, hat sich die Lage beruhigt, wie auch das Fest im Kaisersaal zeigte. Nicht nur das interkulturelle Buffet mit arabischen, afrikanischen und tirolerischen Köstlichkeiten, das Asylwerber und St. Johanner gemeinsam vorbereitet hatten, sorgte dafür, dass sich Tiroler und Flüchtlinge näher kamen. Auch die Tanz- und Gesangseinlagen der Neo-St. Johanner halfen, Berührungsängste abzubauen. Dazwischen spielte auch eine Gruppe der Musikkapelle St. Johann Tiroler Lieder – und vor allem die kleinen Asylwerber tanzten fröhlich zu den ihnen noch fremden Weisen.

56 Freiwillige Helfer

Dass das Zusammenleben so reibungslos klappt, ist auch den zahlreichen freiwilligen Helfern zu verdanken, die sich im vergangenen Jahr um die Zugezogenen kümmerten und auch nach wie vor betreuen. „Derzeit haben wir 56 Helfer, davon erteilen 36 Deutschunterricht“, schildert Melanie Hutter vom Freiwilligenzentrum Pillerseetal/Leukental. Im Rahmen einer von Peter Fischer moderierten Interviewrunde zeigte sich dann auch, welch große Erfolge bereits verzeichnet werden konnten.

Einige junge Asylwerber erzählten von ihren Tagesabläufen. Viele von ihnen haben auch bereits gemeinnützige Aufgaben, u.a. im Krankenhaus, im Altenwohnheim, in den Bauhöfen in St. Johann und Oberndorf, aber auch bei der Lebenshilfe, im Gymnasium sowie bei der Hol- und Bringbörse. Einige der Flüchtlinge sind auch bei der Neophytenbekämpfung im Einsatz. Margret Klausner

Bild: Peter Fischer (l.) plauderte mit den Asylwerbern und ihren Helfern über ihren Tagesablauf. Foto: Klausner

 
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