01.02.2019
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Flexibilität war „Gebot der Stunde“

Und wieder mal wurde ein neues Kapitel in der Geschichte der Hahnenkammrennen aufgeschlagen. Aufgrund der Wetterprognosen wurde das komplette Rennprogramm überworfen. „Wir haben alles richtige bedacht“, sagt OK-Chef Michel Huber, der sich über drei Rennen auf Streif und Ganslern freuen darf.

Kitzbühel | Die Rennwoche in der Gamsstadt hatte optimal begonnen. Schnee in Hülle und Fülle dazu noch Sonnenschein und ein österreichischer Sieger. Daniel Danklmaier gewann die Europacup-Abfahrt. Und auch beim ersten Training war die Kitzbüheler Skiwelt noch in Ordnung. Beste Bedingungen am Dienstag, 3.000 Fans entlang der Strecke und im Ziel. Der Mittwoch galt ganz dem Nachwuchs, das Junior-Race wurde am Ganslerhang durchgeführt. Und auch das zweite Training am Donnerstag lief nach Plan. Hannes Reichelt fuhr Bestzeit, 5.000 Fans verfolgten den zweiten Testlauf. Doch dann kam die „vernichtende“ Wetterprognose der ZAMG. Für den Hahnenkammsamstag wurden neben starken Schneefällen am Vormittag auch Regen am Nachmittag angekündigt. „Was sollen wir machen? Wollen wir drei Rennen in Kitzbühel oder gehen wir auf Risiko und nehmen eine Absage am Samstag in Kauf?“, blickt KSC-Präsident und OK-Chef Michael Huber auf die Situation zurück.

Alle Partner an einem Tisch

Bevor über eine komplette Programmänderung nachgedacht wurde, gab es noch „Planspiele“ mit den Startzeiten. Eine Durchführung der Rennen war damit aber nicht garantiert. „Als wir Donnerstag früh die Nachricht bekamen, haben wir alle an einen Tisch geholt: Werbepartner, die Zuständigen vom Kartenverkauf, die Versicherer, die Pistenchefs, Vertreter der Berg­bahn und natürlich auch die Jury. Und alle sprachen sich für den Sport aus und stimmten der Programmänderung zu und zeigten sich bereit, das Risiko zu tragen“, erzählt Michael Huber.

OK-Chef Huber: „Der Freitag war eine Bank“

Für den Freitag meldete die ZAMG noch kaltes Wetter, während für Samstag Schnee und Regen angekündigt wurde. „Somit war klar, dass der Freitag eine Bank war und wir an diesem Tag die Abfahrt durchführen werden. Durch den Schnee und Regen hätte sich die Streif unterhalb des Hausbergs aufweichen können und damit wäre dieser Streckenteil unbefahrbar geworden“, erzählt Michael Huber. Der Ansturm auf die Streif war am Freitag groß – 25.000 Fans wollten die Abfahrt vor Ort sehen. Bei den Super-G-Rennen in den Vorjahren waren im Schnitt 18.000 Fans am Freitag an der Strecke.

Für Samstag war die einzige Alternative der Slalom. Doch auch hier waren die Pistenteams gefordert, es galt den Neuschnee raus zu schaufeln. „Die Pistenteams und das Bundesheer waren sehr flexibel und haben ihre Arbeitsabläufe auf die neuen Umstände abgestimmt“, berichtet Huber stolz. Hektischer Betrieb herrschte vor dem Slalom auch auf der VIP-Tribüne. Sämtliche Sitze wurden abgebaut, damit auch alle Platz auf der Tribüne fanden.

Das Wetter am Samstag bestätigte die Entscheidung. Neuschnee sowie Sturm am Berg hätten eine Abfahrt unmöglich gemacht. Die Slalomstars wurden von 39.000 Fans angefeuert.

Optimismus für das Sonntag-Rennen

Die angekündigten Regenfälle für Samstag Nachmittag bereitete dem OK-Team Sorgen für den Super-G. „Da haben wir echt Glück gehabt. Die Niederschläge haben aufgehört, bevor es warm wurde. Noch dazu klarte es in der Nacht zum Sonntag auf und damit sanken die Temperarturen“, berichtet OK-Chef Michael Huber. Geändert hatte sich aber die Startzeit für den Super-G. Nicht wie gewohnt zur Mittagszeit wurde das Rennen eröffnet, sondern erst um 13.30 Uhr. „Das wäre die Startzeit und Beginn der Übertragungszeiten für den zweiten Durchgang im Slalom gewesen. Daher sind wir in diesem Zeitfenster geblieben, schließlich haben wir auch viele Zuschauer vor den TV-Geräten. Fraglich war auch, wie viele Fernsehstationen bei einer anderen Startzeit übertragen hätten“, sagt Huber. Zudem spielte der spätere Start den Pistenteams in die Karten. Man hatte zwei zusätzliche Stunden für die Präparierung. Durch das vorhandene Flutlicht war auch keine Beeinträchtigung der Sicht zu befürchten.

„Ich haben diese Rennen allen Athleten und Arbeitern gewidmet“, sagt Huber: „Drei Wochen lang haben die Teams für eine perfekte Piste auf der Streif und am Ganslernhang gearbeitet – mit den drei Rennen wurde ihr Einsatz belohnt.“

Programmänderung gab es bereits 2014

Das erste Mal änderte der KSC das Rennprogramm 2014. Damals wurde am Freitag der
Slalom ausgetragen – warme Temperaturen erschwerten die Präparierung der Streif. Am Samstag wurde 2014 dann die Abfahrt abgehalten und der Super-G folgte am Sonntag.
Elisabeth M. Pöll

Bild: Es ist alles aufgegangen! Rennleiter Mario Mittermayer-Weinhandl, KSC-Präsident und OK-Chef Michael Huber sowie FIS-Race-Director Markus Walder (v.l.). zeigen sich bei der letzten Team-Sitzung entspannt. Foto: KSC/Thaler

 
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