23.11.2019
News  
 

Feuerwerke sind bereits geregelt

„Es gibt bereits eine Regelung für Feuerwerke in Österreich“, sagt Pyrotechniker Frank Lang, der sich aber für eine bessere und klare Regelung durch den Staat ausspricht, denn so könnte Lärm, Müll und auch Feinstaub reduziert werden.

Kitzbühel | Für etwas Verwunderung sorgte der Artikel „Werden Feuerwerke verboten?“ (Ausgabe Nr. 45 vom 7. November) bei Pyrotechniker Frank Lang. „Im Jahr 2010 wurde das pyrotechnische Gesetz geändert. Geplant war damals ein europaweit gleiches Gesetz, jedoch machte man in Österreich eigene Gesetze. Während überall sonst der Verkauf von Feuerwerkskörpern an Personen über 18 Jahren erlaubt ist, gilt in Österreich die Regelung ab 16 Jahren. So ist es auch mit dem ‚Abschießen von Feuerwerken‘: In den Nachbarländern braucht es eine Ausnahmegenehmigung, in Österreich darf man zwischen 6 und 22 Uhr außerhalb von geschlossenen Ortschaften Feuerwerke abschießen“, erklärt Frank Lang, Pyrotechniker und Inhaber von KitzFeuerWerk GmbH. Laut österreichischem Gesetz gilt diese Regelung auch für die Silvesternacht, eine Ausnahme für den Jahreswechsel gibt es nämlich nicht. Lang bemängelt das fehlende Wissen der Bevölkerung über die Gesetzeslage sowie auch über den Umgang und die Handhabung von Feuerwerkskörpern. „Auf sämtlichen Verpackungen wird auf den vorgeschriebenen Mindestabstand hingewiesen. Bei Raketen ist dieser meistens acht Meter, daher darf man diese innerörtlich eigentlich gar nicht zünden“, erläutert Pyrotechniker Lang.

Vieles an Müll ließe sich vermeiden
Raketen sind eigentlich nicht mehr zeitgemäß, denn damit wird zu viel Müll produziert, weiß Frank Lang, der bei den  „Feuerwerksbatterien“ oder „Cakeboxen“ einen klaren Vorteil bei der Müllvermeidung sieht. „Eine Rakete kommt im Grunde, wenn sie nicht auf Häusern liegen bleibt, in drei Teilen zurück – dem Leitstab, der Plastikhülse und dem Karton. Bei einer ‚Cakebox‘ fliegt nur die Explosivmasse samt Karton aus der Box und die Kartonage verrottet innerhalb von zwei Jahren“, erklärt Pyrotechniker Lang die Unterschiede und Vorteile. Zudem sind die Treibladungen bei Raketen nie genau kontrollierbar, ein Querschläger ist hier jederzeit möglich. Ein Verkaufsverbot für Raketen durch den Staat könnte hier die Müllmenge um bis zu 40 Prozent reduzieren.

Böller: Laut und Müll – sonst gar nix
Von Böllern hält der Pyrotechniker nicht viel: „Die sind laut und machen viel Müll, sonst gar nix. Österreich hat hier wieder Spezialregelungen, während in den Nachbarländern der Verkauf schon eingeschränkt ist“, so Lang. Laut sind aber nicht nur die Böller, sondern auch Feuerwerke können für den ordentlichen „Wums“ sorgen. Es gibt aber auch leise Feuerwerke, wie Lang versichert. Man braucht bei Großfeuerwerken nur das Kaliber reduzieren. Eine 200er-Kugelbombe kommt auf 300 bis 400 Dezibel, wenn dies auf ein Kaliber von 125 reduziert wird, nimmt auch der Lärm deutlich ab.
Für Lang ist klar, dass es hier seitens des Staates eine klare Regelung auch für den Endverbraucher braucht und nicht für die gewerblichen Pyrotechniker. Mit einem Gesamtpaket könnte Lärm, Müll und auch die Feinstaubbelastung deutlich nach unten geschraubt werden.
Elisabeth M. Pöll

Feuerwerke sorgen immer für Diskussionen, Verbote sind nicht die Lösung. Foto: Fuochi-Dartificio

 
Kontakt
Tel.: +43 (0) 5356 6976
Fax: +43 (0) 5356 6976 22
E-Mail: info@kitzanzeiger.at
Virtuelle Tour
Rundblick - Virtual Reality
Werbung
 
Zurück Aktuelle Gemeinde Archiv Suchen