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31.07.2018
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Faszinierender christlicher Glaube

Früher war das Leben geprägt von christlichen Ritualen, Geboten und Bräuchen. Das Bauernhausmuseum Hinterobernauer zeigt faszinierende Facetten des christlichen Glaubens, die längst in Vergessenheit geraten sind.

Kitzbühel | Der Glaube an Gott, an Jesus Christus, an Heilige und Nothelfer sowie die feste Bindung zur Kirche war eine Grundfeste im bäuerlichen Leben. „Besonders bei Krankheit, Todesfällen, Unwetter, Missernten und andern Schicksalsschlägen fand man im Glauben Hilfe und Trost“, veranschaulicht Kustode Lisi Grander. Zudem war das Jahr geprägt von Kirchgängen, Ritualen, Geboten und Bräuchen, welche heute meist in Vergessenheit geraten sind.
Das Bauernhausmuseum Hinterobernau widmet seine aktuelle Sonderausstellung den faszinierenden Facetten des christlichen Glaubens. Verteilt auf die Räumlichkeiten im historischen Bauernhaus hat das Museums-Team ein kleine aber feine Schau zusammengestellt.

Früher gab es genug „geistlichen“ Nachwuchs
Der Einfluss und die Bindung zur Kirche war früher wesentlich stärker, es gab genügend „Geistliche“, wie Pfarrer, Kooperatoren, Patres und Klosterfrauen. „Beinahe aus jeder Großfamilie schlug jemand einen christliches Leben ein Manche Familien waren der Auffassung, dass der Erstgeborene den Hof übernehmen und der Zweitgeborene Pfarrer werden solle“, erzählt Grander. Gerade bei Mädchen, wo es nicht zu einer passenden Heirat kam, gingen viele ins Kloster und hatten dort die Möglichkeit  zu einer Ausbildung als Kranken- oder Schulschwester. In einer kleinen Mappe lässt sich der Lebensweg der Geistlichen aus dem Bezirk kurzweilig nachlesen.

Die Primiz von Anton Feichtner aus Aurach
Ein besonderes Augenmerk schenkt das Bauernhausmuseum Anton Feichtner aus Aurach, der am 11. August 1872 seine Primiz feiert. „Primizen wurden früher wie Hochzeiten gefeiert. Von Gidi Nothegger aus Oberndorf haben wir eine wunderschöne Leihgabe der Primiztafel und der Primizkrone von damals erhalten“, erklärt Grander.
„Fatschenkinder“ als Ersatz für Kinder
Als „Trost“ für den Verzicht auf Kinder bekamen Klosterschwestern von ihren Verwandten sogenannte „Fatschenkinder“ geschenkt. Diese Wachsfiguren waren kostbar geschmückt. In einem Schaukasten ist ein in liebevoller Handarbeit von Greti Dander und Lisi Grander angefertigtes „Fatschenkind“ zu sehen. Weiters zeugen die zahlreichen im gesamten Museum ausgestellten Heiligenbilder, Kreuze, Herrgotts-Winkel, Heiligenstatuen, Votivtafeln, Wetter- und Wegkreuze von der früheren Frömmigkeit der Menschen.  

Ein Brückenschlag zur heutigen Zeit
Die überaus sehenswerte Sonderausstellung „Christlicher Glaube im bäuerlichen Leben“ ist bis auf weiteres zu sehen und schlägt auch Brücken zur heutigen Zeit – wie  es Vereinsobmann Willi Gianmoena so treffend in seinen einführenden Worten zur Sonderausstellung formulierte: „Jede Generation muss sich die Fragen stellen: Woher kommen wir, wo stehen wir und wo wollen wir hin?“

Das Bauernhausmuseum Hinterobernau am Fuße des Kitzbüheler Horns ist bis Mitte Oktober täglich außer Sonntag von 13 bis 17 Uhr geöffnet.  Johanna Monitzer

Fotos: Kustode Lisi Grander führte den Kitzbüheler Anzeiger durch die Sonderausstellung „Christlicher Glaube im bäuerlichen Leben“. Im Bild ist ein über 300 Jahre altes Ostergrab zu sehen. 
Als „Trost“ für den Verzicht auf Kinder bekamen Klosterschwestern von ihren Verwandten sogenannte „Fatschenkinder“ geschenkt. Fotos: Monitzer

 
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