17.01.2020
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Fachkräfte händeringend gesucht

Auch wenn das neue Wirtschaftsjahrzehnt mit einem kleinen Dämpfer in der Konjunkturerwartung beginnt, herrscht im Bezirk – vor allem der Tourismusbranche – dennoch „Hochkonjunktur“.  Gleichzeitig fehlten zum Start der Saison zahlreiche Arbeitskräfte.

Kitzbühel  | Österreichweit fehlen rund 120.000 Fachkräfte, tirolweit sind es ca. 17.000 und im Bezirk bis zu 1.700. Etwa 70 Prozent der Betriebe in der Hotellerie und Gastronomie hatten dadurch Einbußen zu beklagen. „Der Fachkräftemangel war vergangenes Jahr unsere größte Herausforderung. Das Jahr 2020 ist ähnlich gelagert“, unterstreicht WK-Bezirksobmann Klaus Lackner. Kurzfristige Linderung des Problems erhoffen sich viele Unternehmen von den Saisoniers, doch auch für den laufenden Winter schaut die Zahl der Genehmigungen mager aus: Offiziell stehen im Bezirk nur 36 Saisoniers zur Verfügung. Der Bedarf ist weitaus höher, „weit über 50 Anträge des AMS mussten wir ablehnen und die Betriebe wissen teilweise nicht, wie sie über die Runden kommen sollen.“ Der Ruf nach einer Aufstockung des Kontingents blieb in Wien ungehört. „Da sitzen Leute, die von der Praxis keine Ahnung haben“, ärgert sich Lackner. Die Forderung der heimischen Wirtschaft ist daher eindeutig: Die Kompetenz in der Saisonierfrage solle vom Bund an die Länder gehen. Und: „Der Arbeitsmarkt gehört liberalisiert.“ Gerade in dieser Hinsicht erwarten sich die Unternehmer einiges von der neuen Regierungskonstellation, wie auch WK-Präsident Christoph Walser unterstrich. Beispielsweise durch eine Änderung der Bestimmungen bei der Rot-Weiß-Rot-Card. Natürlich lässt sich der Fachkräftemangel nicht allein durch den zeitweiligen Einsatz von Arbeitskräften aus dem Ausland regeln.

Lehre mit hohem Stellenwert
Deswegen legen die heimischen Unternehmen nach wie vor einen Akzent auf die Lehre. „Sie ist das Thema Nummer eins – gerade auch hinsichtlich einer Bildungsoffensive“, sagt Klaus Lackner. Der Weg, neue Formen der Lehre zu stärken wird auch heuer fortgesetzt. Beispielsweise hat das Modell von „Lehre nach der Matura“ durchaus Potenzial nach oben – derzeit liegt der Anteil in Österreich bei rund 3,5 Prozent. In Deutschland sind es 26 Prozent.
Gleichzeitig wurde die Bedeutung der Ausbildung durch die Gleichstellung mit akademischen Titeln hervorgehoben. Elisabeth Galehr

Die Fachkräftefrage beschäftigt die Unternehmer auch 2020 noch massiv. Foto: AMS/Potter

 
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