22.02.2019
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Fachkräfte für die Pflege gesucht

Der Arbeitskräftemangel ist im Pflegebereich schon längst angekommen. Deswegen machte das AMS gemeinsam mit der Gesundheits- und Krankenpflegeschule auf die Vorteile und Möglichkeiten einer Pflegeausbildung aufmerksam.

Kitzbühel  | Die Pflegebranche wächst stetig an, in den vergangenen zehn Jahren gab es im Bezirk Kitzbühel 600 zusätzliche Beschäftigte in dieser Sparte, insgesamt sind es aktuell 2.100. „Das ist der Bereich, der neben dem Tourismus am stärksten wächst“, erläutert Manfred Dag, der Leiter des AMS Kitzbühel.  Zum verstärkten Bedarf – etwa durch geburtenstarke Jahrgänge, die langsam ins Seniorenalter kommen – kommt noch eine Pensionierungswelle, die bei Mitarbeitern in der Pflege demnächst ansteht.  

Die Politik hat bereits reagiert. Neben vielen maßgeschneiderten Ausbildungsangeboten entsteht bekanntlich auch eine Pflegeschule für den Bezirk Kitzbühel. Der Startschuss am Standort St. Johann fällt am 14. Oktober. Die Infrastruktur ist also vorhanden, nun müssen noch Arbeitskräfte dafür gewonnen werden, in die Pflege zu gehen. Just diese Woche gab es bekanntlich einen Warnstreik, u.a. der Mitarbeiter des Altenwohnheims Kitzbühel.

Leichter Einstieg, weit skalierbar

„Wenn wir von der Diplomausbildung ausgehen, hatten wir immer genug Bewerber, um die Ausbildungsplätze zu füllen. Aber in der Pflegeassistenz merkt man seit etwa vier Jahren einen starken Rückgang der Bewerberzahlen“, bestätigt auch Claudia Schweiger, Direktorin der Gesundheits- und Kankenpflegeschule. Die Antwort darauf ist ein niederschwelliger Zugang zu sämtlichen Angeboten in der Pflege.

Gerade diese Branche biete auch viele Vorteile, wie Schweiger ausführt. Jobsicherheit in einer Jahresbeschäftigung ist nur einer der Anreize. Gerade in Zeiten der Digitalisierung und drohenden Automatisierung ist die Pflege eine überaus sinnstiftende Arbeit. „Außerdem gibt es attraktive Teilzeitarbeitsmodelle – der Beruf ist mit der Familie gut vereinbar“, so Schweiger. Darüber hinaus gibt es viele Wege, in die Branche zu gehen. Je nach Wunsch lässt sich die Ausbildung dann bis zum akademischen Grad ausbauen. „Für jedes Niveau gibt es Einstiegsmöglichkeiten, das System ist sehr durchlässig“, bringt es Manfred Dag auf den Punkt.  
Eine dieser Ausbildungsschienen ist die Pflegefachassistenz. Die zweijährige Ausbildung sei noch relativ unbekannt, sagt Claudia Schweiger, „eine solche Person kann in allen Bereichen eingesetzt werden. “ Derzeit kommt das „Angebot allerdings noch nicht richtig ins Laufen, für die Ausbildung gibt es gerade einmal drei Anmeldungen.“

Die Ursachen sind vielfältig: Das vielbemühte Wort des Imageproblems wollen weder Dag noch Schweiger gelten lassen. Gerade die Pflege genieße hohes Ansehen in der Bevölkerung. Künftig will man sich neue Zielgruppen erschließen, die sich für eine entsprechende Ausbildung begeistern können.  „Zum Beispiel Frauen mit Betreuungspflichten“, sagt Schweiger.

Über alle Bereiche kann man sich im Rahmen eines Informationstages am 26. Februar von 14 bis 17 Uhr bei der Krankenpflegeschule Kufstein informieren. Elisabeth Galehr

Bild: Am 26. Februar gibt es einen großen Informationstag bei der Krankenpflegeschule Kufstein. Foto: pexels.com

 
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