30.05.2017
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Essen ist Wertschätzung des Menschen

Im Sozialzentrum Fieberbrunn haben heimische Produkte von den Bauern aus der Region Vorrang. Regionalität für Menschen, die noch nicht oder nicht mehr selber kochen können, wird hier täglich von einem engagierten Team auf die Teller gezaubert.

Fieberbrunn | Daumnidai mit Sauerkraut, Krapfen, Heidelbeer- bzw. Preiselbeerschmarrn, Pressknödel und Kasnocken sind auf dem Speiseplan des Sozialzentrums Pillerseetal eine Selbstverständlichkeit. „Unsere Bewohner, jedoch auch die Kindergartenkinder der umliegenden Gemeinden lieben diese Gerichte“, freut sich der engagierte hauswirtschaftliche Leiter des Hauses, Stefan Lechner. Auf die Frage, weswegen er auf heimische Produkte in seinen Kochtöpfen zählt, findet er viele Gründe. „Mein bester Freund ist Bauer und wenn ich sehe, wie er seine Lebensmittel produziert und welchen Mehrwert diese Produktionsweise für die ganze Region hat, dann brauche ich gar nicht nachzudenken zu welchem Produkt ich greife. Wer bewirtschaftet denn unsere Landschaft? Wer mäht denn unsere Steilflächen, wenn es unsere Bauern nicht mehr machen?“, findet Lechner mehr als klare Worte. Es brauche halt das Miteinander, die Kommunikation. „Leider wissen viele Menschen nicht mehr wie Landwirtschaft funktioniert und was unsere Bauern für uns machen. Da bräuchte es sicherlich noch mehr Berührungspunkte zwischen Bevölkerung und unseren Bauern“, so Lechner.  

Wie geht es dir und wie schmeckt das Essen?

„Eine öffentliche Einrichtung wird auch nach der Qualität des Essens beurteilt und hier bieten unsere bäuerlichen Produkte, die unter den weltweit höchsten Umwelt-, Tierschutz- und Produktionsstandards erzeugt werden, sicherlich die ideale Grundvoraussetzung“, so Bezirksbäuerin Helga Brunschmid. „Gerade uns Bäuerinnen ist es sehr wichtig, Bewusstseinsbildung in punkto Regionalität zu machen. Bäuerinnen sind mittlerweile landesweit in Schulen und Kindergärten herzlich willkommen. Gesunde Ernährung muss Thema in allen Alters- und Bevölkerungsschichten sein“, so die LK-Vizepräsidentin. 230 Essen werden pro Tag im Sozialzentrum gekocht. „Es ist für uns selbstverständlich, dass wir in unserer Küche regionalen Produkten den Vorzug geben“, so Bürgermeister  Walter Astner, der einen besonderen Wert auf hohe Qualität auf den Tellern legt. „Essen bedeutet auch ein Stück Heimat und das wollen wir unseren jüngsten und ältesten Bewohnern nicht verwehren“, so der Bürgermeister. An dieser Stelle sei erwähnt, dass trotz des Einsatzes hochwertigster Produkte aus der Heimat, die Kosten für Nahrungsmittel im Sozialzentrum nicht viel höher sind, als in Einrichtungen, in denen Billigprodukten der Vorzug gegeben wird. Der Grund ist einfach und gesund zugleich: „Wir verwenden keine Chemie“, so Lechner. „Saucenbinder, Fertigprodukte oder Geschmacksverstärker und andere Pülverchen haben in unserer Küche nichts verloren.“ Vor einiger Zeit hat das Sozialzentrum ein Kochbuch mit regionalen, einfachen und schmackhaften Produkten herausgegeben. Menschen aus der Bevölkerung haben begonnen uns zum Beispiel Beeren und Pilze zu bringen – einfach so, aus Liebe zu den Heimbewohnern. „Kocht man gesund und heimische, regionale Speisen, die die Heimbewohner von klein auf kennen, so bleibt der Kosteneinsatz relativ niedrig.“

Hausaufgaben sind noch zu machen

„Es muss das Ziel der Bauern sein, ihre Produkte noch marktgerechter zur Verfügung zu stellen“, schildert Bezirksbauernobmann LAbg. Josef Edenhauser auch Hausaufgaben, die die Bauern noch zu erfüllen haben. „Wir haben in den vergangen Jahren zahlreiche Initiativen gestartet, um Angebot und Nachfrage vor Ort zu bündeln“, so Edenhauser. „Heuer setzten wir den Spatenstich für die Käseschneide- und Packanlage in Schlitters und in einigen Bezirken gibt es gute Kooperationen mit Metzgern, die eng mit Küchenchefs und Bauern aus der Region zusammenarbeiten, damit bäuerliche Produkte so an die Großküchen geliefert werden und dort verarbeitet werden können“, schildert Edenhauser.

Diese Woche wird im Tiroler Landtag ein Antrag zur Stärkung heimischer Produkte in öffentlichen Tiroler Küchen beschlossen. „Ich erwarte mir, dass es zu einer einstimmigen Annahme des Antrages kommt“, so Edenhauser. Abschließend meint Bauernbunddirektor Peter Raggl: „Wir spüren zunehmend, dass sich die Bevölkerung klar zu Regionalität und unseren heimischen Bauern bekennt. Die Landtagsinitiative soll nun auch in den Großküchen des Landes bäuerliche Produkte forcieren. Es ist zwar zu begrüßen, dass der durchschnittliche Tiroler beim täglichen Einkauf auf Regionalität achtet, die großen Mengen werden aber in den Großküchen des Landes, der Gemeindeverbände und Gemeinden verkocht.“

Bild: Freuen sich über die gute Kooperation von Bauern und Gemeinden zum Wohle der Bewohner und Kindergärten (v.l.): Bauernbunddirektor Peter Raggl, Bezirksbauernobmann Josef Edenhauser, hauswirtschaftlicher Leiter des Sozialzentrums, Stefan Lechner, Bürgermeister Walter Astner und Bezirksbäuerin und LK-Vizepräsidentin Helga Brunschmid.

 
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