09.10.2017
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„Es war das emotionalste Projekt“

Nicht nur auf Zuspruch stieß der Speicherteich samt unterstützender Beschneiung am Kitzbüheler Horn. Die Bergbahn AG Kitzbühel lud am Samstag die Bevölkerung ein, sich selbst ein Bild zu machen.

Kitzbühel | Das Kitzbüheler Horn gelangte im Vorjahr in die Schlagzeilen, als die Bergbahn den Skibetrieb mittels unterstützender Beschneiung absicherte. „Es war nicht unser größtes Projekt, aber wohl das emotionalste“, resümiert Bergbahn Vorstand Josef Burger am Samstagvormittag. Eine Beeinträchtigung des Trinkwassers, ein massiver Eingriff in die Natur mit Wunden, die niemals verheilen werden und vieles mehr beschworen damals die Kritiker. „Besonders gestört hat mich, dass Verantwortungsträger des Tourismusverbandes gegen die Absicherung des Wintersports am Kitzbüheler Horn mobil gemacht haben“, blickt Burger zurück.

Grasziegel wurden wieder eingesetzt

Insgesamt wurden 12,9 Kilometer Feldleitungen für die Beschneiung verlegt – sichtbar ist davon nichts mehr. „Es wurde nicht einfach abgegraben und neu eingesät, sondern die Grasziegel entfernt und Stück für Stück, wo sie vorher waren, wieder eingesetzt“, erklärt Irmgard Silberberger, die die ökologische Bauaufsicht leitete.

Sehen Sie dazu auf unserem Fotos/Videokanal einen Beitrag der Bergbahn AG.

Dadurch, dass die Grasziegel wieder eingesetzt wurden, wird die Vegetation geschützt. „Die Kräuter und Pflanzen, die sich auf dieser Höhe angesiedelt haben, bleiben erhalten. Mit einer Saatmischung hätte man diesen Effekt nicht“, so Silberberger.

Woher kommt das Wasser?

Das Wasser pumpt die Bergbahn aus einem unterirdischen Absetzbecken aus dem Köglerbach. „Wie viel Wasser wir entnehmen dürfen, ist genau geregelt“, erklärt Bergbahn Vorstand Burger. Vom Speicherteich Hornköpfl fließt das Wasser in die Pumpstation beim See, wird dort gefiltert und über eine UV-Anlage zu Wasser mit Trinkwasserqualität aufbereitet.

Warum wurde nicht bis ins Tal beschneit?

100 Zapfstellen bieten Anschlussmöglichkeiten für die Schneeerzeuger am Horn. 30 Schneilanzen und 25 Schnei-Propeller sorgen für eine effektive Beschneiung. „Ich wurde auch oft gefragt, warum wir nicht bis ins Tal beschneien – das hat einen guten Grund: Es wäre einfach ökologisch unverantwortlich, in sonnenexponierten Lagen bis ins Tal zu beschneien“, klärt Burger auf.

Horn soll Schritt für Schritt attraktiver werden

Die Bergbahn AG Kitzbühel will mittel- und langfristig weiter in das Kitzbüheler Horn investieren. „Schritt für Schritt wollen wir das Horn attraktiver gestalten“, so Burger. Eine erste erfolgreiche Wintersaison mit unterstützender Beschneiung sei Beweis genug, wie wichtig es sei, das Kitzbüheler Horn vor allem für Einheimische, Genussskifahrer und Familien zu erhalten.

Der See mit seinem Niederwasserbereich ist mittlerweile zu einem Ausflugsziel geworden. Und so manchen Kritiker hat man im letzten Winter auch schon seine Schwünge am Horn ziehen sehen. Johanna Monitzer

Bild: Maximilian Koidl, Michael Hetzenauer, Christoph Hasenauer, Ulrich Aufschnaiter (hinten v.li.) sowie Irmgard Silberberger und Bergbahn Vorstand Josef Burger standen am Kitzbüheler Horn Rede und Antwort. Foto: Monitzer

 
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