02.07.2017
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Es wächst und gedeiht prächtig

Auf einem brachliegenden Gemeindegrundstück wird seit diesem Frühjahr gemeinschaftlich gegartelt. Neben Tomaten, Salat und Co. gedeiht auch das Miteinander.

St. Johann | Es sprießt und wächst überall, wenn man beim ersten interkulturellen Gemeinschaftsgarten in St. Johann vorbeikommt. 22 Einzelbeete und ein großes Gemeinschaftsbeet hat der Verein Inkuga in den letzten drei Monaten angelegt. „Man hat gesehen, was man zusammen alles schaffen kann“, freut sich Obmann Andreas Schramböck. Die Nachfrage nach den Beeten war groß – was auch den Vereinsobmann positiv überraschte. „Zuerst herrschte doch ein wenig Skepsis im Ort, ob es so einen Gemeinschaftsgarten überhaupt braucht“, erzählt Schramböck. Nun gibt es sogar eine Warteliste für die Einzelbeete. Beim großen Gemeinschaftsbeet kann man aber noch mitmachen.

Kultureller Austausch zwischen Salat und Co.

Wie der Name schon verrät, steht beim interkulturellen Garten aber nicht nur die Freude am Gärtnern im Mittelpunkt. „Der Garten soll das Miteinander zwischen den Kulturen fördern“, erklärt Schramböck. Im interkulturellen Garten greifen neben Einheimischen Menschen aus der Türkei, Kroatien, dem Irak, Afghanistan, Polen, Kanada und Deutschland miteinander zu Spaten und Schaufel. „Für Sozialschwache und Asylwerber haben wir das Projekt Beetpartnerschaft ins Leben gerufen, damit auch diese Menschen sich ein Einzelbeet um 30 Euro pro Jahr zuzüglich 20 Euro einmalige Kosten leisten können“, informiert der Vereinsobmann.

Die Afghanischen „Wannenbeete“

Das afghanische Ehepaar Ruhollah und Rahima, die in einer Asylunterkunft in St. Johann leben, haben ihr Beet nach der gängigen Methode in ihrer Heimat angelegt. „Wir schichten die Erde so, dass eine Wanne entsteht, damit sich das Wasser dort sammelt“, erklärt Ruhollah und zeigt seine Tomaten und Salatpflanzen. In Afghanistan regnet es nicht so viel, deshalb wird dort diese Methode angewandt. „Wir sind gespannt, ob er damit mehr Ernteertrag erzielt“, schmunzelt Schramböck.

Alte und rare Sorten werden angebaut

Dem Verein ist wichtig, dass auch alte Obst- und Gemüsesorten ihren Weg in die Beete finden. „Wir haben Unterstützung von der Arche Noah bekommen und pflanzen auch nicht so gängige Sorten an, wie z.B. die Etagenzwiebel, die nach oben wächst“, erklärt der Vereinsobmann. Die Gartenfreunde versuchen die Pflanzen auch weitgehend selbst zu ziehen. Der Anbau erfolgt rein biologisch, ohne chemische Hilfsmittel.

Der Verein finanziert sich aus den Mitgliedsbeiträgen, Spenden und Förderungen. „Dank der großartigen Unterstützung von heimischen Firmen, der Gemeinde, Nachbarn und Bürgern von St. Johann ist uns schon so viel gelungen“, freut sich Schramböck. Das brachliegende Grundstück stellte die Gemeinde mittels Bittleihe-Vertrag dem Verein kostenlos zur Verfügung.

Geplanter Brunnen lädt zum Verweilen ein

Als nächster Schritt wird der Tourismusverband am Ende des Gartens einen Brunnen installieren, der frei zugänglich ist. „Hier wollen wir dann ein paar Beerensträucher anpflanzen, damit jeder, der am Bankerl sitzt, ein paar Beeren naschen kann“, informiert der Vereinsobmann.  Jeder, der sich beim interkulturellen Garten engagieren möchte, ist herzlich willkommen. Der Verein freut sich über Sach- oder Geldspenden (AT23 2050 5000 0144 3274). Mitglieder werden noch aufgenommen. Das jüngste Mitglied des Vereins ist übrigens 5 Wochen alt – die Tochter von Ruhollah und Rahima aus Afghanistan. Johanna Monitzer

Bild: Die Mitglieder des Vereins Inkuga präsentierten dem Kitzbüheler Anzeiger stolz  bereits erste Ernteerfolge. Auch das Miteinander im ersten interkulturellen Gemeinschaftsgarten im Bezirk gedeiht zusehends. Foto: Monitzer

 
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