12.12.2016
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„Es gibt leistbares Wohnen“

Die Vorschläge der Liste UK für leistbares Wohnen kosten die Kitzbüheler Wohnungsreferentin Hedwig Haidegger nur ein Lächeln. „In der Gamsstadt wird viel für leistbaren Wohnraum getan“, erklärt Haidegger. Bei den Lösungsansätzen der Liste UK ortet die Obfrau des Wohnungsausschusses aber viele Fehler.

Kitzbühel | Verwundert über die Aussagen von Listenführer Thomas Nothegger zur Wohnungspolitik zeigt sich Wohnungsreferentin Hedwig Haidegger. „Als er den Arbeitsauftrag in der Causa Wohnung von der Stadt erhielt, legte er das Amt nach zwei Monaten zurück. Da hätte er die Möglichkeit gehabt, positive Impulse zu setzen“, sagt Haidegger und kritisiert die Rechnung von Nothegger: „Bei der Anzahl der leerstehenden Wohnungen müssen jene abgezogen werden, die noch in einem offenen Bauverfahren sind. Ebenso dürfen Dienstwohnungen oder Wohnungen mit Freizeitwohnsitzen ohne Meldung nicht dazu gezählt werden, ebenso nicht jene Wohnungen, die als Büro, Kanzlei oder Praxis genutzt werden. Ohne diese Wohneinheiten liegt der Wert der leerstehenden Wohnungen unter 1.000“, rechnet Haidegger vor.

400 Wohneinheiten in knapp zehn Jahren

„In den letzten zehn Jahren ist in Kitzbühel viel für leistbares Wohnen getan worden. Ingesamt 400 Wohneinheiten wurden geschaffen und die nächsten Projekte stehen vor der Umsetzung“, erklärt Haidegger: „2017 werden 17 neue Wohnungen in der Siedlung Badhaus fertig, 18 weitere in der Wohnanlage Burgstall folgen 2018. Zudem wird gerade ein neues Projekt für Einfang ausgearbeitet, bei dem die Miete unter fünf Euro pro Quadratmeter liegt.“ Der geschaffene Wohnraum in den letzten Jahren wirkt sich auch auf den freien Markt aus, denn durch das zusätzliche Angebot senken sich die Mietpreise.

Im Jahr 2015 wurden seitens der Stadt 32 Mietwohnungen und sechs Zimmer vergeben, im Jahr 2016 waren es 22 Mietwohnungen, eine Mietkaufwohnung, ein Reihenhaus und zwei Zimmer, die die Stadt vermittelt hat. „Einer Vermittlungsstelle im Rathaus kann ich nicht wirklich viel abgewinnen, denn dadurch werden die Wohnungen nicht wirklich billiger“, sagt Hedi Haidegger.

Ein melderechtliches Problem

Die Schaffung von mehr Hauptwohnsitzen, um die Gemeindekasse zu füllen, klingt zwar gut, jedoch ist es kaum möglich. Ein Tourismusort, wie Kitzbühel, hat viele Nebenwohnsitze. Diese werden aber nicht von Erholungssuchenden genutzt, sondern von jenen Personen, die nach Kitzbühel kommen, um während der Saison ihrem Beruf nachzugehen.

In der Gamsstadt gibt es 1.287 genehmigte Freizeitwohnsitze, die alle aus der Zeit der 1990er Jahre und davor stammen. Im Rahmen der Legalisierung, die bis 1995 möglich war, gab es noch weitere Widmungen, danach wurde kein neuer Freizeitwohnsitz in Kitzbühel vergeben. „Das gab es nicht mehr zur Zeit von Bürgermeister Horst Wendling und auch nicht unter Bürgermeister Klaus Winkler“, versichert Hedi Haidegger. Eine Umwidmung dieser 1.287 Freizeitwohnsitze in Hauptwohnsitze ist rechtlich gar nicht möglich, wie Haidegger berichtet.

Sie verweist auch noch auf eine Studie, die im Auftrag der Arbeiterkammer vor wenigen Jahren durchgeführt wurde. „Überall außerhalb Innsbruck kann das Projekt ‚Sonngrub‘ in Kitzbühel als Vorbild dienen wie Vertragsraumordnung von Gemeinden dazu genutzt werden kann, leistbares Bauland für Eigenheime zu schaffen“, lautet es in der Studie. Elisabeth M. Pöll

Bild: Die Aussagen von GR Thomas Nothegger will Wohnungsreferentin Hedwig Haid­egger so nicht im Raum stehen lassen. Foto: Pöll

 
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