11.11.2017
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Erneute Finanzspritze für Lift

Der Kirchdorfer Gemeinde­rat stimmte am Montag­abend einem Investitionszuschuss für das Skigebiet zu. Wenn auch nicht ohne emotionale Debatten.

Kirchdorf | Sobald das Wort „Lift“ im Sitzungssaal der Gemeinde Kirchdorf nur ausgesprochen wird, gehen die Wogen hoch – auch in der jüngsten Gemeinderatssitzung am Montagabend war das nicht anders. Der Geschäftsführer der Kirchdorfer Skiliftgesellschaft, Florian Schluifer und Bürgermeister Gerhard Obermüller baten die Mandatare inständig, doch noch einmal für das Skigebiet Geld locker zu machen.

Florian Schluifer hatte im Herbst des Vorjahres die Geschäfsführung der finanziell angeschlagenen Gesellschaft übernommen und sich mit vollem Elan in die Arbeit gestürzt. „Kostendeckend ist der Betrieb nicht zu führen“, räumte Schluifer in einer der letzten Sitzungen ein. Allerdings ist es ihm nach einem Jahr Arbeit bereits gelungen, die Abgänge deutlich zu senken.

Um das Skigebiet überhaupt zu retten, hatte nicht nur der Gemeinderat, sondern auch die Gremien des Tourismusverbandes als weiterer Eigentümer des Betriebes, vor zwei Jahren einer Entschuldung zugestimmt. Rund eine Million Euro flossen damals. Mit der Entschuldung, so erinnern sich die eingesessenen Mandatare, habe es damals geheißen, seien von Seiten der Gemeinde dann auch keine Zuschüsse für den Betrieb mehr notwendig.

Nichts mehr investiert

Doch, räumten Schluifer und Obermüller ein, sei es leider nicht so. „In den letzten zwei Saisonen ist nichts mehr investiert worden. Wir benötigen daher diesen Zuschuss, damit wir einige unserer Ideen umsetzen können“, erklärte Schluifer dem Gemeinderat. Und Obermüller meinte im Rahmen seiner Präsentation, „dass der Liftbetrieb zwar plus-minus-null zu führen ist, wir uns aber so keine Investitionen oder Revisionen leisten können. Ein regelmäßiger Kapitalzufluß ist daher unbedingt notwendig.“

Inzwischen haben sich die Lift-Verantwortlichen einen externen Berater zu Hilfe geholt, der den Betrieb im kommenden Winter genauestens unter die Lupe nimmt. Im Frühling 2018 soll eine komplette Analyse über die Gesellschaft vorliegen.

Obermüller und Schluifer legten dann ihre Vorschläge zur Finanzierung des Zuschusses vor. Insgesamt sollen 270.000 Euro in den Betrieb fließen. 70 Prozent dieser Summe übernimmt die Gemeinde, 30 Prozent der Tourismusverband. Das sei auch mit den Verantwortlichen bereits abgeklärt, so Obermüller.

Kein Sesselliftverkauf

Die emotionalen Debatten blieben nicht aus. Erneut brachte GR Hans Oberleitner den Vorschlag auf den Tisch, den Sessellift zu verkaufen und so Geld für die anderen Lifte zu lukrieren. Doch davon wollen die Mandatare nichts wissen. „Es kann aber auch nicht endlos so weitergehen“, war der einhellige Tenor. „Wir brauchen ein klares Bekenntnis für unsere Anlage. So können wir sicher nicht weiterwursteln“, betonte Schluifer.

Die Mandatare waren sich aber einig „dass man dem Geschäftsführer die notwendige Zeit und das Geld geben muss, etwas umsetzen zu können.“ Mit einer Enthaltung stimmte der Gemeinderat der Finanzspritze in Höhe von 189.000 Euro, die heuer und nächstes  Jahr ausbezahlt wird, zu. Margret Klausner

 
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