31.07.2017
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Eine touristische Strategie fehlt

Eine strategische Ausrichtung von Kitzbühel Tourismus mit genauen Analysen der Marktentwicklung und der Urlaubstrends sind für Sebastian Witzmann unverzichtbar.

Kitzbühel | Trotz der steigenden Nächtigungszahlen nimmt die Aufenthaltsdauer der Touristen rapide ab. Die Ursache dafür kennt Sebastian Witzmann. „Mit künstlichen Events werden zwar die Nächtigungszahlen nach oben geschraubt, die Dauer sinkt aber weil der Besuch der Society-Events für viele eher als Pflicht angesehen wird. Es hat sich ein gesellschaftlicher Wandel vollzogen. Früher wurden die Veranstaltungen für einen einwöchigen Urlaub genutzt, jetzt wird der Besuch Kitzbühels fast schon als Pflicht angesehen,“ erklärt Witzmann. Warum die Besucher kommen sind geschäftliche Gründe oder weil sie ihr Konterfei in irgendeiner Zeitung sehen wollen. Der Besuch derartiger Veranstaltungen wird zum „Muss“ und daher reist man auch nur zeitgerecht für die Veranstaltung an und verlässt die Gamsstadt im Anschluss wieder schnell. „Die Zahl der Nächtigungen ist zwar am Steigen, jedoch ist die Rentabilität im Sinken“, erklärt Witzmann.

Sebastian Witzmann, der derzeit Mitglied des Aufsichtsrates von Kitzbühel Tourismus ist, will bei den Wahlen am 20. November antreten. „Es werden derzeit Gespräche in allen drei Stimmgruppen geführt. Es ist ein ergebnisoffener Prozess“, erzählt Witzmann, der selbst nicht unbedingt an der ersten Stelle stehen muss. „Es geht mir darum, dass endlich Bewegung rein kommt und eine konstruktive Sacharbeit geleistet wird.“ Die Verantwortung sollte seiner Ansicht nach vom gesamten Vorstand und dem Aufsichtsratsvorsitzenden sowie dessen Stellvertreter getragen werden, die sich auch die Aufgaben teilen sollen.

Kitzbühel braucht eine touristische Strategie

Als dringend notwendig bezeichnet Sebastian Witzmann die Formulierung einer Strategie für Kitzbühel Tourismus. „Die Geschäftsführung sollte gemeinsam mit den Mitgliedern die Strategie für die nächsten Jahre und auch die geplanten Schritte für deren Erreichung festlegen“, denkt Sebastian Witzmann an die Zukunft. Wichtig dabei ist ihm, dass in einem solchen Prozess die Mitglieder eingebunden werden, denn sie müssen schließlich auch die Richtung mittragen. Der Tourismus in Kitzbühel braucht dringend eine Strategie, um nicht ähnlich wie Cortina D‘Ampezzo oder Gas­tein Schiffbruch zu erleiden.

Zudem vermisst Sebastian Witzmann eine genaue Analyse des Marktes. „Der Markt und der Mensch verändern sich laufend. Auf diese Veränderungen muss eingegangen werden, um auch in Zukunft erfolgreich sein zu können“, sagt Witzmann.

Parallelwelten vermeiden

Kitzbühel wieder als Sport- und Ferienregion zu positionieren mit einem authentischen und lebensnahen Image, das ist eines der Ziele von Sebastian Witzmann. Wichtig ist ihm dabei auch, dass nicht nur die touristischen Betriebe, sondern auch die Wirtschaftstreibenden und vor allem die Bevölkerung wieder hinter dem Tourismus stehen. „Wir müssen die Betriebe und die Bevölkerung wieder zum Tourismus bringen“, sagt Witzmann. Eines liegt dem Touristiker noch sehr am Herzen: Kitzbühel wieder als Sport- und Ferienort zu positionieren und nicht mehr nur als einen Treffpunkt der Reichen und Schönen, die die Gamsstadt eigentlich nur rein aus Prestige aufsuchen. Elisabeth M. Pöll

 
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