30.12.2020
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Eine große Tiroler Volkskrippe

Der Museums- und Kulturverein erneuert umfassend und sachgerecht die hundertjährige Tiroler Krippe.

St. Johann | Die Kirche zu Spital auf der Weitau war in der Weihnachtszeit über Jahrzehnte ein Ausflugsort für Familien. Das Ziel war die vor etwa hundert Jahren geschaffene große Krippe im Vorraum der Filialkirche. Zur bleibenden Erinnerung an das festlich gefeierte Jubiläum „750 Jahre Spital“ (2012) wurde beschlossen, den desolaten Krippenberg zu erneuern und die vermutlich gestohlenen Figuren zu ersetzen. Diese umfassende Arbeit übernahm ein fachlich kompetentes Team des Museums- und Kulturvereins St. Johann, das zuerst den Krippenberg, den Hintergrund und den Kasten sicherte, umgehend aber auch Figuren in Auftrag gab. Alle Aufgaben werden mit Fleiß und im Bemühen erledigt, die ungewöhnliche Volkskrippe  so zu erneuern, wie sie vor hundert Jahren war.

Bekannte Tiroler Volkskünstler
Kurz nach seiner Übersiedlung in die Weitau (1919) beauftragte Benefiziat Jakob Hirzinger zwei der bekanntesten volkstümlichen  Tiroler Krippenkünstler mit der Gestaltung der Krippe. „Krippenvater“ Johann Seisl in Wörgl schuf den Berg und die meisten Figuren, Franz Pernlochner in Thaur den Hintergrund. Der Museumsverein verfolgte das Ziel, nicht eine „schöne neue“ Krippe zu schaffen, sondern ein Musterbeispiel aus dem Anfang des 20. Jahrhunderts zu erhalten.

Ein junger Schnitzer ergänzt
In Wolfgang Falkner in Axams wurde ein Schnitzer gefunden, der im Stile Seisls arbeitet. Er liefert seit 2013 jährlich einige Figuren. Die Finanzierung des Vorhabens erfolgt durch freiwillige Spenden. Diesmal hat Falkner die „Reiterei“ um ein Pferd, das von einem Pferdeknecht geführt wird, ergänzt. Nach zwei Kamelen gibt es nun in der Weitau neben den Schulpferden der Lehranstalt auch ein königliches Pferd.

Auch für die Restaurierung des Hintergrunds wurde in Franz Niederhauser (Thaur) ein Fachmann gefunden. Beachtenswert ist die erneuerte „Krippenbotanik“, das Ergebnis fleißiger Sammelarbeit. Lisi Dummer, Irmgard Silberberger und Geschäftsführer Peter Fischer waren wie gewohnt im Einsatz. Ungeachtet der Einschränkungen durch die Pandemie steht die Weitauer Krippe bis zum Fest Maria Lichtmess (2. Februar) im Vorraum der Kirche, die untertags geöffnet ist. Ab dem Dreikönigstag (6. Jänner) ist die volle Pracht zu bestaunen. H.W.

Bild: Ross und Knecht sind die neuen Figuren in der Weitauer Krippe. Foto: Kogler

 
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