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23.09.2019
News  
 

Eine emotionale Diskussion

Westendorf und seine Schwimmbadpläne – eine fast schon unendliche Geschichte. Derzeit scheint man auf einem guten Weg zu sein, doch die Gedankenspiele mit einem See am Innsbrucker Areal kommen nicht bei jedem gut an. Bei der Gemeindeversammlung wurden die drei möglichen Varianten sowie der Entstehungsprozess präsentiert.

Westendorf | Vor der Gemeindeversammlung formulierte der Westendorfer Gemeinderat seine Absichtserklärung – am Innsbrucker Areal ein neues Schwimmbad bzw. einen neuen Badesee zu errichten. Bei der Gemeindeversammlung vergangene Woche wurde nun der Prozess zur Standortfrage sowie die Entscheidungsfindung den Bürgerinnen und Bürgern vorgestellt. Drei mögliche Standorte wurden ausgearbeitet: das bisherige Schwimmbad (Sanierung), bzw. Neubauten am Ebenbichler Feld oder am Innsbrucker Areal. Mit einem Punktesystem wurde der beste Standort ermittelt – und hier stellte sich wie bereits berichtet – das Innsbrucker Areal als optimale Lösung heraus.

Freizeitanlage am Innsbrucker Areal
In einer Sache ist man sich in Westendorf einig: Die Gemeinde sollte das Areal von der Stadt Innsbruck ankaufen. Doch so einfach geht das wiederum nicht, denn die Stadt Innsbruck will, um überhaupt die Verhandlungen aufzunehmen, genau wissen, was mit dem Areal passiert. Aus diesem Grund verfasste der Gemeinderat in seiner letzten Sitzung eine Absichtserklärung und mit dieser sowie der Liegenschaftsbewertung aus dem Jahr 2015 werden nun die Verhandlungen geführt. Der Wert des Grundstücks wird in dem Schriftstück mit 6,2 Millionen Euro beziffert. Die Kosten für den Bau einer 365-Tage-Anlage – die Ganzjährigkeit bezieht sich aber nicht auf die Badeanstalt, sondern auf die Freizeitanlage – werden auf 14 Millionen geschätzt. Damit sind die geschätzten Kosten für den Favoriten doppelt so hoch wie jene für das Ebenbichler Feld. Die Sanierung des Schwimmbades wurde auf vier Millionen Euro geschätzt.

Touristische Doppelmoral
Seitens des Ortsausschusses des Tourismusverbandes gab es eine klare Absage für den bisherigen Standort – man kann oder will sich die Kosten für den Abgang nicht mehr leisten. „Der Ortsausschuss kam zu der Entscheidung, dass wir beim Schwimmbad aussteigen, wenn es ein besseres Projekt gibt. Die Abgänge im Schwimmbad sind nicht mehr leistbar, die belaufen sich auf 10 bis 13 Prozent unseres Budgets“, erklärt Ortsstellenleiter Stephan Bannach in der Gemeindeversammlung. Entscheidet sich die Gemeinde aber für das Projekt am Innsbrucker Areal und lässt sich auch ein Deal mit der Stadt Innsbruck einfädeln, wäre die Ortsstelle des Tourismusverbandes wieder mit an Bord.
Bei der Fusion der Tourismusverbände zum Großverband im Jahr 2006 schenkte der TVB Westendorf der Gemeinde seine Anteile am Schwimmbad und hielt in der Schenkungsurkunde fest, dass die Sanierung des Bades bis 2008 fertiggestellt sein muss. Nach einigen Fristenverlängerungen ließ man diese irgendwann verstreichen. Ansprüche wird die Ortsstelle Westendorf keine stellen, denn dann wären die Ortsstellen Brixen und Kirchberg automatisch Mitbesitzer.

Freizeitanlage bringt zusätzlichen Verkehr
Der Verkehr im Dorf soll ein Ende haben – darin waren sich die Westendorfer im Mai noch alle einig. Ein Verkehrskonzept wurde im Mai präsentiert, einige Wünsche, Anregungen und Verbesserungen wurden anschließend eingearbeitet. „Doch wurde in diesem Verkehrskonzept auch die neue Freizeitanlage einbezogen?“, fragte ein Hotelier. Dies war nicht wirklich der Fall, wie Gemeinderätin Christine Schermer bestätigte und führte auch an, dass man sich die Situation genau anschauen müsse, denn der Besucher der Freizeitanlage würde genau jene Straße nützen, deren Anrainer jetzt schon am meisten vom Verkehr geplagt sind. Ob im Zuge der Errichtung der Freizeitanlage eine Umfahrung des Dorfes oder eine zusätzliche, dritte Anbindung von der Bundesstraße aus kommt, ist noch offen.
Gedanken wird man sich in Westendorf nicht nur über die Freizeitanlage machen, sondern auch über die Zufahrt, die am Tee 1 des Golfplatzes vorbeiführt.
Bei der Präsentation schwärmte der Projektbegleiter vom ganzjährigen Betrieb am Kitzbüheler Schwarzsee und nahm dies als Beispiel für die Nutzung in Westendorf. Die Frequenz des Schwarzsee wird man in Westendorf aber wohl nie erreichen: „Ich gehe jeden Tag am Innsbrucker Areal spazieren,  das ist ein sehr schattiger Bereich“, kommentierte eine Besucherin die Standortwahl. Elisabeth M. Pöll

Wohin der Weg für das Westendorfer Schwimmbad führen wird, wird die Zukunft weisen. Bei der Gemeindeversammlung wurde ausführlich über dieses Thema diskutiert. Foto: Pöll

 
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