01.02.2017
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Eine Mama für den Notfall

Was tun, wenn das Kind krank ist und keiner für die Betreuung einspringen kann? Hier helfen die „Notfallmamas“ unbürokratisch und schnell.

Bezirk | Kinder halten sich an keine Büro- oder Arbeitszeiten, wenn sie krank werden.  Ohne wohlgesonnene Arbeitgeber oder andere Betreuungspersonen, wie die Großeltern, die sich kurzfristig um die kleinen Patienten kümmern können, kann eine Erkrankung schnell zu einer immensen Belastung werden. Hier setzt nun der gemeinnützige Non-Profit-Verein „Kompetente individuelle Betreuung“ kurz KIB mit der Initiative „Nofallmamas“ an.  

Der Verein organisiert eine Mama auf Zeit, die sich kurzfristig um erkrankte Kinder kümmert. „Eine Notfallmama kann für maximal drei Tage pro Krankheit angefordert werden“, erklärt Brigitte Angerer Landeskoordinatorin für Salzburg, Tirol und Vorarlberg. Um einen Mitgliedsbeitrag von 14,50 Euro können Eltern das Angebot des Vereins nutzen.

Unbürokratische und schnelle Unterstützung

Tirolweit gibt es rund 30 Mamas für den Notfall. Im Bezirk Kitzbühel sind die Notfallmamas noch relativ unbekannt. „Derzeit haben wir drei Notfallmamas im Bezirk Kitzbühel gelistet“, informiert Angerer. Eine davon ist Claudia Pali. Seit 2006 engagiert sich die St. Johannerin ehrenamtlich als Notfallmama beim Verein KIB. „Ich habe damals eine Anzeige im Internet gelesen und mich gemeldet“, erzählt sie. Pali hat selbst noch keine Kinder, ist aber stolze sechsfache Tante und mehrfache Patentante. „Ich mag Kinder und engagiere mich gerne sozial“, erklärt sie. Pali hat schon etliche Einsätze als Notfallmama absolviert. „Die Kinder sind froh, wenn jemand da ist und ihnen Aufmerksamkeit schenkt. Ich lese ihnen vor, koche Tee und kümmere mich einfach um die Kleinen“, erzählt Pali. Die St. Johannerin arbeitet für die FPÖ im örtlichen Gemeinderat und führt ein Unternehmen. „Das Gute an der Initiative ist auch, dass es kein Muss ist, wenn man keine Zeit für einen Einsatz hat, ist das auch kein Problem“, erklärt Pali.

„Notfallmamas brauchen Herz und Hirn“

Welche Voraussetzungen muss man als Notfallmama mitbringen? „Wir treffen uns vorab mit den Notfallmamas zu einem Gespräch, wo alles erklärt wird.  Man braucht eigentlich nur Herz und Hirn“, erklärt Landeskoordinatorin Angerer.  

Die Notfallmamas stellen ihre Zeit komplett ehrenamtlich oder gegen eine kleine Aufwandsentschädigung zur Verfügung. Die Eltern zahlen neben dem Mitgliedsbeitrag auch die kleine Aufwandsentschädigung für die Mama auf Zeit, wobei auch hier auf soziale Verträglichkeit geachtet wird. „Die bezahlte Entschädigung wird in vielen Fällen zurückerstattet, hier gehen wir nach sozialen Kriterien vor“, erklärt Angerer.

Angebot gilt auch für erkrankte Mütter

Das Angebot gilt seit Kurzem auch für erkrankte Mütter oder Väter, die Unterstützung bei der Kinderbetreuung brauchen. „Die familiären Strukturen haben sich geändert. Erkrankt ein Alleinerziehender ist das ein großes Problem. Auch dieses Angebot wird immer stärker nachgefragt“, erklärt Angerer.

Notfallmamas werden noch gesucht

Im Bezirk Kitzbühel werden noch Notfallmamas gesucht. „Jeder, der Interesse hat, kann sich melden. Wir sind froh, um jede Unterstützung“, so Angerer.
Johanna Monitze, Bild: Foto: pixelio/Hainz

Daten & Fakten

Bezirk | Der Verein KIB organisiert Notfallmamas für erkrankte Kinder sowie Mütter oder Väter. Um einen Mitgliedsbeitrag von 14,50 Euro pro Monat können Eltern das Angebot einer Notfallmama nützen. Unter der Hotline 0644 6 20 30 40 kann Tag und Nacht eine Mama angefordert werden. Die Betreuung kann tageweise oder auch stundenweise erfolgen.
Wer sich als Notfallmama engagieren möchte, kann sich bei Brigitte Angerer unter der Tel.: 0664 6 20 30 25 melden. Mehr Informationen zum Verein und der Initiative Notfallmamas unter www.kib.or.at.

 

 
Kontakt
Tel.: +43 (0) 5356 6976
Fax: +43 (0) 5356 6976 22
E-Mail: info@kitzanzeiger.at
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