06.04.2018
News  
 

Eine Finanzspritze für die Bergbahn

Hochfilzen, St. Jakob und St. Ulrich zahlen jährlich bis zu 155.000 Euro an die Bergbahn Pillersee. Nicht alle St. Ulricher Gemeinderäte sind mit dem Fördervertrag einverstanden.

Pillerseetal | Die Erwartungen an die Pletzer Gruppe, die im vergangenen Herbst die Bergbahn Pillersee gekauft hat, sind groß. Die heimische Unternehmensgruppe, mit Sitz in Hopfgarten, soll die Buchensteinwand vor allem im Winter wieder attraktiver machen. Um den Skibetrieb abzusichern, müssen einige Millionen Euro in die Hand genommen werden.

Schon bisher zahlten die drei angrenzenden Gemeinden Hochfilzen, St. Jakob und St. Ulrich jährlich einen Finanzzuschuss an die Bergbahn. Mit der Übernahme der Pletzer Gruppe und den damit einhergehenden Investitionsvorhaben werden die Gemeinden aber nun auch stärker zur Kasse gebeten. Bis zu 155.000 Euro pro Jahr (die doppelte Summe wie bisher) wollen die drei Gemeinden insgesamt jährlich, zweckgebunden an Investitionen und Baufortschritt, in den nächsten 15 Jahren zuschießen. Hochfilzen wird es mit 32.750 Euro treffen, St. Jakob mit 35.750 Euro und St. Ulrich mit 86.500 Euro.

Diskussion um Aufteilungsschlüssel

Das Vertragswerk sorgte beim größten Zahler St. Ulrich für heftige Diskussionen im Rahmen der Gemeinderatssitzung. GR Klaus Pirnbacher (Wir Nuaracher für St. Ulrich) stimmte dem Vorgang aufgrund des Aufteilungsschlüssels nicht zu. Laut Vertrag werden die 2016 an die Bergbahn bezahlten Beträge verdoppelt. „St. Jakob hat in den Vorjahren die Indexanpassung nie vorgenommen, deshalb stimmt der Ausgangsbetrag nicht. Es geht hier in Summe um immerhin 75.000 Euro“, erklärt Pirnbacher. Er könne diese Ungerechtigkeit gegenüber den Bürgern nicht rechtfertigen.

Vollbeschneiung nicht im Vertrag fixiert

Auch Gemeindevorstand Leonhard Fischer (Gemeinsam für St. Ulrich) lehnt den Vertrag in dieser Form ab. Ihm fehlt eine konkrete Absichtserklärung der Vollbeschneiung. „Die anderen Gemeinden haben sich Beschneiungen etc. genau zusichern lassen. Die Abfahrt Nr. Zwei muss technisch so ausgestattet werden, dass eine Vollbeschneiung möglich ist – das muss im Vertrag drinnen stehen“, veranschaulicht Fischer.

Bergbahn Prokurist Thomas Wörgötter beschwichtigte: „Wir werden alles mögliche tun, um eine Vollbeschneiung zu schaffen. Eine Garantie können wir aber nicht geben.“ Der Aufteilungsschlüssel sei hingegen Sache der Gemeinden, hier mische sich die Pletzer Gruppe nicht ein. Bürgermeisterin Brigitte Lackner (Wir Gemeinsam für St. Ulrich) verwies auf die Wichtigkeit der Investitionen: „Wir müssen uns bewusst sein, dass mit der Übernahme der Pletzer Gruppe die Wirtschaftskraft steigt und was passiert, wenn jetzt abgebrochen wird.“ Die Abstimmung fiel schlussendlich 11:2 für das Vertragswerk aus.

Hochfilzen und St. Jakob einstimmig dafür

Ganz anders liefen die Abstimmungen in Hochfilzen und St. Jakob ab. Hier sprach sich jeweils der gesamte Gemeinderat für den Fördervertrag aus.

Der Hochfilzener Bürgermeister Konrad Walk spricht von einem Vertrag auf Augenhöhe: „Für uns als Gemeinde ist es wichtig, dass der Skibetrieb besonders für unsere Kinder erhalten bleibt, die Pletzer Gruppe sichert uns die Betriebspflicht zu.“ Sein Kollege Leonhard Niedermoser aus St. Jakob betont: „Die Stimmung im Gemeinderat ist positiv. Es ist für uns wichtig, dass das Skigebiet erhalten bleibt und Investitionen, die nicht nur für die Gäste sondern auch für die Einheimischen sind, getätigt werden.“

Die Buchensteinwand soll ausgebaut werden

Die Pletzer Gruppe möchte u.a. die Beschneiung und diverse Pisten verbessern sowie neue Aufstiegshilfen errichten. Auch ein Hotel ist im Gespräch. Als erste große Investition möchte man 2019/2020 mit dem Bau des Speicherteiches beginnen. In einer ersten Offensive will die Pletzer Gruppe rund 13 Millionen Euro in die Bergbahn  Pillersee investieren.  
Johanna Monitzer 

Bild: Bis zu 155.000 Euro pro Jahr, zweckgebunden an Investitionen und Baufortschritt,  schießen die Gemeinden der Bergbahn Pillersee in den nächsten 15 Jahren zu. Fotomontage: Kitzbüheler Alpen Pillerseetal /Kitzbüheler Anzeiger

Außerdem
Wie viel zahlt der TVB?
Pillerseetal | Auch vom Tourismusverband möchte die Pletzer Gruppe einen finanziellen Zuschuss für die Investition bei der Bergbahn Pillersee. Eine Erhöhung der Kurtaxe, wie bereits in Fieberbrunn aufgrund des Zusammenschlusses mit dem Skicircus stattfand, steht im Raum. TVB Geschäftsführer Armin Kuen berichtet, dass der Verband erst ganz am Anfang mit den Vertragsverhandlungen steht: „Es gibt ein Ansuchen mit Wünschen und auch einen Vertragsentwurf, der von der Tourismusabteilung des Landes geprüft wird.“

Bis zur Vollversammlung im Herbst will man die Verhandlungen abgeschlossen haben. „Realistisch gesehen wird es eine Entscheidung erst bei der Vollversammlung im Herbst geben“, so Kuen. jomo

 
Kontakt
Tel.: +43 (0) 5356 6976
Fax: +43 (0) 5356 6976 22
E-Mail: info@kitzanzeiger.at
Virtuelle Tour
Rundblick - Virtual Reality
Werbung
 
Zurück Suchen Fotos Gemeinde Facebook