26.01.2019
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Eine Fahrt für die Ewigkeit

Stephan Eberharter, der vor genau 15 Jahren die Streif in eindrucksvoller Art und Weise bezwungen hat, spricht im folgenden Interview über die Wertigkeit dieses Hahnenkammsieges, Verletzungen und die Entwicklung des Skisports im Allgemeinen.

Stephan, Du hast mit Deiner Siegesfahrt 2004 den Zuschauern einen unvergesslichen Moment geschenkt, wie ist der Triumph von damals in deiner Karriere einzuordnen?
Zu Beginn meiner Karriere war die Abfahrt überhaupt kein Thema. Ich kam über Riesentorlauf und Super-G in den Weltcup und konnte ja auch dort meine ersten Erfolge feiern. Erst nach meiner Verletzung und dem Neustart über den Europacup kam ich zur Abfahrt und holte mir dort einen Fixplatz für den Weltcup in der Abfahrt. Dadurch hat für mich der Sieg auf der Streif einen hohen Stellenwert, auch wenn natürlich die Erfolge bei den Groß­ereignissen noch höher zu bewerten sind. Vergleichend sind jedoch die wertvollsten Titel die beiden Gesamtweltcupsiege, wo man natürlich die gesamte Saison stark fahren muss.

Du hast den verletzungsbedingten Neustart im Europacup schon angesprochen. Wie war die Zeit der Rehabilitation für Dich von der mentalen Seite betrachtet?
Mental war ich von meiner Jugend an sehr gefestigt, wusste in meinen ersten Erfolgen (Doppelweltmeister 1991) sehr wohl, dass auch schlechtere Seiten kommen können, auch wenn man nie mit einer Verletzung rechnen kann. Die gesunde Mischung von Ehrgeiz und Geduld waren wichtig, um nicht zu früh wieder zu beginnen. Auch wenn mein Motto immer war: „Wenn ich was mache dann gescheit!“

Wie stehst du zur Entwicklung im Skisport auf dem Materialsektor in Verbindung mit vermehrten Knieverletzungen?
Da hat sich die letzten zwei Jahrzehnten natürlich sehr viel getan. Allein die Technologie des Carvers in Verbindung mit der Umstellung der Technik geht sehr auf die Gelenke. Wurden früher Schwünge noch „angerutscht“, so wird heute der Schwung nur noch auf der Taillierung durchgezogen. Die dadurch entstehenden Kräfte sind kaum vorstellbar, es kommt sogar zu Bänderrissen ohne Sturz. Wie sich die Überbeanspruchung im Alter noch auswirkt, wird man erst sehen, denn die „Carvinggeneration“, die vom Kindesalter an mit dem Material fährt, kommt erst jetzt in das Alter der Skipension. Persönlich hatte ich das Glück, dass für mich die Umstellung auf das neue Material erst im Alter von 27 Jahren erfolgte – dadurch zwickt es mich auch nirgends.

Was macht Stephan Eberharter heute abseits der Pisten und des Skisports?
Im Sommer mache ich viele Ausfahrten mit dem Rad, ansonsten findet man mich auch auf diversen Golfplätzen wieder. Beruflich bin ich viel als ‚Testimonial‘ für meine ehemaligen Sponsoren unterwegs.

Wie sehr bist Du dem Skisport noch verbunden?
Ich verfolge den Weltcup der Herren im Fernsehen durch meine Tätigkeit als Kolumnist – verstärkt Super-G und Abfahrt. Live vor Ort bin ich selten, aber Kitzbühel werde ich besuchen, auch für eine Charity-Streckenbesichtigung der Streif, die der KSC veranstaltet. Privat bin ich sehr viel auf den Pisten zu finden, einfach um Spaß zu haben.
Alex Gogl

 
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