24.03.2017
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Ein lebensfroher Kitzbüheler

Josef (Pepi) Bodner: Sein Optimismus und seine Lebensfreude sind ansteckend. Der Exkapitän der „Gänsbach-Marine“ vollendete das 90. Lebensjahr

Kitzbühel |  Der „Neunziger“ ist ihm nicht anzusehen, denn Pepi Bodner blickt auf ein ungewöhnlich aktives Leben zurück und überzeugt mit seinem Lebensoptimismus.
Er plädiert dafür, unter die Leute zu gehen und meidet – gesund und zufrieden – nach dem Tod der  Gattin Leni nach 53 Jahren Ehe die Einsamkeit.

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Pepi Bodner ist eine Kitzbüheler Institution geworden, sein Langzeitgedächtnis wahrt die Erinnerung an eine glückliche Kinderzeit, die Erfüllung  als Unternehmer und Familienvater und die Erfolge in verschiedenen Sportdisziplinen sowie  ein Leben mitten in Kitzbühel.

Die Familie Bodner kam aus Taisten im Pustertal nach Kitzbühel, Michael Bodner hatte sich zur Auswanderung aus dem italienisch gewordenen Land entschlossen, kaufte ein Geschäfts- und Wohnhaus in der Unteren Gänsbachgasse und eröffnete 1920 ein Kolonialwarengeschäft mit Farbenabteilung. Daraus wurde dann für Jahrzehnte „Farben Bodner“. Ein Sohn führt weiter einen Malerbetrieb.

Glückliche Kindheit in der Gänsbachgasse

Die Familie Michael Bodner hatte fünf Kinder. Der Sohn Helmut fiel 1943 in der Ukraine, die Tochter Erna, verheiratete Koppelmann, baute mit ihrer Familie einen eigenen Betrieb auf, ebenso der Bruder Hubert, der ab 1952 die Pfleghofdrogerie führte. Der jüngere Bruder Siegfried, ursprünglich Gärtner, arbeitete über Jahrzehnte bei „Farben Bodner“ mit.

In der Kindheit von Pepi ­Bodner war der Lebensbereich knapp außerhalb der Altstadt ein Paradies für etwa 20 Kinder. Auf der Straße hinderte das Treiben der Kinder nur gelegentlich ein Fuhrwerk auf der Schotterstraße. Der Gänsbach  war ein zwar gefährlicher, aber beliebter Spielbereich. Der mutige Pepi war zwischen dem Durchlass Pirchlstraße und  der Einmündung in die Ache  Kapitän der „Gänsbach. Marine“.

Kaufmann schon im Gefangenenlager

Zwei Monate vor dem Erreichen des 18. Lebensjahres wurde Pepi Bodner zur Wehrmacht einberufen. Bei Kriegsende geriet er in Gefangenschaft, schließlich schlug er sich von Ostfriesland bis Innsbruck durch, wo er im April 1946 entlassen wurde. In der Gefangenschaft betätigte sich Bodner als Schwarzmarkthändler, der zur Bewältigung des Arbeitsumfangs einen Kollegen aus dem Lager aufnehmen musste.

Im Jahr 1950 war er in der Vereinigung der vorausschauenden Unternehmer, die mit dem „Kitzbüheler Anzeiger“ eine Bezirkszeitung begründeten. Nun ist Bodner, der damals erst 23 Jahre alt war,  das letzte Gründungsmitglied.

Auswanderungspläne verworfen

Bodner entwickelte verschiedene Zukunftspläne. Er war kurz Skilehrer noch bei Sepp Sailer, wälzte mit Raimund Wurzenrainer Auswanderungspläne nach Australien, von denen ihn sein konsequenter älterer Bruder abbrachte.

Das Skifahren hat er nie aufgegeben, mit 87 Jahren startete er zuletzt bei der KSC-Meisterschaft. Nun ist ihm die Alterskonkurrenz zu dünn. Sommersport Nr. 1 war lange Tennis. Bodner gehörte der „Rebellengruppe“ an, die die Trennung vom Einshockeyclub durchkämpfte. Die Familie Bodner stellte und stellt nicht nur Funktionäre, Pepi errang auch viele Pokale. Nach 45 Jahren war aus gesundheitlichen Gründen Schluss.

Scheibenschütze und Golfer

Erweitert wurde das Sportprogramm durch die Einheirat in die Schützenfamilie Peter Egger. Die Gattin Leni war auf den KK-Ständen eine ebenbürtige Partnerin, im Luftgewehrschießen aber noch besser. Eine Vielzahl von Pokalen erinnert an eine Blütezeit des Kitzbüheler Schützenwesens. Stolz ist Pepi Bodner auf den Sieg beim Jubiläumsschießen 700 Jahre Stadt Kitzbühel (1971),   er hat es überwunden, dass es nie ganz zum Schützenkönig gereicht hat.

Die schönste Sommersportbetätigung des Seniors wurde das Golfspiel, vorwiegend auf dem Kapser Platz.

Die Firma führte Pepi Bodner bis ins 72. Lebensjahr. Beim familienintern vereinbarten Verkauf legte er Wert darauf, dass die  Angestellten übernommen wurden. Mit einem Wohnhaus am Stadtrand sicherten sich Leni und Pepi Bodner einen lebenswerten Alterssitz.

Glücklich machen Pepi ­Bodner die vier Kinder  Helmut, Petra und Markus in Kitzbühel und Nina in Meran – mit ihren Familien und sieben Enkeln. Dem Mitgründer des „Kitzbüheler Anzeigers“ die besten Wünsche für ein glückliches Älterwerden. H.W.

 
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