12.07.2016
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Ein ganzes Dorf plant eine Siedlung

In der letzten Woche wurden Ideen gesammelt, diskutiert und geplant. Ganz Oberndorf beteiligt sich an der Erweiterung der Dorfbachsiedlung.

Oberndorf | Was normalerweise im stillen Kämmerlein passiert, wird in Oberndorf bewusst nach Außen getragen. „Bereits in unserem Leitfaden 1995 haben wir festgeschrieben, dass das Dorf mithilfe der Bürger weiterentwickelt werden soll. Zwanzig Jahre später haben wir ein ehrgeiziges Projekt gestartet“, erklärt Bürgermeister Hans Schweigkofler. Konkret handelt es sich dabei um die Dorfbachsiedlung, die in den kommenden Jahren erweitert werden soll.

Der Tiroler Bodenfonds und die gemeinnützige Siedlungsgenossenschaft WE haben die 15.000 Quadratmeter große Fläche erworben. Den Architekturwettbewerb hat das Büro „Kleboth - Lindinger - Dollnig“ gewonnen. Gerhard Dollnig und Andreas Kleboth sind auch diejenigen, die den Bürgerbeteiligungsprozess, eine sogenannte Charette, leiten.

„Diese Methode stammt aus Amerika und wir haben schon sehr gute Projekte damit erarbeitet“, erklärt Kleboth. In der letzten Woche richteten die beiden Architekten ein offenes Büro in den Räumlichkeiten des ehemaligen Hotel Lindner im Ortszentrum von Oberndorf ein.

Jeden Abend wurden andere Experten u.a. aus dem Bereich Verkehrsplanung, Raumplanung oder Landschaftsplanung eingeladen, die zusammen mit den Bürgern am Siedlungsprojekt arbeiteten. Auch die Kinder durften ihre Wünsche äußern. „Die Schüler besuchten uns im Rahmen des Unterrichts und brachten viele Ideen mit“, erzählt Kleboth. Aus den vielen Ideen und Anregungen nahmen die Architekten die besten heraus und überarbeiteten ihre ursprünglichen Pläne noch einmal.

Was entsteht im Bereich der Siedlung?

Im Endausbau sollen rund 55 Wohneinheiten auf dem Areal entstehen. „Die Häuser sind alle ‚enkelfit‘- das heißt, dass an eine mögliche Gebäudeaufstockung bereits im Vorhinhein gedacht wurde“, erklärt Gerhard Dollnig. Neben großzügigen Gemeinschaftsflächen, hat jedes Haus einen Garten und insgesamt vier Stellplätze für Autos. „Die Kinder haben sich oft gewünscht, dass sie am Wasser spielen können, deshalb regen wir an, den Dorfbach aufzuweiten und dort eine Fläche zu schaffen“, erklärt Dollnig.

Neues umfangreiches Verkehrskonzept

Auch über die Verkehrserschließung mussten sich die Experten Gedanken machen, denn momentan führt der Weg in die Siedlung mitten durch einen Bauernhof. Eine neue Straßenanbindung an die bestehende Hauptstraße ist geplant. „Die Erschließung des Sieldungsgebietes soll in drei Phasen erfolgen. Im Endausbau ist eine Benützung der jetzigen Straße nicht mehr notwendig und könnte nur für Fußgänger und Radfahrer geöffnet werden“, veranschaulicht Kleboth.

Baubeginn für Frühjahr 2017 avisiert

Wie geht es nun weiter? Die gemeinnützige Siedlungsgenossenschaft WE, die 2.000 Quadratmeter der Fläche gekauft hat, möchte bereits im Frühjahr mit dem Bau von neun Reihenhäusern beginnen. Dann sollen die ersten Grundstücke für die ersten Häuslbauer nach und nach vergeben werden. Zuvor gilt es aber für die Gemeinde noch diverse Behördenwege u.a. in Sachen Straßenplanung und Wildbachverbauung zu beschreiten. Auch die Vergabemodalität für die Grundstücke muss geregelt werden.

„Ich hoffe, dass wir die ersten Grundstücke noch in diesem Jahr vergeben können. Es gibt viele Interessenten“, erklärt Bürgermeister Hans Schweigkofler. Die beiden Architekten rechnen, dass der neue Ortsteil „Dorfbachsiedlung“ samt Straßen in den nächsten fünf bis zehn Jahren fertiggestellt sein wird.
Johanna Monitzer

Bild: Bgm. Hans Schweigkofler, die Architekten Andreas Kleboth und Gerhard Dollnig sowie Walter Sojer (WE, v.li.) informierten über die umfangreiche Planungswoche mit Bürgerbeteiligung. Foto: Monitzer

 
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