02.01.2021
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Ein Stück Hoffnung schenken

Was Franz Wagner mit einem Hilfsprojekt in Uganda zu tun hat und wie dort den Menschen trotz der riesigen Entfernung mit einfachen Mitteln geholfen werden kann.

Westendorf | Die Reiselust hat Franz Wagner schon lange gepackt, aber am Strand liegen und die Sonne genießen, das ist nichts für ihn. Bereits 1996 reiste er nach Kalkutta (Indien)und traf dort auf Mutter Teresa und die Faszination Helfen hat ihn gepackt. Alle kleinen und großen Hilfsprojekte und Reisen aufzuzählen, das würde den Rahmen sprengen. Bis heute ist ihm aber ein Projekt in Uganda geblieben und mittlerweile zu seiner Herzensangelegenheit geworden.

Durch einige Zufälle kam der weitgereiste Lehrer nach Ostafrika. Ziel eines Projekts ist es, den Kindern eine Ausbildung zu ermöglichen. Bei seinen Aufenthalten lernte Wagner auch immer besser die Kinder kennen, besonders Andrew ist ihm ans Herz gewachsen. Das Potential des „Buam“ hatte Wagner früh erkannt und so entstand eine bis heute andauernde Freundschaft und enge Verbindung. Andrew lernte töpfern, mit 19 musste er aus einem Sozialprojekt ausscheiden, da er zu alt war. „Andrew und seine Freunde wurden aus dem Projekt entlassen und waren so arm wie eine Kirchenmaus. Obwohl sie töpferten, konnten sie sich die Miete in ihrer Absteige nicht leisten“, schildert Wagner und stattete die Jugendlichen mit Schlafsäcken und Decken aus und half bei der Miete.

Und Hilfe ist in Uganda dringend notwendig. Die Lebenserwartung der 44 Millionen Einwohner liegt bei 62 Jahren, wobei die Hälfte unter 15 Jahre alt ist.

Unterstützung beim Grundstückskauf
Vor drei Jahren setzte Wagner mit dem nunmehrigen Projektleiter Andrew, den er als Hoffnungsträger beschreibt, den nächsten Schritt. Ein Grundstück wurde gekauft um dort ein Haus zu bauen. Ein Erfolgsprojekt, wie Wagner stolz versichert: „Das Haus ist seit zwei Jahren fertig und es hat sich als Mehrzweckhaus etabliert.“ Neben einer Töpferwerkstatt treffen sich dort Frauen zum Nähen und ein Schulbesuch für Kinder wurde ermöglicht. Insgesamt kostete der Hausbau inkl. der Einrichtung rund 35.000 Euro.

Lebensmittelpakete wurden verteilt
Politisch beschreibt Wagner das Land als beinharte Diktatur: Im Lockdown durfte niemand hinaus gehen, auch nicht ins Krankenhaus. Dafür brauchte man eine Ausnahmeregelung des Bürgermeisters. „Oft zu spät, die Menschen krepieren im Haus“, erzählt Wagner. Im Frühjahr haben Andrew und seine Freunde Lebensmittelpakete ausgegeben. „Am Anfang war dies geheim, mittlerweile hat er eine Genehmigung dafür “, erklärt Wagner die Hürde, wenn man helfen will. „Somit wurden jeden Tag etwa 12 Familien mit Lebensmittelpaketen versorgt.“

Hilfe zur Selbsthilfe leisten
Die letzte Reise ist nun schon einige Monate her und die Sehnsucht nach einem Wiedersehen groß. „Man bemerkt, dass man mit relativ wenig Aufwand den Menschen Hilfe zur Selbsthilfe geben kann“, erklärt er die Faszination. Das beste Beispiel dafür ist Andrew, der auf selbstlose Art für seine Umgebung reichlich Gutes tut. Mit dem Montieren von Solarpanelen werden ebenso die Einwohner unterstützt. Am Abend haben sie nun Licht. „Eine Frau ist den ganzen Ort mit uns nach Hause gegangen und hat sich auf Knien für die Hilfe bedankt. „Das ist ein berührendes Geschenk des Lebens“, schildert Wagner diese Augenblicke.

Derzeit konzentriert sich Andrew auf die Straßenkinder, der etwa 10 km entfernten Großstadt. Mit viel Geschick gelingt es ihm, die verschreckten und verstörten Kinder (traumatisiert von der Gewalt der Polizei und des „Über Nacht Verschwindens…“) zu sammeln, zu beruhigen, mit ihnen Vertrauen aufzubauen und sie mit warmen Essen zu versorgen. „Das Hilfsprojekt kann nur funktionieren, wenn du die hundertprozentige Unterstützung vor Ort hast“, erzählt Wagner und ist bereit für den nächsten Aufenthalt. Mit Spenden kann man ihn unterstützen: „Dach über Kopf“ Konto: AT92 3635 4000 0001 0025.Verena Mühlbacher

Bild: Den Kindern und Jugendlichen eine Chance in Uganda geben, das ist das Ziel von Franz Wagner und Andrew. Foto: privat

 
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