13.03.2017
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Ein „Kümmerer“ für die Region

Zwischen der Wildschönau und Reith ist Case Manager Dietmar Strobl unterwegs. Der „Kümmerer“ findet für seine Klienten und deren Angehörige bedürfnisgerechte Lösungen. Seitens des Landes wurde das gemeindeübergreifende Projekt des Planungsverbandes 31 mit dem zweiten Platz beim GEKO (Gemeindekooperationspreis) ausgezeichnet.

Bezirk | Seit Anfang Jänner ist Dietmar Strobl als Case Manager im Planungsverband 31 Brixental-Wildschönau und in der Gemeinde Reith im Einsatz. Die Aufgabe des akademischen Pflegemanagers besteht darin, pflegebedürftige Menschen und deren Angehörige bei administrativen Aufgaben zu unterstützen und Kontakte zu Pflege- und Betreuungseinrichtungen sowie zu Ärzten, Therapeuten und Behörden herzustellen, um eine optimale Versorgung zu gewährleisten.

Im Jänner war es für den „Kümmerer“ der Region noch recht ruhig, doch jetzt wird das Angebot immer besser angenommen, die Zahl der Klienten ist im Steigen. „Der Großteil der Anfragen befasst sich mit den Pflegehilfsmitteln, woher man diese bekommt oder auch die 24-Stunden-Betreuung. Ein Thema ist auch das Pflegegeld“, erzählt Dietmar Strobl.

Der Case Manager hat in den Gemeinden Kirchberg und Hopfgarten seine fixen Sprechstunden, ansonsten ist Dietmar Strobl mobil unterwegs.

Sieben Gemeinden und ein Projekt

Die Gemeinden des Planungsverbandes 31 Brixental-Wildschönau sowie die Gemeinde Reith haben das Projekt gemeinsam realisiert. Den Denkanstoß dafür gab Helene Öttl vom Sozial- und Gesundheitssprengel Kirchberg-Reith. Und weil der Sozialsprengel auch die Gemeinde Reith einbezieht, schloss sich die Reither Gemeinde dem Projekt an. Nach einem längeren Evaluierungsprozess entschied man sich im Jahr 2015 den Case Manager, also „Kümmerer“ für die Region mit rund 24.000 Einwohnern anzustellen. Der Case Manager ist eine unabhängige Person, die bestmöglich die bestehenden Einrichtungen und Sozialpartner miteinander verbindet. Dadurch können eine Über-, Unter- oder Fehlversorgung vermieden und die bestehenden Ressourcen bestmöglich genutzt werden. Mit dem Case Management wurde konkret im April 2016 begonnen. Der Bedarf hat sich seither als sehr groß erwiesen.

Zu den bestehenden Einrichtungen und Sozialpartnern zählen alle Wohn- und Pflegeheime in der Region, darüber hinaus Krankenhäuser mit Entlassungsmanagement, Sozial und Gesundheitssprengel, Ärzte, Gemeinden, Freiwillige, Ehrenamtliche und vieles mehr.

Vor allem in den kleineren Gemeinden ist der Case Manager eine große Hifle. „Wir haben  zum Beispiel in Itter keinen eigenen Mitarbeiter für Soziales, da ist natürlich der Case Manager eine große Hilfe, wenn es um Fragen der Pflege oder Unterstützung geht“, weiß der Obmann des Planungsverbandes und Bürgermeister von Itter, Josef Kahn.

Platz zwei beim GEKO

Erstmals wurde heuer seitens des Landes Tirol der Gemeinde-Kooperationspreis (GEKO) ausgeschrieben. Daran nahm auch der Planungsverband 31 Brixental-Wildschönau mit dem gemeinsamen Projekt des Case Managers teil. „Unser Projekt ist ein kleines Sozialprojekt im Vergleich mit dem großen Wirtschaftsprojekt in Osttirol, das den Preis gewann. Aber wir haben eine große Vorbildfunktion“, zeigt sich PV-Obmann Josef Kahn überzeugt.

„Das Interesse für diesen Preis war sehr groß und auch die Qualität der eingereichten Projekte überzeugte. Bis zum neunten Platz waren die Unterschiede im Anforderungsprofil nur sehr gering und dies machte die Entscheidung für die Jury, die die besten drei Projekte zu nominieren hatte, nicht gerade leicht“, erzählt Landesrat Johannes Tratter. Nach der Vorauswahl durch die Jury, galt es für die Gemeinden, noch einmal die Bevölkerung zu aktivieren, die in einer Online-Abstimmung für die drei nominierten Projekte abstimmen konnte. Am Ende fehlte dem Planungsverband Brixental-Wildschönau nicht viel auf den Sieger aus Osttirol. Das Preisgeld ging aber an die Gemeinden jenseits des Felbertauern.

Aufgrund des starken und hochwertigen Teilnehmerfeldes wird der GEKO auch im kommenden Jahr vergeben. Der Planungsverband Brixental-Wildschönau wird daran aber nicht teilnehmen. Derzeit ist kein gemeindeübergreifendes Projekt geplant, sollte jedoch ein passenden Vorhaben anstehen, ist man der Zusammenarbeit zwischen den Kommunen nicht abgeneigt.
Elisabeth M. Pöll

Bild: Die Vertreter des Planungsverbandes 31 Brixental-Wildschönau mit Obmann Josef Kahn (Mitte) sowie Vertreter der sozialen Einrichtungen der Region bei der Preisverteilung zum Gemeindekooperationspreis des Landes. Die Region erhielt den zweiten Preis für das Projekt des Case Managers, der seit Jahresbeginn im Einsatz ist. Foto: Land Tirol

 
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