10.09.2018
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Ein Jahr voller Erfahrungen in Afrika

Von Hochfilzen nach Äthiopien: Mit 19 Jahren machte sich Maria Fischeneder auf nach Afrika, um ein Jahr lang mit Kindern zu arbeiten. Mitte August kehrte sie ins Pillerseetal mit vielen Erfahrungen zurück.

Hochfilzen | Ein Jahr lang verbrachte Maria Fischeneder in Äthiopien. In einem Vorort der Hauptstadt Addis Abeba half die Hochfilzenerin im durch Spenden finanzierten Kindergarten und im Youth Center mit. „Meine beiden Geschwister haben auch ein Volontariat gemacht. Für mich war klar, dass ich mir nach der Matura eine Auszeit nehmen und mich sozial in Afrika engagieren will“, erzählt Fischeneder.

Wie ein Sprung ins kalte Wasser

Zu ihrem Freiwilligen-Engagement gelangte die Hochfilzenerin über  „Volontariat bewegt“, eine Entsendeorganisation von „Jugend - Eine Welt“ und „Salesianer Don Boscos“. Die Selbstkosten (3.000 Euro) für ihren Aufenthalt in Äthiopien brachte sie teilweise über Fundraising auf.

Die Freiwilligen werden von „Volontariat bewegt“ auf ihren Einsatz vorbereitet. „Wenn man dann einmal dort ist, ist es aber dennoch wie ein Sprung ins kalte Wasser“, so Fischeneder.

Die offizielle Amtssprache in Äthiopien ist Amharisch, die ein  Alphabet mit über 150 Buchstaben umfasst. „Ich spreche mittlerweile auch ein bisschen Amharisch, habe mich aber auch mit Händen und Füßen verständigt. Die kleinen Kinder im Kindergarten sprechen ja kein Englisch“, erzählt Fischeneder.

Die Hochfilzenerin lebte in der Salesianer-Gemeinschaft in einer für afrikanische Verhältnisse komfortablen Bleibe. „Die Schere zwischen Arm und Reich ist sehr groß und gut sichtbar. Es gibt Menschen, die in Villen und Hochhäusern leben. Der Großteil lebt jedoch in Blech- oder in Lehmhütten“, veranschaulicht Fischeneder. Die Armut bewegte die junge Hochfilzenerin sehr. „Auch die Gewalt, die teilweise dort herrscht, ist schockierend. Man kann vieles nicht von heute auf morgen ändern, auch wenn man die besten Ambitionen hat – das habe ich in dem Jahr auch gelernt“, so Fischeneder.

Von Montag bis Freitag half die 19-Jährige tagsüber im Kindergarten und im Youth Center mit. Sie spielte, bastelte und lernte mit den Kleinen. In Äthiopien lernen auch schon die Kindergartenkinder Englisch und Mathematik. „Das ist nicht vergleichbar mit unseren Kindergärten. Wenn die Kinder in die Volksschule kommen, werden da schon schulische Grundkenntnisse erwartet“, erklärt Fischeneder. Genaues Einschulungsalter, wie bei uns in Österreich, gibt es in Äthiopien keines.

Bis zu 60 Kinder in einer Schulklasse

Rund 25 Kinder werden in einer Kindergartengruppe betreut. In der Volksschule sind bis zu 60 Kinder in einer Klasse. Der Kindergarten sowie das Youth Center, das nur die ärmsten der Armen kostenlos besuchen dürfen, wird durch Spenden finanziert. Die Kinder bekommen auch eine warme Mahlzeit am Tag. „Das Hauptnahrungsmittel ist eine Art Fladenbrot, das man zusammen mit Soßen, Gemüse oder Fleisch ist. Am Wochenende haben wir öfters  österreichisch gekocht – das hat allen sehr gut geschmeckt“, erzählt Fischeneder.

Das schönste Erlebnis für die Hochfilzenerin war zu sehen, wie sich die Kinder ihr gegenüber langsam öffneten. „Mit kleinen Kindern kann man leicht eine  Beziehung aufbauen, aber bei den älteren Kindern muss man sich die Akzeptanz verdienen“, erklärt Fischeneder.

„Mein Blick auf die Welt hat sich verändert“

Mit einigen älteren Kindern und anderen Freiwilligen ist sie nach wie vor über Facebook in Kontakt. „Ich kann nur jedem empfehlen, sich freiwillig in einem anderen Land zu engagieren. Man kann nicht die Welt verändern, aber man tut etwas Sinnvolles und lernt zugleich eine Menge über sich selbst. In diesem Jahr  bin ich selbstbewusster, unabhängiger und selbstständiger geworden. Mein Blick auf die Welt hat sich verändert.“
Johanna Monitzer

Bild: „Bei den älteren Kindern musste ich mir die Akzeptanz verdienen“, erzählt Maria Fischeneder. Die 19-Jährige verbrachte ein Jahr in Äthiopien und half in einem Kindergarten mit. Foto: Privat

Daten & Fakten
„Volontariat bewegt“ ist eine Entsendeorganisation von „Jugend-Eine Welt“ und den „Salesianern Don Boscos“. Der Verein bietet jungen Erwachsenen die Möglichkeit eines zehn bis zwölf monatigen sozialen Einsatzes in Afrika, Asien oder Lateinamerika. Nähere Informationen zum Programm gibt es auf www.volontariat.at.
Die nächsten Informations- und Auswahltage finden am 8. September in Innsbruck und am 22. September in Wien statt.

 
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