12.06.2016
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Ein Debüt mit Herausforderungen

Die erste Saison der Bergbahn Fieberbrunn als Teil des Skicircuses war mit vielen neuen Aufgaben verbunden. Das Debüt ist geglückt, wie die Zahlen zeigen. Jedoch gilt es auch noch einiges zu verbessern.

Fieberbrunn | Die Ruhe nach dem Sturm ist bei der Bergbahn Fieberbrunn nach der ersten Wintersaison als Teil des größten Skigebiets eingekehrt. Jetzt gilt es zu analysieren, was gut war und was noch verbessert werden kann. Eine deutlich Sprache sprechen die Zahlen. Geschäftsführer Toni Niederwieser berichtet von einem Umsatzplus von 60,3 Prozent. Rund 60.000 mehr Ersteintritte verzeichnete die Bergbahn in Fieberbrunn in diesem Winter. „Wir konnten unsere selbst gelegte Messlatte sogar überschreiten“, freut sich Niederwieser.

Kein einfacher Start im Dezember

Dabei war der Start in der abgelaufenen Wintersaison alles andere als einfach. Wie die anderen Bergbahnen, kämpften die Fieberbrunner mit den warmen Temperaturen und dem fehlenden Schnee. „Wir haben es aber geschafft, die Verbindung von Anbeginn in Betrieb zu halten“, erzählt Geschäftsführer Martin Trixl. Während Niederwieser eher im Hintergrund die Fäden zieht, ist Trixl für den reibungslosen Ablauf im Außenbereich verantwortlich.

Beschneiung muss verbessert werden

In den nächsten drei Jahren muss die Bergbahn vor allem die Beschneiung optimieren. „Eine schnelle und effiziente Beschneiung ist das  um und auf. Hier müssen wir noch einiges investieren, bevor es weiter mit der Sanierung der Lifte geht“, erklärt Trixl. Acht Millionen Euro will die Bergbahn für hochmoderne Beschneiungsanlagen in den nächsten drei Jahren ausgeben.

Derzeit sind 235 Schneeerzeuger im Fieberbrunner Gebiet im Einsatz. Durchschnittlich waren in diesem Winter zehn Mitarbeiter damit beschäftigt, die Schneedecke zu halten und zu optimieren. „Die Zusammenarbeit mit Saalbach verläuft sehr gut. Am Berg gibt es Grenzpunkte, die Beschneiung ist genau geregelt“, erklärt Beschneiungs-Chef Hubert Pfeiler. Schneedepots, wie sie im Kitzbüheler Skigebiet erfolgreich angelegt werden, sind für die Fieberbrunner schwer umsetzbar. „Im Gegensatz zu Kitzbühel haben wir dafür leider kein geeignetes Gelände“, erklärt Pfeiler.

770.000 Skifahrer beförderte „Tirol S“ Bahn

Herzstück des Zusammenschlusses ist die im letzten Jahr neu gebaute „Tirol S“ Gondelbahn, die die Skifahrer auf den Reiterkogel nach Saalbach und wieder zurück bringt. 770.000 Beförderungen zählte die 10-Personen-Einseilumlaufbahn in ihrer ersten Saison.

Mit zwölf Mitarbeitern ist „Tirol S“-Betriebsleiter, Markus Wimmer, für den störungsfreien Betrieb zuständig. „Eine Herausforderung war sicher die Abfertigung von so vielen Leuten. Passen die Leitsysteme für die Skifahrer, wenn es sich staut? Funktioniert die Rettungskette bei einem Unfall? Solche Dinge mussten erst erprobt werden“, erzählt Wimmer. Die Bahn ist durch eine Zufahrtsstraße im Winter fast immer erreichbar - was auch bei Notfällen wichtig ist. „Gerade wenn es einen Verletzten gibt, ist diese Straße ein wichtiger Teil der Bergung“, erklärt der Betriebsleiter.

Erhöhte Beanspruchung der Pisten

Einher mit dem Bau der „Tirol S“ Gondelbahn wurde eine neue Abfahrt geschaffen. Die Vierstadtalm-Piste, die vom Reiterkogel in den Hörndlingergraben führt, hat eine Länge von 3,5 Kilometern. Auch bei der Pistenpräparierung hat sich durch den Zusammenschluss einiges geändert. „Zu unserer bestehenden Flotte, drei Winden plus zwei Standardmaschinen sowie einer kleineren Husky Maschine für Skiwege und Liftspuren, wurde eine weitere Windenmaschine angekauft“, berichtet Pistenchef Hannes Jurescha. Für ihn war es ein besonderer Moment, als die beiden Pisten auf Saalbacher und Fieberbrunner Seite zusammengeschlossen wurden. „Als die Saison richtig losging, konnten wir relativ schnell sehen, dass durch die weit größere Gästemenge die Pisten weit mehr beansprucht wurden. Durch den super Zusammenhalt und der gegenseitigen Hilfe schafften es unsere Männer aber trotz des knappen Fuhrparks jeden Tag wieder die Pisten auf Vordermann zu bringen “, erzählt Jurescha. Die Bergbahn muss auch ihren Fuhrpark für die nächste Saison noch weiter aufstocken.

Sportpass für Kinder im Skicircus etabliert

Durch den Zusammenschluss mit Saalbach versechsfachte die Bergbahn ihr Angebot. Mit dem neuen Pisten- und Liftangebot sind naturgemäß auch die Liftkartenpreise in Fieberbrunn gestiegen. Bereits zwei Jahre vor der Eröffnung der Verbindungsbahn wurde damit begonnen, die Tarife mit Saalbach zu verhandeln. „Wir mussten die Preise an das Angebot anpassen und haben um rund 13 Prozent erhöht“, erklärt Geschäftsführer Toni Niederwieser.

Wobei die Saalbacher auch etwas von den Fieberbrunnern lernten. „Im restlichen Skicircus gab es vorher keinen Sportpass für Kinder und Jugendliche, dieses Angebot haben sie von uns übernommen“, erklärt Prokuristin Anna Klymiuk, die bei der Bergbahn Fieberbrunn auch für das Ticketing zuständig ist. Für 150 Euro im Jahr können die Kinder und Jugendlichen die Bergbahnen und diverse andere Sporteinrichtungen nutzen.

Zu Saisonbeginn gab es auch Skeptiker

Aus dem Schneewinkl-Kartenverbund ist die Bergbahn Fieberbrunn ausgetreten, aus dem best verstecktestem Skigebiet der Welt wurde der Skicircus, wobei Saalbach im Marketing prominent in den Vordergrund tritt. Die anderen Ortschaften Hinterglemm, Leogang und Fieberbrunn werden klein angeführt - was auch für Skepsis und Kritik sorgte.

„Am Anfang wurde oft gesagt, jetzt kommen die Saalbacher“, erzählt Claudia Foidl schmunzelnd. Foidl ist nun, nachdem ihr Vorgänger, Sebastian Schwaiger, zum Marketingleiter für den gesamten Skicircus aufgestiegen ist, für das Marketing der Bergbahn Fieberbrunn verantwortlich.

Mittlerweile habe sich aber die Stimmung verändert. „Einheimische und auch Stammgäste, die den Zusammenschluss zu Beginn mit kritischen Augen sahen, waren dann aber plötzlich auch begeistert. Wir haben viel Zuspruch erhalten“, berichtet Foidl.

"Kitzbühel oder SkiWelt sind keine Konkurrenz“

Dass der Zusammenschluss mit Saalbach in der Region und besonders in Fieberbrunn bereits erste Früchte trägt, zeigen die Zahlen des Tourismusverbandes. Wie der Kitzbüheler Anzeiger in seiner letzten Ausgabe berichtete, verzeichneten die Touristiker in Fieberbrunn einen Zuwachs von 18 Prozent bei den Nächtigungen gegenüber dem Vorjahr. Konkurrenzdenken gegenüber den anderen Skigebieten im Bezirk gibt es aber keine. „Wir sehen Kitzbühel oder die SkiWelt als Bereicherung. Welcher Bezirk hat schon drei riesige Skigebiete zu bieten, die alle mit einer Karte befahren werden können?“, merkt GF Martin Trixl an. Trotzdem sei nun auch die Region gefordert, die entsprechende touristische Infrastruktur zu schaffen.

Gletscher in Kaprun dockt an Skicircus an

Der Skicircus wird in den nächsten zwei Jahren übrigens weiter wachsen. „Es kommen noch Zell am See und Kaprun samt Gletscher dazu“, berichtet GF Toni Niederwieser. Dann kann Fieberbrunn auch mit einem Gletscherskigebiet werben. Mehr geht wohl wirklich nicht.
Johanna Monitzer, Foto: Bergbahn Fieberbrunn

 
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