05.04.2018
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Eier – eine ziemlich runde Sache

Eier gehören zu Ostern einfach dazu. Am besten kommen sie natürlich aus der Region. Hühnerhaltung findet einerseits „im Kleinen“, für den Eigenbedarf statt. Im Bezirk gibt es andererseits 283 Geflügelhalter mit 30 oder mehr Tieren.

Bezirk  | Der durchschnittliche Österreicher verzehrt 235 Eier pro Jahr. Doch wo kommen sie her? Einen Überblick über die tatsächliche Betriebsanzahl im Bezirk Kitzbühel zu geben, fällt nicht leicht, denn viele landwirtschaftliche Betriebe halten Hühner für den „Hausgebrauch“. Die Tiroler Landwirtschaftskammer verzeichnet insgesamt 283 Geflügelhalter im Bezirk Kitzbühel mit 30 Tieren oder mehr. „Landwirtschaftlich liegt Hopfgarten mit 50 Geflügelhaltern voran, gefolgt von Kirchdorf mit 32, Westendorf mit 27 und St. Johann mit 26“, sagt Stefan Hörtnagl von der LK Tirol auf Nachfrage des Kitzbüheler Anzeigers.

Die Geflügelmast ist in Tirol noch eher vernachlässigbar, die Hühnerhaltung in Tirol konzentriert sich vorwiegend auf die Eierproduktion. Tirolweit setzen 20 Prozent der Legebetriebe auf Bio. Sie halten dabei 23 Prozent aller Tiere.

Was österreichische Eier ausmacht

Die Produktionsbedingungen des österreichischen Eis hat sich der Verein „Land schafft Leben“ näher angesehen. Zwei Drittel der österreichischen Hennen stehen in Bodenhaltung, ein Drittel in Bio- oder Freilandhaltung, gibt der Verein Auskunft. Während weltweit die vermarkteten Eier zumeist aus Käfighaltung stammen, sind in Österreich die klassischen Käfige verboten.

Die Frischeier sind bestens gekennzeichnet und für den Konsumenten ist es somit sehr einfach nachvollziehbar, woher das Ei stammt. Die Herkunft der Eier, die in Gastonomie und Industrie verarbeitet werden, kann hingegen nicht so transparent nachvollzogen werden.

Legehennenhalter dürften in Österreich gentechnisch verändertes Soja aus Übersee füttern. Sie tun das aber nicht mehr, weil sich die heimische Eierbranche 2010 auf gentechnikfreie Fütterung geeinigt hat, wie es im Dossier von „Land schafft Leben“ heißt.

Eine weitere Besonderheit der österreichischen Legehennenbetriebe ist der Verzicht auf das Kürzen der Schnäbel. In Deutschland z.B. ist diese Praxis durchaus üblich, um dem „Picken“, das beim Halten von mehreren Tieren auftreten kann, vorzubeugen.

Die österreichische Biobranche hat sich darüber hinaus im Jahr 2015 geeinigt, die männlichen Küken nicht mehr zu töten, sondern als Mastgockel aufzuziehen. Das ist mit hohen Kosten verbunden und sorgt übrigens auch für Kritik. In zehn Wochen erreicht ein Bruderhahn ein Gewicht von einem Kilo, ein Drittel davon ist für den menschlichen Verzehr verwertbar. Er muss drei Kilo Futter fressen, um das eine Kilo Körpergewicht zu erreichen.
Elisabeth Galehr

Bild: In der österreichischen Eierproduktion gibt es einige Besonderheiten: etwa, dass auf das Kürzen der Hühnerschnäbel verzichtet wird und in Bio-Betrieben die männlichen Küken mitaufgezogen werden. Foto: „Land schafft Leben“

 
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