13.10.2018
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E-Bike-Unfälle steigen ständig an

Das Kuratorium für Alpine Sicherheit zog Bilanz über den Bergsommer 2018. Auch im Bezirk Kitzbühel waren die letzten Wochen von spektakulären Bergungseinsätzen geprägt.

Kitzbühel | Im heurigen Sommer starben 46 Menschen bei Unfällen in den Tiroler Bergen, über 1.200 Alpinunfälle passierten im ganzen Land. Ein Anstieg von etwa 15 Prozent im Vergleich zum Sommer des vergangenen Jahres mit damals 1.053 Unfällen, wie das Kuratorium für Alpine Sicherheit informierte.

Auf Nachfrage gewährte auch Martin Hautz, oberster Alpinpolizist im Bezirk Kitzbühel, Einblick in seine Bilanz über das abgelaufene Jahr. Neun Todesopfer forderten seit November 2017 die Unfälle im Gebirge. „Darunter sind auch Skifahrer sowie ein Mountainbiker“, klärt Hautz auf. Überdies kam ein deutsches Pärchen beim Klettern am Kopftörlgrat – dieser liegt im Gemeindegebiet von Ellmau– zu Tode.

Vor allem in den vergangenen Monaten waren die Bergretter massiv gefordert. Einige mehr als spektakuläre Berge- und Suchaktionen prägten den Sommer. Im Juli stürzte ein Deutscher im „Koasa“ 80 Meter in die Tiefe und blieb schwer verletzt liegen, einen 100-Meter-Absturz bezahlte Mitte August ein 28-Jähriger Deutscher zwischen Stripsenjochhaus und Eggenalm mit dem Leben. Anfang September musste eine ganze Familie bei den Schleierwasserfällen gerettet werden, außerdem gab es ebenfalls im August noch eine aufwändige Suchaktion bei der Via Classica. Das deutsche Kletterpärchen konnte bei schlimmstem Wetter in der Nacht unverletzt aus dem Fels gerettet werden.

Unfälle trotz guter Ausrüstung

Jährlich kommen in den Kitzbüheler Bergen zwischen zwei und vier Menschen ums Leben. Wandern und Klettern boomt, den klassischen „Flachlandtiroler“, der in Turnpatschen und Sandalen die Berge bezwingen will, gibt es aber kaum mehr. „Die Ausrüstung ist eigentlich durch die Bank gut“, weiß Martin Hautz, der betont, wie wichtig, die gute Vorbereitung ist. Oft aber sei es so, dass zwar in der Kletterhalle fest geübt werde, der Ausflug in die freie Natur sei dann aber noch einmal eine ganz andere Geschichte. „Die Kletterer müssen üben, sich im alpinen Gelände zurecht zu finden“, rät der erfahrene Alpinpolizist. Oft werde in Kletterrouten viel zu spät eingestiegen, dann geht sich der Rückweg bei Tageslicht oft nicht mehr aus. „Und wenn es zu einem Notfall kommt, unbedingt noch bei Tageslicht Alarm schlagen und nicht bis zur Dunkelheit warten. Das erschwert die Bergung massiv“, betont Hautz.

Bestmögliche Vorbereitung

Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche und vor allem unfallfreie Tour sei eine gute Vorbereitung. Um vier Uhr nachmittags eine fünf-Stunden-Tour zu starten, sei nicht ratsam, heißt es da von Seiten der Polizei. Wichtig sei es vor allem konzentriert zu gehen und auf den Weg zu schauen. Und natürlich ist es auch wichtig, sich den Wetterbericht genau anzuschauen. Den Großteil der verunfallten Berggeher machen übrigens nach wie vor deutsche Gäste aus, was möglicherweise auch an der Grenznähe liegt.

Nicht nur 41 Wanderunfälle sowie neun Sucheinsätze wurden in den letzten Monaten registriert, auch 32 Mountainbiker wurden bei Unfällen verletzt. Einer davon überlebte den Sturz nicht.

Gerade im Bereich der Radfahrer haben die Unfallzahlen in ganz Tirol sowie im Bezirk Kitzbühel deutlich zugenommen. Und Martin Hautz befürchtet, dass diese Zahlen auch in den nächsten Jahren weiter steigen werden. Ein Grund dafür ist der E-Bike-Boom.

Falsche Bereifung bei E-Bikes

Dank des Elektrorades haben auch weniger fitte Personen die Möglichkeit, auf die Berge zu radeln und längere Touren zu unternehmen. Doch es ist nicht immer nur die fehlende Fitness, sondern oft auch die falsche Ausrüstung. „Die Leute fahren mit sogenannten Citybikes auf die Berge. Die haben für solche Straßen aber die völlig falsche Bereifung“, weiß Hautz. Denn auch bei den E-Bikes gibt es wie auch bei den normalen Rädern Unterschiede und daher auch eigene Bikes, die für das Berg fahren geeignet sind. Es wird auch empfohlen, sich bei speziellen Kursen am Sportgerät ausbilden zu lassen und so das Kurvenfahren, richtige Lenken und vor allem das Bremsen richtig zu lernen. Margret Klausner

 
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