07.11.2020
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Durchschnittlicher Bergsommer

Hinter den Einsatzkräften des Bezirkes liegt ein durchschnittlicher Sommer. Gegen den tirolweiten Trend waren es heuer nur zwei Unfälle mehr als im Vorjahr.  

Kitzbühel | Auf den Bergen ist wieder Ruhe eingekehrt, die Hütten haben geschlossen. Und mit dem Start des Lockdowns diese Woche sind auch die letzten Urlauber wieder abgereist.Nur die Einheimischen genießen noch die schönen Tage im Gebirge.
Vergangene Woche hat daher das Kuratorium für Alpine Sicherheit gemeinsam mit der Alpinpolizei Bilanz über das abgelaufene Jahr gezogen. Die Alpinunfallstatistik stellt für den Zeitraum vom 1. Mai bis 30. September eine Zunahme an Alpinunfällen von mehr als 30 Prozent im Vergleich zum Durchschnittswert der vergangenen zehn Jahre fest. Allein in Tirol sind im Laufe der letzten Monate 1473 Unfälle in den Bergen registriert worden, im Vergleich zum Vorjahr (1271) war das ein Anstieg um rund 40 Prozent.

Rund 1729 Menschen waren in Unfälle involviert - im Vorjahr waren es noch 1572 Menschen. Starben im Vorjahr 64 Menschen in den Tiroler Bergen, waren es im heurigen Jahr 34 Personen.
Während tirolweit die Zahlen in die Höhe schossen, sind sie im Bezirk relativ gleich geblieben, wie auch Martin Hautz, der Leiter der Alpinpolizei im Bezirkspolizeikommando bestätigt. Das statistische Jahr bei der Alpinpolizei läuft übrigens immer vom ersten November bis zum 31. Oktober. Daher zieht Hautz Bilanz über das gesamte abgelaufene Jahr.  

411 Ereignisse im letzten Jahr
Insgesamt registrierten er und sein Team in den vergangenen zwölf Monaten 411 Ereignisse, im Vergleichszeitraum des Vorjahres waren es gerade einmal um zwei Unfälle mehr. „Der abgelaufene Sommer lag bei den Unfallzahlen im Durchschnitt“, sagt Hautz. Auch wenn der Ansturm auf die Berge heuer um ein Vielfaches größer war, als noch in den letzten Jahren. „Es waren ja viele Urlauber da, die vielleicht sonst eher Urlaub am Meer machen“, sagt Hautz.  Zwar seien die meisten gut ausgerüstet gewesen, aber im Umgang mit der Natur völlig überfordert. 71 Wanderunfälle wurden im Sommer registriert, auch sieben Kletterer verunfallten. Aufgefallen ist Hautz der Anstieg bei den Mountainbikeunfällen. 34 Unfälle wurden aufgenommen, um acht mehr als noch im Vorjahr. Acht Menschen bezahlten den Ausflug in die Berge mit dem Leben.

Wie das Kuratorium festgestellt hat, sind Stürze, Stolpern und Ausgleiten mit 75 Prozent die Hauptunfallursachen beim Bergwandern. Bei den tödlichen Unfällen dominiert weiterhin das Herz-Kreislaufversagen mit 34 Prozent als Ursache. 26 Prozent der Personen stürzten ab, 22 Prozent stolperten, stürzten oder glitten aus. Bei den unverletzt geborgenen Personen stellten Verirren mit 39 Prozent sowie Erschöpfung mit 16 Prozent den Hauptgrund für das Absetzen eines Notrufs dar. Übrigens waren über die Hälfte der im Sommer 2020 verunfallten Bergsteiger österreichische Staatsbürger. Margret Klausner

Bild: Nicht nur die Bergrettung ist bei den Einsätzen am Berg gefordert, auch die Alpinpolizei ist immer mit dabei – oft auch mit dem Hubschrauber. Foto: Klausner

 
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