16.07.2018
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Die stille Grausamkeit des Krieges

Das neue Stück der Volksbühne Nuarach erzählt die dramatische Geschichte des Soldaten Thomas Holzer und dessen Familie.

St. Ulrich | Kriege spielen sich nicht nur an den Fronten ab. Generationen waren von den Auswirkungen des Zweiten Weltkrieges gezeichnet. Die Volksbühne nimmt sich in ihrem neuen Stück „Rückkehr ins Leben“ den Erinnerungen von Oskar Ladstätter an. Der Autor schildert darin den schweren Weg zurück von der Front in ein normales Leben.

Für das dramatische Schauspiel unter der einfühlsamen Inszenierung von Maria Prinbacher baute die Volksbühne Nuarach  ein Freilufttheater bei der Kirche St. Adolari. Der Ort ist an sich schon stimmungsvoll und für den Theaterabend wie geschaffen. Ein großes Lob an die Bühnenbildner Stefan Troger, Alois Deisenberg und allen anderen fleißigen Helfern  – sie haben den passenden Rahmen  für das Drama geschaffen.

Schon zu Beginn des Stückes bekam man Gänsehaut.

Damalige Tonaufnahmen berichten vom Ausbruch des Zweiten Weltkrieges. Bombeneinschläge und donnernde Gewehre dröhnen aus den Lautsprechern. Dann die Kapitulation Deutschlands. Familie Holzer hofft auf die Rückkehr ihres Sohnes Thomas. Nichts ist mehr, wie es war. Sein Bruder Virgil ist bereits gefallen. Seine Braut Anna hat einen anderen geheiratet. Die Rückkehr wird für Thomas zur Zerreißprobe. Er hat den Glauben an Gott und in die Menschheit verloren.

Standing Ovations bei der Premiere

Die Volksbühne Nuarach beweist wieder einmal Mut, sich an so ein schwieriges Stück heranzuwagen. Dieser  Mut wurde aber bereits bei der Premiere mit Standing Ovations belohnt. Zu Recht, denn das Spiel der Laienschauspieler geht unter die Haut. Allen voran Florian Wörter, der den heimgekehrten Soldaten „Thomas“ mit einer Intensität spielt, die ihresgleichen sucht. Wow!

Aber auch Mario Horngacher und Monika Egger geben den verzweifelten und teils verbitterten Eltern des Heimgekehrten ein authentisches Gesicht. Melanda Unterrainer brillierte bereits in der Hauptrolle des dramatischen Stückes „Magdalena“ in Nuarach und zeigt auch dieses Mal wieder, dass eine professionelle Schauspielerin an ihr verloren gegangen ist. Als armer, reicher Bauer „Zirner“ sorgt Joachim Brandmayr für Emotionen. Perfekt besetzt auch Anna Horngacher als gutmütige Magd „Sophe“, Rupert Zehentner und Elisabeth Obwaller als Ehepaar „Glorer“. Sein Debüt mehr als glorreich gemeistert hat Roland Wörter als Heimkehrer „Ferdl“ – er lockert durch seine Sprüche die dramatische Geschichte ein wenig auf, was dem Stück sehr gut tut. Ein Kurzauftritt, der für Gänsehaut sorgt, hat auch Florian Pirnbacher als toter Bruder „Virgil“. Debütantin Julia Mitterer sorgt nicht nur mit ihrer Gesangsstimme für Furore – man darf sich auch bei ihr auf weitere Auftritte freuen.

Ein emotionaler Theaterabend vor einer wundervollen Kulisse – was will man mehr?

Weitere Spieltermine
Weiter Spieltermine: 4., 5., 10., 12., 17. und 18. August jeweils um 20 Uhr bei der Freiluftbühne neben der Kirche zu St. Adolari (nur bei Schönwetter). Kartenreservierungen unter 0664 4555468.
Johanna Monitzer

Bild: Thomas  (Florian Wörter) hat der Krieg verändert. Familie und Freunde versuchen auf ihn einzuwirken (im Bild: Roland Wörter, Mario Horngacher, Monika Egger und Anna Horngacher). Foto: Monitzer

 
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