21.01.2017
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Die Wurzeln von Ernst Insam

Die Aquarellmalerei begleitet den Kitzbüheler Künstler Ernst Insam ein Leben lang. Die neue Ausstellung in der Chapter 1 & Sue Art gallery begibt sich auf eine künstlerische Zeitreise in die 50er Jahre.

Kitzbühel | Er war einer der ganz großen Künstler der Gamsstadt. Vor allem mit seinen Aquarellbildern begeisterte Ernst Insam, der vor zwei Jahren verstarb, Zeit seines Lebens. Die Galerie Chapter 1 & Sue Art gallery zeigt nun in ihrer neuesten Ausstellung einen Querschnitt seiner frühen Landschaftsbilder, die alle in den 1950er Jahren entstanden sind. „Nicht nur die wunderschönen Motive erzählen eine Geschichte, auch das Papier selbst. Jeder Knitter, jeder Riss ist einzigartig. So haben wir z.B. ein Bild in der Ausstellung, das beinahe verbrannt wäre. Leider können wir Ernst nicht mehr fragen, was es damit auf sich hatte“, erklärt Galeristin Sabina Überall. Die Kitzbüheler Galeristin und Künstlerin war vor seinem Ableben eine große Stütze für Ernst Insam und verwaltet nun den Nachlass des Künstlers.

„In seinem Schaffen lag eine Naturgewalt“

Insam machte sich schon früh als Grafiker einen Namen. Er sorgte mit Entwürfen für Austria Tabak, Shell oder Carlsberg Bier für Aufsehen. Trotzdem blieb er auch der Malerei treu. „Ernst Insam war ein Naturtalent. Ja, man möchte sagen in seinem Schaffen lag eine Art Naturgewalt“, veranschaulicht der Kunsthistoriker Günther Moschig in seinen einführenden Worten zur Ausstellung. Insam konnte innerhalb der Gegenwartsmalerei Österreichs einen starken Akzent setzen.

Aquarell als Konstante im Leben von Ernst Insam

Der Kitzbüheler Künstler legte sich nie auf einen Stil fest, dennoch begleitete ihn die Aquarellmalerei ein Leben lang. „Die Aquarellmalerei war die Konstante in seinem Schaffen. Insam ließ sich auf den Moment ein“, erklärt Moschig. Der Kunsthistoriker arbeitete noch zu Lebzeiten mit dem Künstler. Insam galt als Außenseiter. „Während alle anderen Skifahren waren, suchte er nach Motiven für seine Aquarelle – das mutete damals für viele komisch an“, erzählt Moschig. Aber der Erfolg gab ihm recht, so ist seine Buchserie „Österreich in Aquarell“, in dem er u.a. Ansichten von Kitzbühel, Wien, Graz oder Salzburg zusammenfasste, heute noch sehr beliebt.

Insam hat rund 20.000 Aquarelle gemalt

Privat verschlug es den Künstler der Liebe wegen nach Norwegen. Seine Töchter Lisa und Ina, die auch zu Vernissage angereist waren, halten das Erbe ihres Vaters in Ehren. „Es ist so schön zu sehen, dass Papa nicht vergessen wurde“, erklärt Lisa. Der Kitzbüheler Künstler hat rund 20.000 Aquarellbilder hinterlassen. Somit dürften weitere Ausstellungen gesichert sein.

Die Ausstellung „Frühe Landschaften“ mit Aquarell- und Kohlebildern aus den 1950er Jahren von Ernst Insam ist bis Ende März 2017 in der Chapter 1 & Sue art gallery in Kitzbühel zu sehen.
Johanna Monitzer

Bild: Ina (li.) und Lisa Insam (re.), die Töchter des verstorbenen Künstlers, eröffneten am Samstagabend mit Galeristin Sabina Überall und Kunsthistoriker Günther Moschig die Ausstellung „Frühe Landschaften“. Foto: Monitzer

 
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