04.04.2020
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Die Ruhe vor dem Sturm

Haushalten mit den Schutzmaterialien ist beim Roten Kreuz angesagt.Derzeit ist es beim Roten Kreuz ruhig. Die Einsätze wurden deutlich weniger, zudem fallen die Krankentransporte großteils weg. Die richtige Personaleinteilung und das Haushalten mit den Schutzmaterialien sind derzeit die Herausforderungen.

Kitzbühel | „Wir haben derzeit viel weniger zu tun, es ist echt ruhig geworden“, erzählt Bernhard Gschnaller, Bezirksgeschäftsführer des Roten Kreuzes. Durch das Ausgangsverbot ist die Zahl der Unfälle stark gesunken, die Krankentransporte wurden durch das Aussetzen von Therapien und dergleichen auch stark rückläufig. Die Fahrzeuge des Roten Kreuzes aus dem Bezirk sind auch nicht bei den mobilen Screenings im Einsatz. „Bei diesem Dienst wechseln sich das Rote Kreuz und der Samariterbund ab. Dafür wird ein eigenes Fahrzeug abgestellt, das mit einem Arzt und den Proben ausgestattet ist. Es fährt im Auftrag der Bezirkshauptmannschaft die einzelnen Personen an und nimmt die Proben ab“, erzählt Gschnaller. Anschließend werden die Proben ins Labor nach Innsbruck gebracht.

Teameinteilungen als Herausforderung
Der Bezirksgeschäftsführer des Roten Kreuzes sieht die Situation wie Bundeskanzler Sebastian Kurz. „Das ist die Ruhe vor dem Sturm“, sagt Gschnaller, dessen Einschätzung nach sich die Situation in zwei bis drei Wochen gänzlich ändern wird. Um dann auch gerüstet zu sein, muss bereits jetzt bei der Personaleinteilung höchste Sorgfalt walten. „Es ist wichtig, dass die Gruppen, wie sie jetzt eingeteilt sind, auch so zusammenbleiben und möglichst wenig Kontakt zu den anderen haben. Auch unsere Leute sind vor einer Ansteckung nicht gefeilt“, sagt Bernhard Gschnaller, der im Notfall immer noch auf Backups zurückgreifen kann. Diese Backup-Teams befinden sich derzeit im Zeitausgleich oder auf Urlaub. Die Hauptamtlichen Mitarbeiter kommen bei Ausfällen zum Einsatz. Damit können entsprechende Reserven geschaffen werden. Zudem werden dem Roten Kreuz auch noch Zivildiener zugeteilt. „Wir hatten letzte Woche bei einem Mitarbeiter einen positiven Fall. Dadurch sind nun auch die Kontaktpersonen in Quarantäne“, erzählt Gschnaller, der sich für solche Fälle wappnen muss.

Haushalten mit Schutzbekleidung
Tirolweit wird nach dem SOP (standard operating procedure) gearbeitet. Hier wird den Rettungsleuten genau vorgegeben wie sie sich zu verhalten haben und welche Schutzkleidung zu tragen ist. „Derzeit haben wir noch ausreichend Material, jedoch müssen wir haushalten. Schutzmasken werden wieder aufbereitet, jedoch ist dadurch der bestmögliche Schutz nicht mehr gewährleistet“, erzählt Gschnaller, der wie viele andere auf eine Lieferung wartet.
Klare Richtlinien gibt es auch für die Transporte. Jeder Patient, egal ob verunfallt oder krank – unabhängig von den Beschwerden – ist als „infektiös“ anzusehen und entsprechende Vorkehrungen sind zu treffen. Elisabeth M. Pöll

Höchste Sicherheitsstandards für Patienten und Rettungsmitarbeiter herrschen in den Fahrzeugen des Roten Kreuzes. Foto: bilderpool.at

 
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