12.03.2017
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Die Pionierin mit dem Fotoapparat

Ohne Sentimentalität erzählen die Bilder von Erika Hubatschek von  dem harten Leben der Bergbäuerinnen. Die Ausstellung „Frauenbilder“ im Kunstraum Hopfgarten ist eine Hommage an starke Frauen – vor und hinter der Kamera.

Hopfgarten | Kein Bergbauernhof war zu abgelegen, keine Alm lag zu hoch und keine Arbeit war zu schwer. Die österreichische Fotografin, Geografin und Volkskundlerin, Erika Hubatschek, dokumentierte nicht nur das Leben der Bauern, sondern versuchte es zu verstehen. „Die Leute ließen sich damals nicht so einfach fotografieren – noch dazu von einer Frau. Meine Mutter arbeitete auf den Höfen mit und lebte mit den Bauern“, erzählt Irmtraud Hubatschek über ihre verstorbene Mutter.

Nachlass von 14.000 Negativen

Ein Leben lang dokumentierte die gebürtige Kärnterin in Wort und Bild das Leben der Bergbauern und deren Kultur. Lange Zeit arbeitete sie mit einer Kodak Retina, später mit  einer Leica – alle Blitzaufnahmen entstanden damals mit Magnesiumlicht. Ihr Nachlass, den Tochter Irmtraud sorgsam verwaltet, umfasst ein Archiv von 14.000 Negativen und tausenden Dias. Einen kleinen Ausschnitt ihrer Fotografien sind nun zur ihrem 100. Geburtstag im Kunstraum in Hopfgarten zu sehen.

Bilder, die das Leben darstellen

Die Ausstellung, die vom Regionalmanagement Kitzbüheler Alpen initiiert wurde, rückt unter dem Titel „Frauenbilder“ die weibliche Rolle im bergbäuerlichen Betrieb in den Vordergrund. „Ich habe Erika Hubatschek 1994 das erste Mal kennengelernt. Sie hat mich als Person sofort fasziniert. Ihre Bilder haben eine Aussagekraft und spiegeln das Leben ungestellt wider – was zu dieser Zeit sehr unüblich war“, erklärt Geschäftsführerin Barbara Loferer-Lainer.

50 Fotos in Schwarz-Weiß werden im Rahmen der Ausstellung präsentiert. Entstanden sind die Bilder zwischen den Jahren 1939 und 1961. „Meine Mutter hat eigentlich aus Frust darüber, dass ihre Publikationen immer so schlecht bebildert waren, angefangen, selbst zu fotografieren“, schmunzelt die Tochter. Ihr Talent, die Menschen so zu zeigen, wie sie sind, fand schnell weltweit Beachtung. So stellte Erika Hubatschek u.a. in New York oder Mailand aus.

Mit 71 Jahren eigenen Verlag gegründet

Ebenfalls aus Ärger über die Lieblosigkeit so mancher Verleger im Umgang mit ihrem Material, gründete die umtriebige Fotopionierin mit 71 Jahren kurzerhand einen eigenen Verlag, in dem zahlreiche erfolgreiche Bildbände und Fachbücher erfolgreiche publiziert wurden. Auch dieses Erbe führt Tochter Irmtraud fort. „Der Verlag soll weiter wachsen. In diesem Jahr erscheinen fünf Bücher“, informiert Hubatschek.

Außerdem werden die Fotos von Erika Hubatschek noch in diversen Ausstellungen gezeigt. Den Auftakt in Tirol  macht die Ausstellung „Frauenbilder“ im Kunstraum Hopfgarten, die noch bis zum 25. März zu sehen ist. Johanna Monitzer

Bild: Barbara Loferer-Lainer, (Regionalmanagement), Irmtraud Hubatschek, Galerist Peter Ainberger und Andrea Achrainer (Mitorganisatorin) führten den Kitzbüheler Anzeiger vor Eröffnung durch die Ausstellung „Frauenbilder“. Foto: Monitzer

 
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