23.09.2016
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Die Pioniere der Mutterkuhhaltung

Das Fleisch vom Jahrling ist von besonderer Qualität. Familie Landmann aus Oberndorf leistete Pionierarbeit, als sie auf die Mutterkuhhaltung umstieg. Mittlerweile werden tirolweit pro Jahr 1.200 Tiere vermarktet.

Oberndorf | Im Hintergrund grasen die Kühe auf der Weide – ein etwas ungewöhnlicher Ort für eine Pressekonferenz, dennoch ist die Kulisse passend zur naturnahen Fleischproduktion, die Familie Landmann an ihrem Hof betreibt. Vor Jahren ist man am Ensmannhof in Oberndorf bereits auf Mutterkuhhaltung umgestiegen. „Aktuell haben wir 26 Mutterkühe sowie 18 Jahrlinge auf unseren Weiden und auf unserer Alm“, erzählt Hansjörg Landmann.

Was ist das besondere an einem Jahrling?

Ein Tiroler Jahrling wird im Alter von neun bis zwölf Monaten geschlachtet. Anfangs trinkt das Kalb Muttermilch, später kommen - ganz naturnah - Gras und Heu dazu. „Das Fleisch vom Jahrling ist etwas ganz Besonderes. Es vereint alle positiven Eigenschaften von Kalbfleisch und klassischem Rindfleisch. Das Fleisch ist saftig, zart und durch den geringen Fettanteil leicht verdaulich“, zeigen Claudia und Hansjörg Landmann auf.

Qualitätsfleisch, das in ganz Tirol gefragt ist

Der Jahrling ist ein Qualitätsprodukt, das in ganz Tirol immer mehr an Bedeutung gewinnt, wie Michael Wurzrainer, Geschäftsführer des Tiroler Vieh Marketing erfreut berichtet. „Ich kann mich noch daran erinnern, als ich die ersten Jahrlinge selbst geliefert habe. Mittlerweile steht ein ausgeklügeltes Logistik- und Transportsystem zur Verfügung“, erzählt Wurzrainer. Pro Jahr werden ca. 1.200 Jahrlinge mit dem Gütesiegel „Qualität Tirol“ vermarktet.

Der einzige Großabnehmer für das regionale Fleischprodukt ist derzeit die heimische Handelskette MPreis. „Dieses Qualitätsprodukt hat uns auch sehr viele Konsumenten gebracht. Uns ist  es sehr wichtig, regionale Produkte anbieten zu können“, erklärt Alexander Jeschow, Einkaufsleiter bei MPreis.

Angebot und Nachfrage decken sich nicht immer

Angebot und Nachfrage eines solchen Naturproduktes zu bewältigen stellt aber eine Herausforderung dar. „Der Jahrling ist eben kein Industrieprodukt. Die meisten Jahrlinge werden im Herbst geschlachtet, deshalb ist dort auch das Angebot am größten. Besonders im Sommer, während der Grillzeit, wäre die Nachfrage größer, das Angebot ist aber kleiner“, veranschaulicht Wendelin Juen, Geschäftsführer der Agrarmarketing Tirol.

Aber auch das nehmen die Kunden in Kauf, wie der Einkaufsleiter von MPreis betont. „Die Kunden wissen, dass sie ein ehrliches Produkt bekommen, das es eben nicht im Übermaß gibt“, erklärt Jeschow. Neben den Filialen der Handelskette kann das Jahrlingsfleisch auch bei vielen Bauern direkt ab Hof erworben werden. Johanna Monitzer

Bild: Michael Wurzrainer (Tiroler Vieh Marketing), Wendelin Juen (Agramarketing Tirol), Alexander Jeschow (MPreis) und Jahrlings-Züchter Hansjörg Landmann (v. li.) informierten über das Qualitätsfleisch aus Tirol. Fotos: Monitzer

 
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