24.06.2018
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Die Millionengrenze geknackt

Die Gesundheits- und Sozialsprengel müssen wie Wirtschaftsbetriebe agieren. In St. Johann wurde 2017 die Millionengrenze überschritten. Personalmangel, Abschaffung des Pflegeregresses und erhöhter Bedarf an mobiler Pflege sind nur einige Herausforderungen.

St. Johann | Über 24.000 Stunden waren die Pflegefachkräfte und Helfer vom Gesundheits- und Sozialsprengel St. Johann für die Klienten im abgelaufenen Jahr im Einsatz. Im Schnitt wurden 202 Klientinnen und Klienten betreuten.  „Die Wegzeiten konnten gesenkt werden. Insgesamt fuhren die Mitarbeiter 125.000 Kilometer“, rechnet Obmann Franz Berger vor.  

Beachtliche Zahlen liefert auch Kassier Georg Zimmermann. So knackte der Sprengel mit einer Bilanzsumme von rund 1,003 Mio. Euro erstmals die Millionengrenze. „Als Non-Profit-Organisation haben wir einen kleinen Überschuss von 7.215,85 Euro erwirtschaftet. Der Sprengel steht auf soliden finanziellen Beinen“, erklärt Zimmermann.

Der Druck wächst

Dennoch werden die Herausforderungen für die Sprengel nicht weniger, wie Geschäftsführer Claus Hutter erläutert: „Wir müssen wie ein Wirtschaftsbetrieb agieren und genau kalkulieren. Das abgelaufene Jahr stand im Zeichen von Qualität vor Quantität.“ So setzte der Sprengel auf Mitarbeiterausbildung und auf eine Verbesserung des Angebots. „Das Leihpersonal konnten wir im letzten Jahr reduzieren“, berichtet Hutter. Wobei der Personalmangel im Pflegebereich sich auch bei den Sprengeln bemerkbar macht. Der Obmann des Sprengels Pillersee berichtet etwa in seinen Grußworten, dass sie seit zwei Jahren vergeblich nach einer Diplompflegekraft suchen. „So schlimm ist es in St. Johann noch nicht, aber auch wir haben vor allem bei den Fachkräften Bedarf. Helfer gibt es hingegen genug“, veranschaulicht Hutter.

Den immer größer werdenden Druck, auch unter den Sprengeln, zeigt Vorstand Franz Wiesflecker auf. „Es darf nicht sein, dass sich die Sprengel gegenseitig das Personal abwerben und die Arbeit muss mehr gewürdigt werden.“

Die Personalfrage wird somit nicht nur die Altenheime, sondern auch die Sprengel in Zukunft beschäftigen. „Hier ist die Politik gefordert, die Rahmenbedingungen  zu schaffen. Die Leistungen von den Sozialsprengeln gehören an die der stationären Versorgungseinrichtungen angepasst“, sagt Hutter.

Wie sich die Abschaffung des Pflegeregresses für die Sprengel auswirken wird, lässt sich schwer sagen. „Fakt ist, dass viele Leute lieber daheim altwerden und die mobile Pflege wohl auch zunehmen wird. Eine wichtige Ergänzung ist hier sicher auch die 24-Stunden-Pflege. Wie sich das mit dem Pflegeregress weiterentwickelt, wird spannend und ist auch von der Politik abhängig“, so Hutter.

Von Spenden abhängig

Der Gesundheits- und Sozialsprengel ist nach wie vor auch von den Einnahmen aus Spenden abhängig. „Fünf Prozent unserer Betriebsleistung bestreiten wir aus Spenden. Ein herzliches Dankeschön dafür“, rechnet Hutter vor. Rund 170 Mitglieder zählt der Sprengel derzeit. Mit dem jährlichen Mitgliedsbeitrag von 20 Euro kann man den Sprengel in seiner wichtigen Tätigkeit auch im Kleinen unterstützen. J. Monitzer

Bild: Der Vorstand vom Gesundheits- und Sozialsprengel St. Johann (v.li.): Georg Zimmermann, Claus Hutter, Maria Krepper, Franz Berger, Dagmar Stöckl-Berger, Franz Wiesflecker und Sabine Trabi.  Foto: Monitzer

 
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