18.11.2019
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Die Marschrichtung festgelegt

Ein Zukunftsranking für die österreichischen Bezirke war der Ausgangspunkt für das Maßnahmenpaket, das die Wirtschaftskammer Kitzbühel mit ihren Mitgliedern gemeinsam geschnürt hat. Der Fokus liegt auf den Themenbereichen Wirtschaftsstandort, Verkehr und Fachkräfte.

Bezirk | Die Wirtschaft steht eigentlich immer vor Herausforderungen. Wer tiefer schaut, erkennt bald einige treibende Faktoren, die für die Entwicklung in den kommenden Jahren und Jahrzehnten wichtig sind. So landete die Region Kitzbühel in einem Zukunftsranking der österreichischen Bezirke lediglich auf Platz 47 und damit im Mittelfeld. Aufholbedarf gibt es wie berichtet vor allem beim Themenbereich Innovation. Die Demografieentwicklung im Bezirk führt zum zweiten Schwerpunkt, dem Fachkräfte- und generellen Arbeitskräftemangel. Ein Dauerbrenner ist nicht zuletzt das Thema Verkehr. Rund um diese Schwerpunkte entwickelten Unternehmer und Entscheidungsträger dann im Rahmen eines Workshops einige Handlungsstrategien, die sich die Wirtschaftskammer Kitzbühel für die Jahre 2020 bis 2025 als Agenda vorgenommen hat.

Fokus auf Lehre und Mitarbeiterwohnungen
Wer Fachkräfte sagt, muss beispielsweise auch Lehre sagen und in diesem Bereich will die Kammer weiterhin fleißig tätig sein. Schwerpunkte sind z.B., die Lehre nach der Matura zu forcieren, die „Talent-Card“ auszubauen sowie erfolgreiche Unternehmen vor den Vorhang zu stellen bzw. in den Schulen sprechen zu lassen. In diesen Bereich spielt auch mit hinein, dass sich die Kammer für leistbare Mitarbeiterwohnungen einsetzen will. „Aktuell ergeht ein Fragebogen an die Unternehmer“, erläutert Klaus Lackner. Mit diesem soll der Bedarf an enstprechenden Wohnungen bzw. generell an Fachkräften und Mitarbeitern abgeklärt werden.
Ein anderer Punkt auf der Agenda ist bereits umgesetzt worden: Wie berichtet bemüht sich die Kammer um mehr Innovationspotenzial für den Bezirk. In diesem Rahmen wird eine entsprechende Plattform geschaffen und gleichzeitig nahm mit Anfang November ein eigener Innovationsmanager seine Arbeit auf. Konkret geht es darum, die Start-up-Kultur zu fördern.
In das Arbeitsfeld „Wirtschaftsstandort“ spielt außerdem mit hinein, dass leistbare Gewerbegründe in den Gemeinden der Region zur Verfügung stehen. Lackner verweist etwa auf einen Vorstoß in Gundhabing. Eine allgemeine Revitalisierung der Ortskerne, wie sie im Zuge der großen Einzelhandelsstudie der Regio3 empfohlen wird, steht ebenfalls auf der Liste der geplanten Maßnahmen. „Wir wollen künftig die Kaufmannschaften in ihren diesbezüglichen Bestrebungen unterstützen“, führt der Kammerobmann zu diesem Aspekt aus.

Verkehrssituation prekär
Der Ruf der Wirtschaft nach einer entsprechenden Verkehrspolitik verstummt nie. Prominentes Beispiel ist die oft geforderte Umfahrung Kitzbühel. Um dieses Thema sei es „in letzter Zeit zu still geworden. Wir machen Druck auf die Politik, sonst wird das nichts“. Für dieses Vorhaben wünscht sich Klaus Lackner bekanntlich einen Spatenstich im Jahr 2021.
Einen anderen Schwerpunkt zum Thema Verkehr erarbeiteten die Beteiligten in ihrem Zukunftsworkshop: Konkret wird ein Ausbau des Radwegenetzes gefordert. „Dazu gehört auch die Verbindung zwischen Oberndorf und Kitzbühel“, wie es in dem Positionspapier heißt.
Unterstützung für all diese Anliegen erhalten die Wirtschaftstreibenden im Bezirk auch von ihrem Tiroler WK-Präsidenten, Christoph Walser.

Walser attestiert der heimischen Wirtschaft einige Schlagkraft, die auch krisenfest ist. Die große Stärke: 90 Prozent der Betriebe im Bezirk sind Klein- und Mittelbetriebe. In Sachen Verkehr plädiert Walser dafür, „neue Wege zu gehen, innovativ denken und den Güterverkehr auf die Schiene zu verlegen.“ Dafür brauch es jedoch eine europäische Lösung, wie der Präsident unterstreicht.
In Sachen Wohnen und Raumordnung sieht der Präsident die Bürgermeister in der Pflicht. „Rückwidmungen lehnen wir ab.“ Vielmehr plädiert Walser für die Vertragsraumordnung. Elisabeth Galehr

WK-Präsident Christoph Walser und Bezirkskammerobmann Klaus Lackner präsentierten die Agenda 2020 bis 2025, die von Unternehmern und Entscheidungsträgern mitentwickelt worden ist. Foto: Galehr

 
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