18.04.2020
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Die Luftwerte werden besser

Die Corona-Pandemie hat  den Verkehr deutlich reduziert. Die Luftqualität ist gestiegen – vor allem entlang der Transitrouten.

Bezirk, Tirol | Das Auto blieb in der Garage, der Güterverkehr war deutlich reduziert - die Ausgangssperre bzw. tirolweite Quarantäne führte zu einer erheblichen Reduktion des Verkehrsaufkommens. LH-Stv.in Ingrid Felipe berichtet in einer Presseaussendung am 23. März über einen Verkehrsrückgang von 74 Prozent auf Tirols Landstraßen sowie einen Rückgang des Güterverkehrs um 26 Prozent.
Wie die Luftgütemessungen des Landes zeigten, hatte der reduzierte Verkehr bereits  im März direkte Auswirkungen auf die Luft in Tirol, wie LH-Stv.in Felipe erläuterte: „Die reduzierte Mobilität im Land wirkt sich auch auf die Luftqualität aus. Die Stickstoffdioxidwerte, die hauptsächlich vom Verkehr verursacht werden, liegen aktuell um ca. 50 – 60 Prozent unterhalb des Niveaus des Vorjahres.“

Werte liegen um 45 % unter dem Vorjahr
Neuere Auswertungen gab es vor Redaktionsschluss noch nicht, die Behörde möchte die Osterwoche abwarten. Walter Egger, Abteilungsleiter für Waldschutz und Luftgüte in Tirol, erklärt gegenüber dem Kitzbüheler Anzeiger, dass sich die Stickstoffdioxidwerte in den letzten Wochen gleichbleibend um ca. 45 % unterhalb des Niveaus des Vorjahres eingependelt haben. Hauptursache für hohe Stickstoffdioxidwerte ist der Straßenverkehr. „Belastet sind hier vor allem die Bereiche an der Transitstrecke“, erklärt Egger.

Und was ist mit dem Flugverkehr?
Welche Auswirkungen der stark eingeschränkte Flugverkehr auf die Luftqualität  in Tirol hat, kann man derzeit noch nicht sagen. „Beim Flughafen in Innsbruck sind die Starts und Landungen für bodennahe Emissionen verantwortlich“, erklärt Egger.

Corona macht neue Studien möglich
Viel spannender ist allerdings, wie sich die fast weltweiten Einschränkungen im Luftverkehr auf die CO2-Werte und das Klima auswirken. „Hier sind sehr aufschlussreiche wissenschaftliche Studien zu erwarten, die für die Zukunft sehr wertvoll sein könnten“, veranschaulicht Egger. Ohne Corona-Pandemie hätte man solche Vergleiche bzw. Studien nie machen können.
Nach der Osterwoche werden die neuesten Auswertungen des Landes Tirol über die Luftqualität erwartet.
Es bleibt spannend, wie sich die Luftwerte ohne den massiven Osterreiseverkehr verändert haben. Johanna Monitzer

Daten & Fakten - Schädliche Stickstoffoxide
Stickstoffoxide NOx (Stickstoffmonoxid (NO) und Stickstoffdioxid (NO2)) entstehen überwiegend als unerwünschte Nebenprodukte bei der Verbrennung von Brenn- und Treibstoffen bei hoher Temperatur. Der mit Abstand größte Verursacher ist der Verkehr.
Die Grenzwerte für NO2 werden vor allem verkehrsnah in größeren Städten und im Inn-tal überschritten. Hauptverursacher dieser Überschreitungen ist der Verkehr. Zur Verringerung der Belastung wurden verschiedene Maßnahmen eingeführt, wie z.B. ein Nachtfahrverbot für schwere Nutzfahrzeuge, ein sektorales Fahrverbot oder Geschwindigkeitsbeschränkungen.
Für den Menschen besonders schädlich ist NO2, da es die Lungenfunktion beeinträchtigt, aber auch Langzeiteffekte auf die kardiovaskulare Mortalität hat, das heißt Todesfälle durch Herz-Kreislauferkrankungen.

Auswirkungen
Außerdem sind die Stickstoffoxide mitverantwortlich für die Versauerung und Eutrophierung (Überdüngung) von Böden und Gewässern. In der kalten Jahreszeit entsteht aus gasförmigen Stickoxiden und Ammoniak partikelförmiges Ammoniumnitrat. Dieses trägt zu einer großräumigen Belastung durch Feinstaub (PM10) bei. Im Sommer führen Stickstoffoxide zusammen mit Kohlenwasserstoffen zur Bildung von Ozon.
Mehr Informationen zur Luftverschmutzung in Österreich sind im Bericht „Austria´s Annual Air Emission Inventory 1990-2018“ zu finden. Quelle: Bundesministerium für Umwelt

Leere Straßen (im Bild B178 St. Johann), besonders zu Beginn der Quarantäne, sorgten für eine bessere Luft. Foto: Klausner

 
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