03.04.2020
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Die Lebenshilfe bereitet sich vor

Wie geht es unseren Mitmenschen mit Behinderung? Die Lebenshilfe passt die Betreuung an die derzeitige Ausnahmesituation an. Notunterkünfte sollen Krankenhäuser entlasten. Schutzkleidung wird benötigt.

Bezirk | „Noch ist die Situation in der Lebenshilfe den Umständen entsprechend relativ entspannt“, sagt Regionalleiter Markus Themel. Kein Klient oder Mitarbeiter hatte sich bis Redaktionsschluss mit dem Coronavirus infiziert oder musste aufgrund eines Verdachtes bzw. Kontakt mit möglichen Infizierten in Quarantäne.
Dennoch sorgt die Lebenshilfe nun tirolweit für den Ernstfall vor. Im ganzen Land werden Notunterkünfte eingerichtet. „Bei begründetem Verdacht und sobald jemand, den wir begleiten, positiv getestet werden würde, können wir diese Unterkünfte anbieten“, erklärt Georg Willeit, Geschäftsführer der Lebenshilfe.  

Auf der Suche nach Notunterkünften
Auch im Bezirk Kitzbühel ist man auf der Suche. „Drei Angebote habe ich schon bekommen. Die perfekte Notunterkunft war aber noch nicht dabei“, berichtet Themel. Gesucht werden barrierefreie Unterkünfte mit acht bis zehn Zimmern. Die Zimmer müssen zumindest teilweise ein eigenes Bad haben. Optimal wäre ein Badezimmer nahe des Eingangsbereiches, um eine Art Schleuse zur Desinfektion zu errichten.
Die Notunterkünfte sollen im Ernstfall dazu dienen, um Mitarbeiter oder Klienten zu isolieren. Auch sollen die Krankenhäuser im Fall des Falles dadurch entlastet werden. „Sollte es zu einer Infizierung oder dem Verdacht kommen, dann müssen wir in Zusammenarbeit mit der Behörde jeden Fall einzeln beurteilen“, veranschaulicht Themel.
Jeder Klient der Lebenshilfe hat andere Bedürfnisse und unterschiedlichen Betreuungsbedarf. „Dass die vertraute Pflegeperson auch im Falle einer Quarantäne dabei sein kann, gibt den Klienten Sicherheit“, erklärt Themel. Derzeit leben die Klienten der Lebenshilfe in vier Wohnheimen sowie in über 20 betreuten Wohneinheiten quer über den Bezirk verstreut.

Wie geht es den Mitarbeitern?
Für die 110 Mitarbeiter der Lebenshilfe im Bezirk bedeutet der Coronavirus eine Herausforderung. „Unsere Mitarbeiter haben alle sozialen Kontakte auf ein Minimum reduziert, um die Ansteckungsgefahr so gering wie nur möglich zu halten“, veranschaulicht Themel. Zudem wird darauf geachtet, dass immer die selben Mitarbeiter bei einem Klienten sind. Die Mitarbeiter versuchen den Alltag in Zeiten von Corona so gut wie möglich in gewohnter Struktur für die Klienten zu gestalten. Die Arbeitseinsätze in den Betrieben wurden jedoch eingestellt, deshalb wurde die Betreuung individuell an die Klienten angepasst.  „Lediglich eine Werkstätte hat noch offen“, informiert Themel.

Mehr Schutzkleidung wäre nötig
Abstand halten bei der Arbeit mit Behinderten ist schwierig - deshalb wäre Schutzkleidung für die Mitarbeiter der Lebenshilfe dringend notwendig. Nur zu bekommen ist sie derzeit schwer. „Falls jemand noch Schutzmasken oder sonstige Schutzausrüstung daheim hat, wären wir über jede Hilfe dankbar“, so Themel. In der Zentrale in Innsbruck erklärte man gegenüber dem Kitzbüheler Anzeiger, dass eine Bestellung von Schutzkleidung beim Land Tirol aufgegeben wurde und in den nächsten Tagen ausgeliefert werde soll.

Wie gehen die Klienten mit dem Virus um?
Die Klienten der Lebenshilfe nehmen die momentane Ausnahmesituation aufgrund des Coronavirus gelassen oder sind verunsichert. „Eigentlich wie im Rest der Bevölkerung auch – einige haben Angst und andere sind unbekümmert. Wir hoffen das Beste und tun unser Möglichstes damit sich niemand infiziert“, so Themel. Johanna Monitzer

Die Mitarbeiter der Lebenshilfe stemmen die Herausforderung „Coronavirus“ gemeinsam mit den Klienten. Foto: Mühlbacher

 
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