30.01.2017
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Die Lawine kam leise und schnell

Glimpflich ging der Lawinenabgang am 15. Jänner auf der Hohen Salve aus. Der verschüttete 19-Jährige Hopfgartner konnte von der Bergrettung rechtzeitig ausgegraben werden. Von der halben Stunde in der Lawine weiß er nicht mehr viel, denn er verlor schnell das Bewusstsein.

Hopfgarten | Den 15. Jänner 2017 werden die fünf Burschen aus Hopfgarten so schnell nicht mehr vergessen. Was als harmloser Skitag begann, endete mit dramatischen Szenen, die einen guten Ausgang hatten.

Die frisch verschneiten Hänge, die in den Sonnenstrahlen glitzerten, lockten zum Tiefschneefahren. Diesem Reiz gaben auch Matthias Feyersinger und seine Freunde nach. „Wir sind erst weiter unten in den Hang eingefahren. Da waren schon die ersten Spuren gezogen“, erinnern sich die fünf bei ihrem Besuch am C4-Stützpunkt. Sie standen in der Gruppe zusammen, als sie plötzlich hinter sich, lautlos, eine weiße Wand kommen sahen. Danach ging es schnell und sie wurden von der Lawine erwischt. Vier der Männer wurden nur zum Teil verschüttet und konnten sich selbst befreien bzw. sich gegenseitig helfen. Als sie merkten, dass Matthias Feyersinger fehlt, dachten sie, er hätte noch vor der Lawine fliehen können. Als er die Anrufe nicht annahm, wurde es zur Gewissheit für seine Freunde, dass er unter den Schneemassen begraben ist.

Freerider starteten mit der Suchaktion

„Uns kamen gleich einige Freerider zu Hilfe. Die waren bestens ausgerüstet und haben mit dem Sondieren begonnen“, erinnert sich Peter Schernthanner. Zeitgleich wurde auch die Leitstelle informiert. Zwei Notarzthubschrauber, ein Polizeihubschrauber, drei Lawinenhunde und die Männer der Bergrettung Hopfgarten und Westendorf trafen bei der Unglücksstelle ein und machten sich auf die Suche nach dem Verschütteten. Die Hündin Asta spürte Mathias Feyersinger auf und Stefan Fuchs begann gleich mit den Grabungsarbeiten. „Als ich sein Gesicht freigelegt hatte, bewegten sich seine Lippen“, erinnert sich der Bezirksleiter der Suchhundestaffel. „Zum Glück konnte der Kopf als erstes freigelegt werden,“ weiß Notarzt Clemens Dengg, der sofort mit der Erstversorgung des Verunglückten begann.

Kaum Erinnerungen an die Zeit unterm Schnee

An die Situation in der Lawine kann sich Matthias Feyersinger kaum noch erinnern. „Es waren vielleicht noch zwei oder drei Minuten, bis ich bewusstlos wurde. Panik habe ich aber keine verspürt“, schildert er die wenige Momente, an die er sich noch erinnern kann. Das nächste, woran sich der 19-järhige wieder erinnern kann, war, als er bereits aus dem Schnee befreit war. „Auch wenn ich wenig mitbekommen habe, ist mir sehr wohl bewusst, wie viel Glück ich hatte“, erzählt Matthias Feyersinger, der mit dem Notarzthubschrauber in das Krankenhaus Kufstein geflogen wurde.

Mit einem Geschenk bedankten sich die fünf jungen Männer vergangene Woche bei ihren Rettern und dankten ihnen auch für ihren Einsatz. Einen großen Kalbsknochen gab es für Hündin Asta von ihrem Besitzer und Hundeführer Sebastian Antretter.

Skifahren ist für die fünf jungen Hopfgartner derzeit nicht angesagt. Nicht aus Angst, sondern weil alle bei dem Lawinenunglück ihre Ski verloren haben. Wenn der Schnee geschmolzen ist, wollen sie sich auf die Suche nach ihrer Ausrüstung machen. Elisabeth M. Pöll

Bild: Pilot Andreas Berger, Notarzt Clemens Dengg, die Lawinenopfer Peter Schernthanner, Peter Fankhauser, Christian Anrain und Hannes Misslinger mit den Bergrettern Toni Ager und Reinhard Embacher (stehend v. l.) sowie Hundeführer Stefan Fuchs mit Hündin Wera, Lawinenopfer Matthias Feyersinger und Hundeführer Sebastian Antretter mit Hündin Asta (vonre v.l.). Foto: Pöll

 
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