21.12.2020
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Die Herbergssuche unter Zeitdruck

Seit 1981 finden an der Mittelschule 2 in St. Johann alljährlich Krippenausstellungen im Advent statt. Heuer ist alles anders. Mit Hochdruck werden die Krippen gebaut. Statt einer Ausstellung wird auf eine Online-Präsentation gesetzt.

St. Johann | Schnell noch werden die letzten Schindeln aufs Dach geklebt, den Holzstoß bei der Hütte aufgestapelt, denn bald ist Weihnachten und Jesus wird in der Krippe geboren. Ein straffes Programm für die Schüler der Mittelschule St. Johann, denn die Zeit zum Fertigwerden der Krippen drängt.
Vier Gruppen sind heuer beim Werkeln. Unterschieden wird dabei in Tiroler Krippen –  einmal mit Altholz und einmal ohne sowie moderne und geschnitzte Krippen. „Die Orientalische Krippe ist sich heuer nicht ausgegangen“,erklärt Lehrerin Christine Schmidl, die die Kurse mit drei Lehrpersonen in der Mittelschule St. Johann anbietet.

Rund 80 Stunden Arbeit stecken in einer Krippe
Die Motiviation bei den Schülern ist hoch, trotz der schwierigen Rahmenbedingungen. „Eine Absage kam nicht infrage, da viele Schüle wegen des Krippenbauens die Mittelschule besuchen“, erklärt Schmidl und so galt es in Rekordzeit zu arbeiten. Insgesamt werden in die Krippen zwischen 70- 80 Stunden investiert, bei der modernen Krippe sind es rund 30 Stunden. Alles erfolgt in der Freizeit, neben dem Schulunterricht.
Ein Start in den Sommerferien war heuer nicht möglich. Pünktlich zu Schulbeginn sind die motivierten Schüler zwei Nachmittage zusätzlich in der Schule um die Krippen herzustellen. Auch in den Herbstferien durfte ebenso nicht gearbeitet werden. „Knapp vor Weihnachten sollten alle 33 Krippen fertig sein“, hofft Christine Schmidl. Ungewöhnlich ist auch der Arbeitsablauf: „Nach jedem Kurs muss das ganze Werkzeug desinfiziert werden“, erzählt die engagierte Krippenbauerin.

Beliebte Tradition
Seit Jahrzehnten bauen Schüler in liebevoller Kleinarbeit unter Mithilfe ihrer Lehrer kunstvolle Krippen, die in der Aula ausgestellt und besichtigt werden können. Populär ist das Angebot besonders für Mädchen: Heuer sind sie wieder in der Mehrheit. „Den Mädels gefällt die handwerkliche Arbeit“, erklärt Schmidl die Faszination.
Statt Ausstellung:

Präsentation im Internet
Nachdem keine Ausstellung stattfindet, muss aber aufs bewundern der handwerklichen Kleinode nicht verzichtet werden. Lehrkräfte und Schüler haben zusammengearbeitet und so gibt es auf der Schulhomepage eine eigene Power-Point-Präsentation über das Entstehen einer Krippe und kleine Filme geben Einblick in die aufwendige Fertigung. Die Präsentation ist auf der Schulhomepage unter www.ms2-stjohann.tsn.at veröffentlicht.

Nächstes Jahr folgt die Jubiläumsausstellung
In einem sind sich jedoch alle einig: Die 40. Krippenausstellung muss wie gewohnt in der Aula in festlichem Rahmen eröffnet werden. Denn nichts vermittelt so viel vorweihnachtliche Stimmung, wie Weihrauch, Musik und Tiroler Krippen es tun. Verena Mühlbacher

Bild: Die Tiroler Krippen der Schüler sind hier kurz vor der Fertigstellung. Foto: Schmidl

Außerdem - Besonderer Krippenbau
Fieberbrunn, Waidring | Als eine der größten Krippenausstellungen im Bezirk gilt jene in Fieberbrunn. Rund 50 Krippen sind dort am ersten Adventwochenende zu sehen. Heuer sind keine neuen dazugekommen, da die Kurse abgesagt wurden. „Wir haben es komplett auf nächstes Jahr verschoben“, heißt es vom Krippenverein. Insgesamt werden drei Kurse für Erwachsene und zwei Kurse für Kinder angeboten. Beginn ist immer Mitte August, damit Maria und Josef pünktlich zum 1. Advent einziehen können.

In Waidring können die Bastler am kommenden Samstag die Krippen mit nach Hause nehmen. Die Zeit war keine einfache: In der Gruppe wurde begonnen, dann kam die Zwangspause bevor in Kleingruppen weitergearbeitet werden musste. Zum Schluss gab es Einzelunterricht. „Wir haben uns oft untertags getroffen“, erzählt Obmann Andreas Schreder. Eine Ausstellung darf aber nicht stattfinden, so muss die erste offizielle Veranstaltung im neuen Vereinsheim noch warten.
veh

 
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