28.05.2020
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Die Chefin von Felix Mitterer

Das erfüllte Leben einer starken, mutigen und erfolgreichen Unternehmerin.

Kirchberg | Anny Schwaiger kam 1919 als Tochter der Unternehmerfamilie Schwaiger zur Welt und wuchs mit vier Geschwistern beim „Roanwirt“ auf. Das aufgeweckte Mädchen konnte die Hauptschule in Kitzbühel besuchen, danach war sie auf Weiterbildung in der Hauswirtschaft bei den Ursulinen in Innsbruck. Die Schulausbildung und die Gehilfenprüfung für das Hotel- und Gaststättengewerbe schloss sie mit Auszeichnung ab, dann war sie im Gastgewerbe tätig. Während eines Einsatzes in München verliebte sie sich in einen Soldaten und sie heirateten. 1945 kam Tochter Gabi zur Welt.

Mut zu großen Investitionen
Nach dem Tod der geliebten Mutter wurde der große Besitz Unterm Rain aufgeteilt, Anny erhielt den veralteten Bäckereibetrieb in der Kirchgasse, der noch mit einem Backrecht der Kaiserin Maria Theresia ausgestattet war.
Nun entwickelte Anny Pfanner eine ungewöhnliche Selbstständigkeit und übernahm für sich und die Tochter eine mutige Investition. Mit den zur Führung des Betriebes vorgeschriebenen Männern unzufrieden, begann sie 1952 mit einem Anfangskapital von 300 Schilling den Umbau der Bäckerei. Sie warf die alte Einrichtung hinaus, errichtete einen neuen Ofen, sicherte aber auch die Zukunft durch den Ausbau von Fremdenzimmern. Da kam ihr der Aufschwung des Tourismus gerade recht.

Felix Mitterer lieferte Semmeln aus
Die Kirchgass-Bäckerei florierte gut. Mit im Betrieb tätig war der in Kirchberg aufgewachsene Felix Mitterer. Lehrer Herbert Sojer entdeckte und förderte das literarische Talent, die Bäckersfrau finanzierte die Jugendjahre des armen Burschen, der ab fünf Uhr früh mit dem Fahrrad unterwegs war, um in den Pensionen Semmeln und Schwarzbrot zuzustellen.
Die Verbindung Mitterers zu Kirchberg blieb aufrecht, der derzeit meistgespielte Dramatiker Österreichs, ist mit ihr noch immer verbunden. Seinerzeit galt neben der Arbeit sein Interesse der hübschen Tochter Gabi, er erinnert sich noch immer seiner Schwärmerei vor bald 60 Jahren.

Familienbetrieb in der dritten Generation
Die Tochter hatte mit dem Bäcker, der als Geschäftsführer ab 1970 den Betrieb leitete, mehr Glück als die Mutter in der schwierigen Aufbauzeit. Gabi und Edi Auinger blieben bis zum Pensionsantritt, nun führt Wolfgang Auinger mit seiner Frau Viktoria den Traditionsbetrieb.
Gabi Auinger ist 2014 verstorben. Die Enkelin Maria, die in Australien lebt, war zum „Hunderter “ der Oma daheim.
Anny Pfanner schloss sich dem Seniorenbund an und war bei vielen Veranstaltungen begeistert dabei. Sie wohnt noch allein daheim, wird aber umfassend betreut und lebt mit ihren Angehörigen und Freunden mit.
Der lebenstüchtigen Mutter und Unternehmerin möge ein glücklicher Lebensabend beschieden sein. H.W.

Die Enkelin Maria kam aus Australien zum 100. Geburtstag von Anny Pfanner. Foto: privat

 
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