23.02.2019
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Der Posten ist nicht heiß begehrt

Bei der Großachengenossenschaft werden am Sonntag die Karten neu gemischt. Die Obmannschaft ist alles andere als heiß begehrt.

Kirchdorf | „Wer wird neuer Obmann der Großachengenossenschaft?“ – diese Frage ist einige Tage vor den Neuwahlen alles andere als geklärt. Das bestätigt auch der bisherige Obmann Ernst Schwaiger. Der langjährige Bürgermeister von Kirchdorf stand in den vergangenen 18 Jahren der Genossenschaft mit 3.600 Mitgliedern vor. „Wir haben viel umgesetzt in den vergangenen Jahren“,  zieht Schwaiger ein positives Resumee.

Immerhin wurden in den vier Gemeinden St. Johann, Kirchdorf, Kössen und Oberndorf über 50 Milionen Euro in den Hochwasserschutz investiert. Seit 1996 seien es überhaupt 60 Millionen Euro gewesen. „In Kössen und St. Johann ist es überdies gelungen, Projekte, die erst für die 2020er-Jahre vorgesehen waren, vorzuziehen“, ist Schwaiger stolz.

Die Kritik hinsichtlich der Erhöhung der Beiträge der Zwangsmitglieder sieht der Kirchdorfer daher auch gelassen: „Die Leute vergessen leider sehr schnell, dass sie jetzt mehr geschützt sind, als jemals zuvor.“

Keine leeren Kassen

Es könne im Übrigen auch keine Rede davon sein, dass die Kassen der Großachengenossenschaft leer seien, betont der noch amtierende Obmann. So sei die Gemeinde St. Johann z.B. der Genossenschaft noch einiges schuldig, das noch überwiesen werden müsse. Dass gerade in dem vergangenen Jahr soviel an Projekten umgesetzt werden konnte, stimmt Schwaiger froh und dankbar: „Viele Regionen in Österreich beneiden uns um diese Zwangsgenossenschaft, die gemeinsam mit Land, Bund und Gemeinden so vieles umsetzen konnte.“

3.600 Personen sind zu den Urnen gerufen

Am Sonntag  stehen nun die Neuwahlen auf dem Programm. 3.600 Personen bzw. Institutionen sind wahlberechtigt. Die Wahllokale werden in den Gemeindestuben aller vier Gemeinden eingerichtet. Gewählt werden kann von acht bis zwölf Uhr. „Zur Wahl selbst kommen vermutlich gerade einmal zwei Prozent“, glaubt Schwaiger.

Der Wunschkandidat winkt ab

Jeder der vier Gemeinden entsendet jeweils drei Vertreter sowie zwei Ersatzmitglieder in den Genossenschaftsausschuss. Diese zwölf Ausschussmitglieder wählen aus ihrem Kreis dann den Obmann. Ernst Schwaiger hat da schon einen Wunschkandidaten – den amtierenden Bürgermeister von Kirchdorf, Gerhard  Obermüller. Der allerdings winkte Anfang der Woche noch ab. „Ich mach es nicht“, erklärt Obermüller auf Anfrage kurz und knapp.

Wer könnte der neue Obmann werden?

Neben ihm kommt ansonsten von den Bürgermeistern nur noch Kössens Reinhold Flörl in Frage. Muss doch der Obmann Genossenschaftsmitglied sein – und das ist weder Oberndorfs Hans Schweigkofler noch St. Johanns Stefan Seiwald. „Ich habe Ernst Schwaiger schon gesagt, dass ich nicht als Obmann zur Verfügung stehe“,  erklärt Reinhold Flörl. Es wird also spannend, wer es schlussendlich dann wirklich macht.  Margret Klausner

Bild: Für den scheidenden Großachenobmann Ernst Schwaiger (r.) wäre  der Kirchdorfer Bürgermeister Gerhard Obermüller der Wunschnachfolger. Foto: Klausner

 
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