28.02.2012
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Der Kulturbrunnen ist versiegt

Fieberbrunn | Es ist ein trauriger Tag für die Kulturarbeit im Pillerseetal: Der Kulturbrunnen löst sich endgültig auf.

Als eines der Flaggschiffe der gehobenen Unterhaltung im Bezirk sorgten die Verantwortlichen rund um Obmann Manfred Waltl jahrelang für hochkarätige Veranstaltungen in der Marktgemeinde Fieberbrunn.

„Im 12. Jahr des Bestehens kam vor Kurzem das endgültige Aus“, schildert Waltl. Mitte März erfolgt die letzte Jahreshauptversammlung, in der die derzeit rund 50 Mitglieder den Verein auflösen werden.

Vor allem die schwindenden Zuschauerzahlen machten dem Kulturbrunnen zu schaffen. „Zuletzt haben nicht einmal mehr die bekannten Namen wie etwa Düringer gezogen. Das ist bitter. Man denkt sich: Was machen wir falsch?“, resümiert Manfred Waltl. Er schätzt, dass es heutzutage fast schon ein Überangebot an Veranstaltungen im Bezirk gibt. Auch die „Konkurrenz“ durch das Fernsehen sieht er durchaus als Grund, warum zuletzt immer weniger Publikum begrüßt werden konnte.

Generell konnte die Arbeit des Kulturbrunnens nur mittels Unterstützung von Sponsoren und der Gemeinde ermöglicht werden.

Budget wurde ausgeglichen

Diese Gönner waren es auch, die das Budget des Kulturbrunnens ausgeglichen haben. „Jetzt sind wir bei Null und steigen aus. Wir können das finanzielle Risiko nicht mehr eingehen“, sagt Waltl. Vor zwölf Jahren gründeten sechs Kulturschaffende den Kulturbrunnen. Erste Veranstaltung war die umjubelte „Lange Nacht des Kabaretts.“ Im Laufe der Zeit musste der Kulturbrunnen rund 300.000 Euro für die Durchführung der verschiedenen Events auftreiben. Das Geschäft geriet immer mehr zum Verlust. „Im Jubiläumsjahr bilanzierten wir mit einem Minus von 17.000 Euro“, schüttelt Waltl den Kopf. Und das, obwohl dort Kapazunder wie Lukas Resetarits oder Mike Supancic aufgetreten sind.

Während die Unterstützung durch Gemeinde und örtliche Wirtschaft groß war, gab es vom Land relativ wenig Hilfe. „Mich ärgert die Ungleichbehandlung: die kleinen Kulturvereine am Land werden regelrecht ausgehungert“, ereifert sich Waltl. Nun muss der Kulturbrunnen nach 170 Veranstaltungen mit rund 200 Künstlern die Konsequenz ziehen.

Dank an Unterstützer und Publikum

„Ich bedanke mich bei allen, die uns immer unterstützt haben. Den Sponsoren, der Gemeinde, dem Publikum.“ Falls sich in Zukunft ein neues Team der Aufgabe widmen wolle, werde man auf jeden Fall helfen, sagt Manfred Waltl: „Ich hoffe es findet sich jemand, der Kulturarbeit in Fieberbrunn neu startet.“ Elisabeth Krista
 

 
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