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13.01.2021
News  
 

Der Krippenbauer von Aurach

Die Weihnachtszeit ist eine ganz besondere Zeit für Alois Aufschnaiter aus Aurach. Denn am 1. Advent beginnt das alljährliche Aufstellen der Krippen, die dann bis Maria Lichtmess am 2. Februar den Wohnraum schmücken. Ganze neun Krippen sind bei ihm daheim aufgestellt. Bei rund 600 Krippen hat er seine Ideen eingebracht bzw. selbst Hand angelegt.

Aurach | Ein Krippenbauer durch und durch ist Alois Aufschnaiter. Seit Jahren ist er Obmann der Krippenfreunde Aurach, im Jahr 2009 hat er den Kurs als Krippenbaumeister absolviert. Die Faszination beim Bauen ist noch immer ungebrochen, davon zeugt das Leuchten in seinen Augen, wenn Aufschnaiter von „seinen Krippeler“ erzählt. In einem Fotoalbum ist eine Vielzahl aller gebauten Krippen zu finden.
Ist man als Krippenbauer besonders gläubig? „Ich bin nicht der Kirchenläufer, aber ich glaube, dass es zwischen Himmel und Erde etwas gibt“, sagt Aufschnaiter.

Koordinator von den Krippenbauschulen
Der alte Brauch des Krippenbauens ist auch heute noch überall präsent und das Angebot wird gerne genutzt. Nach wie vor melden sich jährlich Interessierte um unter fachmännischer Hilfe ihre Traumkrippe Wirklichkeit werden zu lassen. Jeder kann Krippenbauen lernen – mitgebracht müssen am Anfang nur zwei Zettel werden: „Auf einem steht der Grundriss, auf dem anderen die Skizze vom geplanten Objekt. Die Kurse werden von den drei Auracher Kursleitern gratis angeboten, nur das Material ist zu bezahlen. „Das Strahlen der Menschen ist ein großer Dank“, sagt Aufschnaiter und erzählt von einer Krippenreparatur, wo eine Frau ganz nasse Augen bekommen hat als sie die neue Beleuchtung gesehen hat.
Die Varianten von Krippen sind vielfältig, die Materialvielfalt schier unendlich. Wichtig ist es, am neusten Stand der Technik zu bleiben. Als Beispiel nennt er das Licht. „Früher hat man eine Taschenlampe aufgestellt, heute sind es LED-Lampen, die verbaut werden.“ Neben dem Krippenbauen gibt es noch eigene Kurse für das Einkleiden der Figuren sowie zum Malen von Hintergründen. Oft sind es Details, die den Unterschied zwischen Amateur und Profi erkennen lassen: „Wenn ich einen feinen 4mm Sand nehme, dann kann dieser gut ausschauen, aber die Figur kippt darauf um, weil das Verhältnis nicht passt“, sagt Aufschnaiter.

Heurige Bauzeit mit Einschränkungen
Eine besondere Herausforderung war heuer die Bauzeit. In Aurach hat man mit der Gruppe Anfang September begonnen, damit bis zum ersten Advent alles fertig ist. Normalerweise braucht man rund 100 Stunden, die an zwei Abenden in der Woche abgehalten werden. Der Lockdown und der somit eingestelle Kurs führte zu Stress bei Teilnehmern und den drei Kursleitern. „Es hat niemand daran geglaubt, dass wir rechtzeitig fertig werden“, erzählt Aufschnaiter und ergänzt, dass beim Bauen die Ruhe gefehlt hat. Der Experte behielt aber Recht, indem alle die Krippe zu Weihnachten aufstellen konnten.
Mit 6. Jänner sind nun alle Krippen auch daheim vollständig – die Heiligen drei Könige sind eingezogen. Und was macht ein Krippenbauer das restliche Jahr über? Ausbesserungsarbeiten, neue Dinge ausprobieren und heuer eine besonders große Krippe herstellen. „Eine Figur misst rund 30 Zentimeter“. Da wird die Krippe ein paar Meter lang. Durchschnittlich ist eine Krippenfigur zwischen 8-12 Zentimeter groß.
Einen Favoriten bei den Krippen oder Lieblingsstil gibt es für ihn nicht: „Die Vielfalt macht`s aus“, erklärt der nunmehrige Obmannstellvertreter beim Landeskrippenverband und Koordinator der Krippenbauschulen. Und so wird auch im neuen Jahr wieder eifrig an weiteren Krippen gearbeitet. Verena Mühlbacher

Bilder: Die Vielfalt der Krippen ist schier unendlich: Die Heilige Familie ist in Laternenkrippen, Schneekrippen und Tiroler Krippen zu sehen.

Alois Aufschnaiter ist ein begeisterter Krippenbauer.Fotos: Krippenfreunde Aurach

Außerdem - Krippenfreunde in Tirol
Innsbruck | Insgesamt hat der Tiroler Verband 6.350 Mitglieder, die in 86 Orten aktiv sind. Im Bezirk Kitzbühel gibt es in fünf Gemeinden die Krippenfreunde: neben Aurach sind dies Fieberbrunn, Waidring, Hopfgarten und Jochberg. Insgesamt gibt es drei Krippenbauschulen in Tirol, Außenstellen in Oberösterreich und Niederösterreich.

 
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