05.04.2020
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Der Isolier-Kreißsaal ist eingerichtet

Auf der Gynäkologie- und Geburtenstation in St. Johann hat sich das Ärzte- und Pflegeteam auf Corona eingestellt. Die gute Nachricht: Väter dürfen bei der Geburt ihres Nachwuchses mit dabei sein.

St. Johann | „Der Storch hat weiterhin Landeerlaubnis“ – gibt es beruhigende Informationen aus dem Bezirkskrankenhaus. Das Team der Gynäkologie- und Geburtshilfe sowie die Abteilung Kinder- und Jugendheilkunde haben intensive Vorkehrungen gegen Corona getroffen.
In der Geburtenabteilung des Spitals mit 24 Betten holt das Team derzeit tagtäglich Kinder auf die Welt. „Der normale Kreißsaal läuft wie gehabt“, erklärt Primar Christian Deetjen. Liege kein Verdacht auf eine Corona-Infektion vor, dann könne eine ganz normale Geburt erfolgen, informiert der Gynäkologe. Für Verdachtsfälle wurde auf der Isolier-Station ein eigener Kreißsaal eingerichtet. Bereits vergangene Woche ist die erste Geburt im Isolations-Kreißsaal komplikationsfrei verlaufen. „Der Covid-19-Verdacht bei der Mutter hat sich nicht bestätigt. Ihr und dem Neugeborenen geht es gut“, informiert der Primar. Wenn es Anzeichen einer Infektion gibt, wird die Mutter in den Isolationsbereich geschleust und kann dort in Ruhe entbinden. Auch der Partner darf hier, sofern er gesund ist, dabei sein.

Eine ambulante Geburt ist ebenfalls möglich
Auf der normalen Entbindungsstation dürfen die Väter die Geburt miterleben. „Auch noch einige Zeit danach dürfen die Väter bleiben, dann aber müssen sie das Krankenhaus verlassen“, erklärt Primar Deetjen. Besuchen darf er seine kleine Familie bis es nach Hause geht nicht mehr. „Geht es der Frau gut, ist auch eine ambulante Geburt möglich“, informiert der Gynäkologe.
Zugelassen ist in St. Johann auch weiterhin das sogenannte „Rooming In“ – das Neugeborene kann bei seiner Mama im Zimmer bleiben. Bei einer Infektion der Mutter mit dem Coronavirus kann sich die Wöchnerin entscheiden, ob das Kind nach der Geburt bei ihr im Zimmer verbleibt und gestillt wird, oder, ob das Kind auf der Kinderstation betreut und mit der zuvor abgepumpten Muttermilch versorgt wird. Eine Übertragung durch die Muttermilch gilt als sehr unwahrscheinlich. Die Option der Trennung gibt es deshalb, da sich die Folgen einer etwaigen Infektion des Säuglings derzeit nicht eindeutig einschätzen lassen.
Die bisher vorliegenden Zahlen würden beruhigen, sagt Christian Deetjen. Junge Mütter scheinen nicht zu den Risikokollektiven zu gehören.

Dass es wenig Erfahrungswerte gibt, sagt der Primar der Kinder- und Jugendheilkunde, Franz Martin Fink: „Aus China gibt es bislang nur wenige wissenschaftliche Artikel die beschreiben, wie es den Neugeborenen geht, wenn bei der Mutter zum Zeitpunkt der Geburt eine aktive Coronavirus-Infektion vorliegt. Diese Berichte sind beruhigend. So wurde nur bei drei von 33 Neugeborenen nach der Geburt das Coronavirus nachgewiesen. Alle drei Babys waren am Ende der ersten Lebenswoche wieder virusfrei.“ Eine spontane Entbindung bedeutet offenbar ebenfalls kein erhöhtes Infektionsrisiko für das Neugeborene, es bestehe daher kein Grund für einen Kaiserschnitt, erklärt der Kinderarzt, der inzwischen für werdende Eltern einen Aufklärungsbogen erstellt hat.
Storchenabende finden derzeit keine statt, daher gibt es ein Informationsvideo (https://youtu.be/M9G83W4C9GY) auf der Homepage des Spitals, auch können werdende Eltern, die ihr Kind in den kommenden vier bis acht Wochen erwarten, täglich zwischen 14 und 16 Uhr telefonisch ihre Fragen (Tel. 053582 -606-0) an den diensthabenden Arzt stellen.

Hebamme kommt in dringenden Fällen
Bettina Hofer ist Hebamme in Hochfilzen und betreut Mütter im Pillerseetal. Für sie ist die derzeitige Situation eine Herausforderung: „Wir dürfen laut den Vorgaben des österreichischen Hebammen-Gremiums nur noch in dringenden Fällen Hausbesuche machen.“ Sie betreue die Wöchnerinnen derzeit per Videoanruf. Immer gehe das natürlich nicht. Im Vorfeld kläre sie jedoch bestimmte Fragen ab und lasse sich schriftlich geben, dass alle im Haushalt gesund sind. Den Geburtsvorbereitungskurs halte sie übrigens per Video. Margret Klausner

Das Team der Gynäkologie und Geburtshilfe im Bezirkskrankenhaus St. Johann ist für den Ernstfall gerüstet. Väter dürfen bei der Geburt ihres Nachwuchses weiterhin mit dabei sein, betont Primar Christian Deetjen (ganz links). Foto: Egger

 
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