16.04.2018
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Der Erfolg einer Destination

Vergangene Woche lud Kitzbühel Tourismus zum zweiten Tourismus Hoangascht. Der Themenschwerpunkt der Veranstaltung lautete „Destinationserfolg ist kein Zufall“. Zu diesem Thema gab es einen Vortrag von Hubert Siller vom Management Center Innsbruck (MCI).

Kitzbühel | Dass der Erfolg einer Destination nicht dem Zufall obliegt, war das Kernthema des zweiten Tourismus Hoangascht im Konzertsaal der LMS. Dazu konnte mit Huber Siller vom Management Center Innsbruck (MCI) ein Experte für den Vortrag gewonnen werden, denn das MCI beschäftigt sich schon lange mit der Destinationsforschung.

Alpenregionen können hohes Niveau halten

Mit 386 Millionen bezahlter Nächtigungen, davon 47 Millionen in Tirol, ist der Alpenraum auf einem hohen Niveau. Dazu kommen noch 126 Millio­nen Nächtigungen, die unentgeltlich sind, nämlich jene von Zweitwohnsitzen, die laut Siller Vor- und Nachteile mit sich bringen. Als einen der Nachteile führte Siller die fehlende regio­nale Wertschöpfung an. „Die Alpenregionen können das hohe Niveau halten, haben aber nicht ein Wachstum wie der Städtetourismus, der um 15 Prozent zulegen konnte“, erzählt Hubert Siller, der damit auch die Problematik eines zu schnellen Wachstums ansprach.

Kontaktpunkte zum Gast schaffen

Für den MCI-Professor zählen die persönlichen Kontaktpunkte zum Gast zu einem sehr wichtigen Segment. „Während früher die Kontaktpunkte oft spontan waren, so sind sie mittlerweile durchgestylt“, sagt Siller und nennt dazu als Beispiel die Kreuzfahrtschiffe, die auf jeden einzelnen Gast eingehen.

Um sich im Wettbewerb um den Gast durchsetzen zu können, ist es laut Siller wichtig, sich gegen die Mitbewerber abzusetzen. „Es gibt in den alpinen Regionen viele starke Marken, so wie Kitzbühel. Den Zugang den Kitzbühel mit ‚the legend‘ gewählt hat, sagt hier schon viel. Man möchte etwas Legendäres sein und das ist nicht so leicht austauschbar“, erklärt Siller.

Der Wunschgedanke nach der eierlegenden Wollmilchsau ist auch in den Destinationen gegeben, jedoch braucht es eine Profilbildung mit Spitzen, um erkennbar zu sein. Spitzen mit klaren Profilen sind eher selten, wie Siller erzählt und hier ist der Mut gefordert, Leitprodukte zu schaffen, die auch zur Region passen.

Um in Zukunft auch erfolgreich sein zu können ist eine Produktkompetenz erforderlich. „Wenn man sich eine Spitze aussucht, muss man hier auch Kompetenzführer sein“, sagt Siller und gibt zu bedenken, dass die Produktorientierung vor der Marketingorientierung zu erfolgen hat, um dauerhaft am Markt erfolgreich zu sein.

„Instagramable“ Inzenierungen

Ein wichtiges Instrument für das Marketing sind die Social Medias. Mit markanten Fotopunkten oder Inszenierungen der Natur oder Landschaft kann indirekte Werbung gemacht werden. Zudem gab MCI-Professor Siller zu bedenken, dass es wichtig ist, Verbindungen zu schaffen. „Der Kunde versteht es nicht, dass er drei Tickets braucht“, gibt Siller zu bedenken. „Die Destination der Zukunft muss wie ein Ressort funktionen“, schloss Siller seinen Vortrag. Elisabeth M. Pöll

 
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