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13.10.2019
News  
 

Der Bescheid ist rechtskräftig

Innerhalb der Frist gab es gegen die von den ÖBF geplante Forststraße am Niederkaiser keinen Einspruch. Nachbar und Weggemeinschafts- Obmann Maximilian Egger  vermisst Information seitens der Bundesforste.

St. Johann | Nun wird die Forststraße am Niederkaiser wohl gebaut – in der Bezirkshauptmannschaft langte gegen den Bescheid keine Beschwerde ein. Die Verunsicherung und der Unmut innerhalb der Bevölkerung bleiben jedoch bestehen.

Anrainer wurde nicht informiert
Maximilian Egger wandte sich an den Kitzbüheler Anzeiger. Er ist direkter Nachbar und Obmann der Weggemeinschaft des Weges, den auch die Österreichischen Bundesforste (ÖBF) benützen müssen. „Es gab kein Gespräch mit uns und schon gar keine Diskussion – wie die ÖBF in ihrer Stellungnahme behauptet haben“, bekritelt Egger. Er versteht die Vorgangsweise der ÖBF nicht. „Wir prüfen nun, ob es rechtlich überhaupt in Ordnung ist, dass wir weder von den ÖBF noch von der Gemeinde über die Forststraße informiert wurden.“
Darauf angesprochen, relativieren die ÖBF ihre Aussage, dass das Projekt Forststraße auch mit allen Anrainern diskutiert wurde. „Möglicherweise liegt dem ein Missverständnis zugrunde: Es gab im Vorfeld keine eigene Diskussionsveranstaltung oder Infoveranstaltung. Sehr wohl wurden jedoch zusätzlich zu den Abstimmungen mit der Gemeinde und den Behörden Gespräche mit den Anrainern bzw. Betroffenen geführt“, teilt Pressesprecherin Pia Buchner mit. Auch mit Maximilian Egger habe es ein Gespräch am 21. Mai gegeben. „Darüber hinaus gab es jedoch keine weiteren Gespräche, da er als Grundeigentümer von der nunmehr genehmigten Trasse nicht betroffen ist“, so Buchner.

450 Meter lange Straße
Wie berichtet möchten die ÖBF eine rund 450 Meter lange Forststraße vom Hof Burgwies in Richtung Einsiedelei bauen. Durch die Erschließung kann der Schutzwald besser bewirtschaftet bzw. erhalten werden. Laut ÖBF und Gemeinde wird die Straße nicht direkt zur Einsidelei gebaut. Die Pläne riefen eine Bürgerinitiative mit Unterstützung der Grünen auf den Plan. Innerhalb von wenigen Tagen wurden 758 Unterschriften gegen das Projekt gesammelt. Johanna Monitzer

Foto: Die geplante Forststraße am Niederkaiser sorgt nach wie vor für Diskussionen in der Region. Obwohl ÖBF und Gemeinde betonen, dass die Einsiedelei (im Bild) nicht erschlossen wird, herrscht Verunsicherung. Foto:  Monitzer

Aus meiner Sicht - Visionen, statt Aggressionen
St. Johann | Als Politik-Beobachter wird man zusehends müder. Der immer mehr um sich greifende Populismus und das unnötige Gekeife zerrt an den Kräften. In einer Presseaussendung mit dem Titel  „Memmenhafte Politshow der Grünen in St. Johann“ tritt die FPÖ kräftig auf die Grünen ein. Sie hätten verschlafen, einen Einspruch gegen die Forststraße der ÖBF am Niederkaiser einzulegen. Es wird dabei nicht mit „Nettigkeiten“ gegenüber dem politischen Mitbewerber gespart.
Das Faktum, dass weder die Grünen noch irgendeine andere Partei das Recht gehabt hätte, einen Einspruch zu machen, hat der FPÖ Sprecher für Umwelt, Jagd und Forst im Tiroler Landtag wohl „übersehen“.
Ob solche Aktionen als bewusstes Schlechtmachen des politischen Mitbewerbers oder als Unwissenheit zu werten sind? Zweitrangig. Der Ton macht die Musik. Und im Ton vergreifen sich fast alle Parteien immer wieder, immer ungenierter.
Facebook muss nach einer erfolgreichen Klage Hasspostings löschen. Vielleicht sollte man auch die Parteien in die Pflicht nehmen, sodass sie nicht mehr unbehelligt auf den politischen Mitbewerber einprügeln dürfen.
Politiker mit Visionen, statt Aggressionen – das würde das Politikinteresse wecken.
Johanna Monitzer, monitzer@kitzanzeiger.at

 
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