25.04.2020
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Den Urlaub lieber verschieben, als ihn stornieren

Mit voller Härte hat das Coronavirus und alle seine Begleitumstände die Reisebranche getroffen. Der Kitzbüheler Anzeiger hat sich bei Reisebüros im Bezirk Kitzbühel zur aktuellen Lage sowie den Perspektiven für Kunden und Unternehmen umgehört.

Bezirk | Es ist keine angenehme Aufgabe, die derzeit die heimischen Reisebüros beschäftigt: „Wir sind seit März ununterbrochen am Stornieren. Wir fürchten, dass wir das ganze Jahr verlieren. Man kann nur hoffen, dass die Regierung einschreitet und Förderungen gewährt, die nicht zurückzuzahlen sind“, fasst Heidi Rettenwander von H&R Reisen in Going die derzeitige Lage zusammen.
Neben den bestehenden Einschränkungen, die ohnehin schon schwer genug für die Branche zu verkraften sind, belastet die nach wie vor sehr unklare Situation den Reisemarkt. „Wir richten alles darauf aus, dass wir, sobald die Grenzen wieder offen sind, unsere maßgeschneiderten Produkte anbieten. Es ist nicht leicht, weil aus heutiger Sicht nichts abschätzbar ist“, erklärt Christof Neuhauser von Idealtours.
Das macht sich auch bei der Dödlinger Touristik bemerkbar: „Die Konsumenten halten sich sehr bedeckt und haben auch nicht den Wunsch, ins Ausland zu fahren“, sagt Christina Brunner. Ihre Branchenkollegin Heidi Rettenwander pflichtet ihr bei und hält fest: „Viele Menschen wurden gekündigt oder sind in Kurzarbeit. Sie wissen außerdem nicht, wann sie nächstes Jahr Urlaub kriegen.“
Die Anbieter richten sich schon darauf aus, relativ kurzfristig Angebote bereit zu stellen. Die Hoffnungen der Branche konzentrieren sich zudem verstärkt auf das kommende Jahr. Der Urlaub 2021 ist bereits buchbar und die Reisebüros können diesbezüglich kontaktiert werden.

Service für den Kunden im Fokus
Alle unterstreichen, dass sie nach wie vor – und vor allem in einer derartig unsicheren Situation am Reisemarkt – den Servicegedanken für ihre Kunden hochhalten. „Gerade in diesen Zeiten konnten wir und viele Branchenkollegen beweisen, wie wichtig es ist, bei guten Reisebüros bzw. Reiseveranstaltern zu buchen“, bekräftigt Andreas Höck (Eurotours). Reinhard Maier (TUI-Büro Kitzbühel) ergänzt: „Wir wollen Anlauf- und Infostelle für unsere Kunden sein  und hoffen, dass wir in Kürze wieder Reisen anbieten können.“ Mit einem professionellen Storno- bzw. Umbuchungsmanagement punktet das Reisebüro als verlässlicher Partner, wie Maier unterstreicht, und: „Die Leute sollen spüren, dass sie im Reisebüro gut aufgehoben sind, wir wollen das Sicherheitsgefühl vermitteln, auch was die Gelder betrifft.“ Die Rechtslage in Österreich sei hier eindeutig und besser als z.B. im benachbarten Ausland.
„Wir sehen uns jede Buchung mit den Kunden gemeinsam an und können beraten, wie es für sie am besten weitergehen kann, wie es mit Anzahlungen und Stornos funktioniert und was das Pauschalreisegesetz/Buchung über Reisebüros für sie bedeutet. Erschwert wird die Lage der Reisenden natürlich durch die vielen Fragezeichen, die es bei den Fluggesellschaften gibt. Zum einen wie es weitergeht und ab wann wieder wie und wohin geflogen wird, zum anderen werden hier derzeit vielfach Ticketerstattungen abgelehnt. Hier rächt sich der von der Branche (Reisebüros und Reiseveranstaltern) seit Jahren massiv kritisierte Umstand, dass Fluggesellschaften Kundengelder im Gegensatz zum Rest der Branche nicht absichern müssen“, gibt Andreas Höck von Eurotours Einblick.

„Wer Reisen liebt, verschiebt“
Generell richtet die gesamte Branche einen Appell an die Kunden, lieber umzubuchen anstatt die geplante Reise komplett ins Wasser fallen zu lassen.  Kati Pletzer-Ladurner, Gründerin des Reisebüros „Die Profiurlauber“ in St. Johann, kommentiert dazu: „Wer Reisen liebt, verschiebt“. Die Branche ist naturgemäß abhängig von den Einreisebestimmungen, ergänzt die Unternehmerin. Daher sei aktuell „sehr vieles einfach nicht möglich“. Für diesen Sommer werde sich das Interesse der Kunden vorwiegend auf den Inlandstourismus verlegen, ergänzt die Profiurlauberin.

Urlauben im eigenen Lande
Beim Inlandstourismus funktioniert viel über Direktbuchungen, wie Heidi Rettenwander unterstreicht. Dennoch steht sie mit ihrem Team – wie auch ihre Branchenkollegen – für entsprechende Anfragen gerne bereit. Andreas Maier (TUI) ergänzt: „Was Thema ist – die Kunden dazu zu animieren, auf einen Österreichurlaub umzubuchen. Wir wollen diese Nische nützen. Urlaub in Österreich macht Sinn, da man die Wertschöpfung im Land behält. “
Helga Freund, Geschäftsführerin Eurotours und Vorstand Verkehrsbüro Group, gegenüber dem Kitzbüheler Anzeiger: „Im Moment müssen wir davon ausgehen, dass die Reisetätigkeit bzw.-möglichkeit der Menschen in den nächsten Monaten nach wie vor sehr eingeschränkt sein wird – vor allem was Flugreisen betrifft. Speziell für den Sommer 2020 gehen auch wir davon aus, dass wir primär einen ‚Inlandstourismus‘ in den jeweiligen Märkten sehen. Das bedeutet für uns nun bei Eurotours – den meisten vermutlich besser bekannt als Reiseveranstalter hinter Hofer Reisen: voller Fokus auf unsere Kernkompetenz Österreich. Wir haben ein großes Portfolio in Österreich und wollen es für den Sommer 2020 noch deutlich ausbauen.“ Eurotours ist dabei offen für weitere Partner der Hotelbranche. Der österreichische Tourismus bietet vielfältige Möglichkeiten. Viele Reisebüros nutzen die Krise, um sich neue Ansätze auszudenken und das Reisen auf eine neue Stufe zu heben.

Viele Ansätze, um die Krise zu meistern
Gerade am Inlandstourismus lässt sich diese Taktik nachvollziehen: „Wir sehen hier eine ganz klare Chance, indem wir das ‚Produkt Österreich‘ auch neu und weiter denken – etwa mit Schwerpunkten wie Nachhaltigkeit, Slow Travel/Slow Food/Entschleunigung, Regionalität/lokale Wertschöpfung und Bio, etc. Hier gibt es so viel Potenzial, auch viele neue Zielgruppen für den Urlaub in Österreich zu begeistern. Zuversichtlich stimmt uns, dass bereits gebucht wird. Wir verzeichnen bereits vermehrt Anfragen zu Wanderurlauben in den Bergen wie auch Seeurlauben – quer über alle Bundesländer“, so Freund. Aktuell arbeiten auch die Profiurlauber an neuen Ansätzen für die Branche, wie Kati Pletzer-Ladurner unterstreicht. Zudem stehen die „Profiurlauber“ mit ihren nationalen und internationalen Partnern im starken Austausch. Einen der wenigen positiven Aspekte der Krise sieht Pletzer-Ladurner in der „stärkeren Vernetzung“ trotz Abstand. Auf die gute, verlässliche und schlagkräftige Zusammenarbeit mit seinen Partnern ist auch Idealtours stolz: „Wir werden sicher ein Produkt für die Kunden im Angebot haben. Wir sind breit aufgestellt und können davon profitieren“, blickt Christof Neuhauser in die Zukunft. Vieles werde sicherlich von einer möglichst baldigen Impfung gegen das Coronavirus abhängen.
Kurzfristig auf den Bedarf reagieren wird auch Dödlinger Touristik. Christina Brunner  will der Coronakrise mit einer positiven Grundeinstellung trotzen: „Von dem lassen wir uns nicht unterkriegen. Alles wird gut.“ Elisabeth Galehr

Das Coronavirus verhindert momentan Reisen in ferne Länder. Reisebüros leiden daher ganz besonders unter der Situation. Der Servicegedanke für die Kunden steht aber wie immer im Vordergrund.

 
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