01.09.2018
News  
 

Den Bach hinunter!

Unter diesen Begriff kann man, touristisch gesehen, viele Orte in Tirol bezeichnen. Auch in Westendorf ist dieser Bach vorhanden und er wird immer reißender.

Haben wir in den letzten Jahren schon eine große Anzahl von Gästebetten verloren, so stehen eine Mehrzahl von Hotels und Pensionen auf der Verkaufstafel. Damit ein Käufer so einen Betrieb mit Gästebetten rentabel weiterführen kann, muss stark investiert werden und der Kaufpreis sollte entsprechend sein. Dass bei einem Wohnungsumbau dem Verkäufer ein weit höherer Preis bezahlt werden kann ist Natur der Sache. Interessenten aus der Tourismusbranche werden oft gar nicht angehorcht. Bei einer Übernahme eines Betriebs an die junge Generation haben die zumeist enormen behördlichen Auflagen, die zum Teil schwer zu erfüllen sind und die von den Jungen nicht mehr erfüllt werden wollen, in den meisten Fällen einen Verkauf und Umbau zu hochpreisigen Wohnungen zur Folge.

Dass diese Immobilien meist von gut betuchten Leuten gekauft werden und als „illegaler Zweitwohnsitz“ genutzt werden, wird uns touristisch in der Zukunft sehr schaden. Solche Wohnungen sind oft nur wenige Wochen im Jahr benutzt oder sie werden als nicht gemeldete Ferienwohnungen weitervermietet, ohne dass die steuerlichen Abgaben geleistet werden und an die ausländischen Vermieter ist nur schwer heran zu kommen. Für mich ist verwunderlich, dass sich die Politik um dieses Problem scheinbar kaum sorgt, gehen ja die örtliche Kaufkraft, das Geld für  Infrastruktur, die Arbeitsplätze… verloren. Eine touristische Talfahrt ohne Bremsen.

Aber freuen wir uns auf ein idyllisches Wohndorf mit ausgestorbenem Dorfkern, Gasthäuser, welche geschlossen sind, touristische Einrichtungen die wir nicht mehr finanzieren können, und Veranstaltungen wo immer genug Plätze frei sind.

Peter Aschaber, Westendorf

 
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