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25.08.2019
News  
 

Debatte um Siedlungszufahrt

Anrainer in St. Ulrich wünschen sich seit Jahren eine asphaltierte Zufahrt zu ihren Häusern. Zudem wird ein erhöhtes Verkehrsaufkommen durch ein angeblich geplantes Chaletdorf befürchtet und ein Retentionsbecken sorgt für Kopfschütteln.

St. Ulrich | Recht holprig fährt man durch die Siedlung im Schartental in St. Ulrich. Die Gemeinde bessert den Weg zwar immer wieder aus, eine Asphaltierung fehlt jedoch. „Seit sechs Jahren bemühen wir uns nun, dass wir eine ordentliche, staubfrei asphaltierte Straße bekommen – vergebens“, klagt der Sprecher der Anrainergruppe gegenüber dem Kitzbüheler Anzeiger (Name der Redaktion bekannt). Betroffen von der Straßensituation sind rund 35 Wohneinheiten, veranschaulicht er.

Wer soll den Asphalt bezahlen?

Die Baugrundstücke wurden damals von einem privaten Bauträger verkauft. „Der Kaufvertrag enthält eine recht schwammige Formulierung, was die Zufahrt betrifft“, so der Anrainersprecher. Die Siedlungsbewohner möchten, dass die Gemeinde für die Asphaltierung sorgt. Bürgermeisterin Brigitte Lackner (VP) winkt ab: „Die Anrainer müssen, wie in anderen Siedlungen auch, eine Weginteressentschaft gründen und die Gemeinde beteiligt sich wie üblich mit 50 Prozent an den Kosten. Das haben wir auch mehrfach so kommuniziert.“ Die Gemeinde sei, so Lackner, gesetzlich lediglich verpflichtet, einen befestigten Weg herzustellen: „Ein kleine Gemeinde, wie St. Ulrich, könnte es sich, selbst wenn sie wollte, auch nicht leisten, auf allen Privatgrundstücken asphaltierte Straße zu bauen.“

Retentionsbecken und Bauvorhaben

Eine Weginteressentschaft möchten die Anrainer aber nicht gründen, wie der Sprecher betont. Sie wandten sich an FPÖ LA Alexander Gamper mit der Bitte um Hilfe. Dieser hielt vor Kurzem eine Art Anrainerversammlung ab. Dabei wurde auch das ungesicherte Retentionsbecken sowie ein angeblich geplantes Chaletdorf auf einer angrenzenden Grundfläche, welches für noch mehr Verkehr in der Siedlung sorgen könnte, angesprochen. „Die Anrainer vermissen Information und Transparenz seitens der Gemeinde. Ich möchte die Gesprächsbasis wiederherstellen“, sagt Gamper.

Mit Bürgermeisterin Brigitte Lackner hat Gamper bislang noch nicht persönlich gesprochen. „Wegen des Retitionsbeckens habe ich ein Mail an die Gemeinde geschickt. Die Widmungen und Vorgänge für die geplanten Bauvorhaben auf den Nachbargrundstücken werde ich mir genau anschauen und den Bürgern gegebenenfalls mit Stellungnahmen etc. zur Seite stehen“, so Gamper.

Der Kitzbüheler Anzeiger hat nachgefragt: Das Retentionsbecken wird umzäumt, sagt Bürgermeisterin Lackner: „Die optimale Lösung wäre sowieso die Ableitung in den Bach, aber das scheiterte bislang am Grundstückseigentümer.“ Dass am Nachbargrundstück weiter gebaut werden soll, bestätigt Lackner. „Es handelt sich hierbei um Wohngebiet, welches in den 70er Jahren gewidmet wurde. Der Eigentümer plant, dort Häuser zu errichten.“ Ein erstes Grobkonzept für eine mögliche Bebauung gibt es bereits. „Es handelt sich dabei jedoch um keine touristische Nutzung. Es dürfen nur Hauptwohnsitze entstehen und es ist auch eine eigene Zufahrt geplant, um die Siedlung nicht mit Verkehr zu belasten“, erklärt die Bürgermeisterin. Wie und wann gebaut wird, sei aber noch offen. Deshalb sei es noch zu früh gewesen, um die Anrainer zu informieren.  Johanna Monitzer

 
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