01.02.2018
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Das Ziel ist die Saisonverlängerung

Ein ambitioniertes Projekt zur Verlängerung der Tourismussaison ist derzeit im Gespräch: Kommt dafür grünes Licht vom Sozialministerium, soll Kitzbühel Modellregion werden.

Bezirk | Das „Saisonbeschäftigungs-Verlängerungsmodell“  soll Betrieben Anreize bieten, länger offen zu halten und Angestellten, länger zu arbeiten. „Es braucht die Bereitschaft von beiden“, unterstreicht der Obmann des Fachverbands Hotellerie in der WKÖ, Siegfried Egger.

Grob gesagt sollen Mitarbeiter, die in der Hauptsaison Vollzeit beschäftigt sind, in der Vor- bzw. Nachsaison nur noch 20 Stunden arbeiten. Teilzeitbeschäftigte arbeiten dann zumindest 15 Stunden und maximal 20 Stunden pro Woche. Der Arbeitgeber führt den entsprechenden Sozialversicherungsanteil und die Lohnsteuer ab. Das AMS soll gleichzeitig einen Zuschuss gewähren, um einen entsprechenden Anreiz zu bieten.

Egger gibt ein Beispiel: „Der Arbeitnehmer auf Vollzeitbasis in der Hauptsaison arbeitet in der Nebensaison 20 Stunden und erhält durch den AMS-Zuschuss die Entlohnung für 30 Stunden.“ Die Abwicklung soll über das AMS erfolgen, wie Egger erläutert. In einem ersten Schritt wird das Konzept in vier Modellregionen erprobt. Der Bezirk Kitzbühel ist neben Bischofshofen, Villach und Liezen dafür vorgesehen. „Es wurden bewusst Regionen genommen, die ganzjährig gedacht werden können“, sagt Egger.

Start könnte schon diesen Herbst erfolgen

Der Vorschlag wurde bereits vor dem Regierungswechsel ausgearbeitet. Siegfried Egger und Petra Nocker-Schwarzenbacher, Spartenobfrau Tourismus und Freizeitwirtschaft, legten ihn vor. Für die tatsächliche Realisierung braucht es noch die Zustimmung des Sozialministeriums. Kommt grünes Licht, könnte das Projekt bereits diese Herbstsaison starten – „aber vermutlich eher im darauffolgenden Frühjahr“, ergänzt Egger. Das Modell soll zwei Jahre erprobt werden, dann wird evaluiert. Ziel ist, die Betriebe durch diesen Impuls so zu stärken, dass sie künftig auch ohne Zuschuss offen halten können.

„Wir wollen keine Vorteile gegenüber anderen Branchen, sondern ein echtes Problem des Tourismus lösen“, sagt der Fachverbandsobmann. In der Nebensaison ist es für Unternehmer schwer, die ganze Woche offen zu halten. Aber mithilfe des neuen Vorschlags soll es zumindest sinnvoll möglich sein, beispielsweise von Donnerstag bis Sonntag geöffnet zu halten. „Das ist entscheidend für die Wirtschaft“, ist Siegfried Egger überzeugt. Auch die Mitarbeiter hätten einen Vorteil, die Branche bietet dadurch mehr Ganzjahres-Jobs. „Dennoch haben die Mitarbeiter in der Nebensaison auch eine gewisse Freizeit“, ergänzt der Fachverbandsobmann. Und der Staat hat selbstverständlich auch einen Vorteil: Er muss keine volle AMS-Leistung erbringen, wenn die Mitarbeiter nicht mehr nach der Saison „stempeln“ gehen.

Wenn das Modell startet, gilt es, die Werbetrommel zu rühren: „Wir werden dann persönlich versuchen, unsere Betriebe davon zu überzeugen. Natürlich hoffe ich auf ein Miteinander der Branche. Genauso wichtig ist, dass die Mitarbeiter dabei sind“, sagt Siegfried Egger abschließend. Elisabeth Galehr/Bild: Symbolfoto: Wirtschaftskammer Österreich

 
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