09.07.2018
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Das Werkzeug für virtuelle Macher

Mit dem innovativen Eingabegerät „Holo-Stylus“ macht ein Tiroler Start-up in der IT-Branche Furore. Für seine Leistungen erhielt das Team zahlreiche renommierte Preise, erst kürzlich z.B. den „German Innovation Award“ und den prestigeträchtigen „Auggie Award“ im Silicon Valley. Der Kitzbüheler Anzeiger bat Co-Gründer Florian Haspinger zum Interview.

Westendorf  | Holo-Stylus wird gerne als „Maus für ein neues Computerzeitalter“ beschrieben. Wie kann man sich das vorstellen?
So wie die Maus sich für den PC als Eingabegerät etabliert hat, mit dem man sämtliche digitale Inhalte steuern kann, so wollen wir den Holo-Stylus verstanden wissen. Aktuell existieren auf dem Markt der Datenbrillen sehr viele unterschiedliche Herangehensweisen, wenn es um die Interaktion mit virtuellem Content geht und es hat sich noch keine einheitliche Standardmethode herauskristallisiert. Diese wollen wir mit dem Holo-Stylus schaffen und durch ihn Interaktion und Kreation über ein einfaches, intuitiv zu handhabendes und sehr präzises Tool ermöglichen.

Wo liegt der künftige Anwendungsbereich für den Holo-Stylus?
Generell kann der Stylus als vielseitig einsetzbares Eingabegerät gesehen werden. Gerade in verschiedenen Bereichen der Industrie, in welchen MR/AR-Anwendungen (Mixed Reality/Augmented Reality, Anm. d. Red.) schon häufig zum Einsatz kommen, ist der Stylus von besonderem Vorteil. Seine einfache Handhabung und seine Präzision unterstützen den Arbeiter optimal bei Aufgaben von genauem Markieren, Hervorheben und präzisem Ausmessen von Objekten, über das detaillierte Instruieren von Roboterbewegungen oder dem Trainieren feiner z.B. chirurgischer Eingriffe, bis hin zum dreidimensionalen Zeichnen.

Was sind die kommenden Herausforderungen im Virtual Reality, Mixed bzw. Augmented Reality Bereich?
Der Markt der Datenbrillen ist aktuell geradezu am Aufblühen. Unzählige Hardware-Hersteller versuchen sich an ihrer eigenen Version eines Head-Mounted Displays. Durch die Tatsache, dass hier viele ihr eigenes Süppchen kochen entsteht eine hohe Fragmentierung und zurzeit herrscht ein Mangel an einheitlichen Standards. Einen solchen Standard – den, der Interaktion und Kreation –wollen wir ja beispielsweise mit dem Holo-Stylus einführen.

Ihr habt ja als Tiroler Start-up 2015 begonnen. Wie sind die Rahmenbedingungen im Bezirk/ der Region für innovative Ideen?
Tirol als Standort ist nicht zu unterschätzen. Hier finden sich zahlreiche mittelständische Unternehmen, die in ihrer jeweiligen Branche durchaus innovativ sind. Die Universitätslandschaft ist außerdem genauso geprägt von einem breiten und qualitativen Ausbildungsangebot und spielt hier eine ebenso wichtige Rolle. Wir stellen natürlich trotzdem fest, dass hier noch sehr viel Potential erst erfasst und ausgebaut werden muss, damit Innovation in hohem Maße vorangetrieben werden kann.

Wie sieht es aus Eurer Sicht in Sachen Nachwuchsförderung für die IT-Branche aus?
Die Gründungsvoraussetzungen in Österreich sind grundsätzlich sehr gut, allerdings kann in Sachen Förderung oder z.B. Implementierung innovativer Ideen bei den Unternehmen selbst noch um einiges mehr getan werden. Beispielsweise könnte Tirol auch noch enger mit anderen Bundesländern zusammenarbeiten, um noch effektiver vorzugehen. Fakt ist jedenfalls, Tirol ist nicht nur das Tourismusland, als das es oftmals dargestellt wird, in Sachen Nachwuchsförderung ist allerdings schon noch Luft nach oben.

Das Interview führte Elisabeth Galehr

Bild: Der „Holo-Stylus“ sorgt derzeit für Furore. Er soll künftig das gängige Standard-Eingabewerkzeug sein: die Computermaus der Zukunft. Foto: Holo-Light

Daten & Fakten
Florian Haspinger
Westendorf | Florian Haspinger (CEO), Geschäftsführer von Holo-Light, geboren in Tirol, studierte Physik an der Universität Innsbruck, bevor er sich in seinem Masterstudium auf Luft- und Raumfahrttechnik spezialisierte. Er hat ein Faible für Computer und liebt es, Software in fast jeder Computersprache zu schreiben. Zusammen mit Susanne Haspinger (COO), Alexander Werlberger (CTO) und Luis Bollinger (CMO) gründete er 2015 die Firma Holo-Light mit Standorten in Westendorf und Ismaning.
Seither hat sich das schnell wachsende Start-up als Wegbereiter für Mixed / Augmented-Reality- Lösungen und die Technologie dahinter erwiesen und auch namhafte Kunden aus der Industrie an Land gezogen.

 
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