08.04.2020
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Das Visier bleibt jetzt geschlossen

Das Coronavirus Covid-19 vereitelt jetzt sogar die Neuwahl des Bezirksfeuerwehrkommandanten. Karl Meusburger bleibt bis auf weiteres an der Spitze.

Bezirk | Erst vor einigen Wochen hat der Bezirksfeuerwehrkommandant Karl Meusburger seinen Rücktritt angekündigt.Beim Bezirksfeuerwehrtag am 23. April hätte sein Nachfolger gewählt werden sollen, der jetzt wie alle Feuerwehrveranstaltungen ebenfalls ins Wasser fällt. „Es ist im Feuerwehrgesetz alles genau geregelt, dass mein Nachfolger beim Bezirks­tag gewählt werden muss“, erklärt Meusburger, der das Amt daher nicht einfach seinem Stellvertreter übergeben kann. „Bis eine Wahl möglich ist, bleibe ich weiter Kommandant“, so Meusburger.

Feuerwehren sind bereit für Einsätze
Coronavirus hin oder her – die Feuerwehren müssen weiterhin einsatzbereit sein. Nicht nur ein Feuer kann ausbrechen, auch technische Einsätze sind nicht auszuschließen. „Allerdings ist es derzeit wirklich sehr ruhig. Es gibt kaum Brandeinsätze und auch wenig Unfälle“, erklärt Bezirksfeuerwehrinspektor Bernhard Geisler. Und sogar die vielen Brandmeldeanlagen schweigen.
Die einzelnen Feuerwehren haben sich eigenständig mannschaftsmäßig reduziert und Dienstpläne für Tag- und Nachtdienste aufgestellt, die wöchentlich wechseln. Außerdem haben die Feuerwehren vergangene Woche FFP1- und FFP2-Schutzmasken erhalten, überdies wurde auch Desinfektionsmittel freigegeben. Die Florianijünger gehen auch nur noch mit geschlossenen Visier sowie Handschuhen in den Einsatz und versuchen auch in den Feuerwehrfahrzeugen einen Mindestabstand einzuhalten.  
„Wir waren sicher die ersten die in Absprache mit dem Kommando ein Betretungsverbot im Zeughaus ausgesprochen haben“, erklärt St. Johanns Feuerwehrkommandant Michael Schenk, der auch als Abschnittskommandant für sieben Feuerwehren zuständig ist.

Mannschaften tauschen sich regelmäßig ab
Außerdem seien die Einsatzmannschaften genau eingeteilt, die auf neun Leute reduziert worden ist. Auch hier tauschen sich die Männer regelmäßig wöchentlich ab. Bei größeren Einsätzen stehen auch die Gruppenkommandanten weit auseinander, einer hinten, einer vorne. Außerdem werden im Einsatzfall immer nur 15 Mann starke Gruppen ins Zeughaus gelassen. In allen Fahrzeugen sind jeweils drei Mal Atemschutzausrüstungen vorhanden, außerdem Einweghandschuhe und Filtermasken. „Wir halten die Vorgaben klar ein –jeder Feuerwehrmann muss Handschuhe anziehen und das Visier geschlossen halten. Außerdem stehen an allen Eingängen des Feuerwehrhaues Desinfektionsmittel. Mit seinen Kollegen hält Schenk engen Kontakt – per Telefon und Videokonferenz.

Ein Verfechter von Desinfektionsmittel ist auch Kirchbergs Kommandant Christoph Schroll: „Wir haben schon vor vier Wochen Desinfektionsmittel besorgt, da war mir nämlich schon klar, dass da was kommt. Unser Feuerwehrarzt Thomas Krimbacher steht uns ebenfalls tatkräftig zur Seite.“ Regelmäßig wird derzeit das Feuerwehrhaus von oben bis unten durch desinfiziert. Die Gruppenkommandanten sind für die Einhaltung der Vorgaben zuständig und fahren auch mit dem Feuerwehrauto heim, damit im Einsatzfall rasch reagiert werden kann. Schipflinger selber fährt im Kommandofahrzeug heim. Auch die Kirchberger haben selbstverständlich alles mit, um die Hygienevorschriften einhalten zu können. Doch auch in Kirchberg habe es bei der Feuerwehr schon Quarantäne-Fälle gegeben, die dürfen natürlich keinesfalls ausrücken.
„Wir haben alles zurückgefahren, auch den Landesbewerb mussten wir absagen. Natürlich halten wir alle Vorschriften genauestens ein, wenn wir auch kein grundsätzliches Betretungsverbot im Feuerwehrhaus haben“, erklärt St. Ulrichs Feuerwehrchef Martin Mitterer.

Beim Großbrand hat Corona das Nachsehen
Mit rund 40 Mitgliedern gehört die Feuerwehr Kelchsau zu den kleineren Feuerwehren im Bezirk. Kommandant Hanspeter Wurzrainer hat ebenfalls Vorkehrungen getroffen. „Wir haben kleinere Einsatzmannschaften, denn wen einer bei uns was hat, dann sind alle weg. Wäre es ein größerer Einsatz, müssen wir halt abwägen. Aber sollte es wirklich ein Großbrand sein, dann müsste ich den Coronavirus hinten anstellen“, macht sich Wurzrainer keine Illusionen. Margret Klausner

Im Feuerwehrhaus in St. Johann herrscht derzeit Betretungsverbot. Mit den Kollegen der Nachbarfeuerwehren wird derzeit nur per Telefon und Videokonferenz kommunziert. Foto: Klausner

 
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